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Kindeswohlgefährdung – ZAP sollen Jugendamt benachrichtigen

Neueste Studien zeigen: Misshandlungen im häuslichen Bereich haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Vor allem betroffene Kinder haben aufgrund der Pandemiesituation kaum eine Möglichkeit, Hilfe zu finden. Das Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (KJSG) macht Zahnärztinnen und Zahnärzte jetzt zu Meldebefugten. Sie können Verletzungen, die sie als Misshandlungen deuten, zur Anzeige bringen.

Eine Verletzung zur Anzeige zu bringen ist keine Lappalie. Aus diesem Grund schauen viele lieber nicht so genau hin. Keiner möchte durch eine falsche Anschuldigung Schaden anrichten. Dabei hoffen viele Opfer auf Hilfe von außen. Wegschauen ist deshalb keine Option. Es stärkt die Täter und schädigt die Opfer.

Helfen Sie, Schlimmeres zu verhindern

Verfügen Sie über stichhaltige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung, sollten Sie das Jugendamt informieren. Das KJSG stärkt Ihnen den Rücken. Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, können Sie die Daten aus Ihrer Zahnarztpraxis übermitteln, damit das Jugendamt tätig werden kann.

Oft wissen Praxisteams um die familiären Umstände und möglicherweise auch um die familiären Konfliktpotenziale. Sie können deshalb in folgenden Bereichen eine wichtige Rolle spielen:

  • Erkennen von häuslicher Gewalt,
  • Erkennen von Vernachlässigung,
  • Dokumentation der Grundlagen.
     

Nutzen Sie Ihren „Heimvorteil“: Zahnarztbesuche sind unauffällig und führen selten zu Konfliktsituationen mit den Tätern.

Achten Sie auf diese Anzeichen

Verletzungen können eindeutig sein:
 

  • Frakturen der Zähne,
  • Risse, Abplatzungen, scharfe Kanten an den Zähnen,
  • Verletzungen an den Weichteilen des Gesichtes, Lippe, Wange (ggf. mit Einblutungen),
  • Bisse in der Zunge,
  • Riss des Lippenbändchens,
  • Traumata und Beschwerden am Kiefergelenk.

BZÄK informiert ausführlich

Die BZÄK hat auf ihrer Seite wichtige Informationen zum Thema zusammengestellt:

  • Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt,
  • juristische Einordnungen,
  • Unterlagen für die Dokumentation,
  • Ablaufdiagramme,
  • Behandlung und Dokumentation,
  • Umgang mit der Schweigepflicht,
  • Hilfetelefone (medizinische Kinderschutzhotline für medizinisches Fachpersonal zur Beratung im Umgang mit Verdachtsfällen),
  • usw.
     

Nutzen Sie die Informationen der BZÄK zum Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt in der zahnärztlichen Praxis.

Schauen Sie nicht weg, helfen Sie!

Entwickeln Sie Ihr praxiseigenes Schutzkonzept

Dazu sind alle Praxen, also auch Zahnarztpraxen, seit Mitte vergangenen Jahres laut QM-Richtlinie verpflichtet! Zu Ihrem Schutzkonzept gehören:

  • die Sensibilisierung und die Schulung des gesamten Teams
  • Handlungsempfehlungen und ein strukturiertes Vorgehen im Falle eines Verdachtes
  • das Vorhalten von Informationsmaterialien und Kontaktadressen
     

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag „QM-Richtlinie wird maßgeblich erweitert“.

Wir beraten Sie gerne

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail, wenn Sie sich unschlüssig sind, welche Fortbildung die Richtige für Sie ist oder sich über Zugangsvoraussetzungen informieren möchten.

Telefon: 089 45 22 80 90
E-Mail: info@pkv-institut.de

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