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Zwangserkrankungen können sich während der Pandemie verschlimmern

Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen – das ganze Land musste sich im Zuge der Corona-Pandemie umgewöhnen. Das ganze Land? Nein. Für Menschen mit Zwangsstörungen ist dieser Schutz vor Viren – je nach Störung – längst eingeübt. Wasch- und Putzzwang sind während der Pandemie bei vielen von ihnen sogar noch schlimmer geworden.

Wer Bakterien, Viren, Salmonellen, Asbest oder Batterieflüssigkeit als bedrohlich empfindet, kann in eine Angsterkrankung rutschen, die sich über Zwänge äußert. Ein rituelles Waschen der Hände, das sich über Stunden hinzieht, ist eines der Symptome. Auch Putzzwänge sind keine übertriebene Reinlichkeit, sondern eine schwere psychische Erkrankung, die sich je nach Stresssituation verstärkt. In Deutschland haben etwa zwei Millionen Menschen eine Zwangsstörung. Sie ist chronisch und lässt sich ohne professionelle Hilfe nur sehr schwer überwinden.

Ständige Furcht vor Krankheitserregern

Die Patienten leiden seelisch und körperlich. Exzessives Waschen macht die Hände trocken und rissig, unter Handschuhen können sich Pilzinfektionen entwickeln. Ständiges Desinfizieren der Türklinken und Abwischen der Möbel heißt, sich zu häufig chemischen Mitteln auszusetzen, die im schlimmsten Fall noch Resistenzen von Keimen fördern. Außerdem beschäftigt der Gedanke an die überall lauernden Krankheitserreger den Kopf von früh bis spät. Gerade bei Patienten mit Waschzwängen verschlimmert die Pandemie die Symptome. Denn das Coronavirus kann überall sein. Hinzu kommen Stressfaktoren wie Einsamkeit und Langeweile. Sollten die Patienten körperlich erkranken, trauen sie sich während der Pandemie erst recht nicht zum Arzt, weil sie sich dort anstecken könnten.

Exposition verspricht Linderung

Während Menschen ohne Zwangsstörung sich darauf freuen, nach der Pandemie endlich wieder die Großeltern zu umarmen und Freunde mit einem Kuss zu begrüßen, ändert sich für Zwangspatienten wenig. Die Ängste vor Viren bleiben. Hier kann eine kognitive Verhaltenstherapie helfen. Psychotherapeuten versprechen kein Verschwinden der Zwänge. Doch durch Expositionen – also die Konfrontation mit möglichen Krankheitserregern – lässt sich ein entspannterer Umgang mit angstauslösenden Situationen üben. So muss ein Patient mit Angst vor Viren es aushalten, seine Türklinken nicht nach dem Besuch eines Freundes zu desinfizieren. Das Händewaschen wird mit einer Uhr gestoppt und muss nach einer mit dem Therapeuten festgelegten Zeit beendet werden. Studien haben gezeigt, dass die Symptome sich um 70 bis 90 Prozent lindern lassen.

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