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Bruxismus – wenn sich Stress über die Zähne abbaut

Jeder reagiert anders auf Stress: Manche bekommen Kopfschmerzen, andere Magenprobleme und immer mehr Patienten haben Probleme im Kiefergelenk. Die Ursache dafür ist oft Bruxismus, das starke Aufeinanderpressen der Kiefergelenke oder Knirschen mit den Zähnen. Die Folgen sind: Schmerzen an den Zähnen, im Kiefergelenk, an den Muskeln, Ohrgeräusche, Tinnitus oder migräneartige Spannungskopfschmerzen. Gezieltes Nachfragen hilft bei der Diagnose.

Die Symptome des Bruxismus können akut auftreten oder sich über Jahre hinweg zu einem chronischen Problem entwickeln.

Kopfschmerzen können ein Fall für den Zahnarzt sein

Vielen Patienten ist nicht bewusst, dass sie mit den Zähnen knirschen oder die Kiefer stark aufeinanderpressen. Das ist kein Wunder, denn meist passiert das nachts. Patienten mit Spannungskopfschmerzen oder Tinnitus suchen deshalb zunächst Hilfe beim Neurologen oder dem HNO-Arzt. Die wenigsten erkennen darin ein zahnmedizinisches Problem.

„Ich fühle mich oft angespannt“ – Bruxismus hat viele Gesichter

Zähneknirschen und Kieferpressen verursachen eine ganze Reihe von Symptomen, über die Patienten oft beiläufig außerhalb des Sprechzimmers reden. Bei den folgenden Aussagen Ihrer Patienten sollten Sie hellhörig werden:
 

  • „Ich fühle mich oft angespannt und habe früh Kopfschmerzen.“
  • „Mein Nacken ist völlig verspannt.“
  • „Mein Kiefer fühlt sich so angespannt an.“
  • „Manchmal drückt es im Kiefergelenk.“
  • „Kauen und Sprechen lösen Beschwerden aus.“
  • „Es knackt oft am Ohr.“
  • ….

Gezieltes Nachfragen führt zur Diagnose

Gute Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patient ist die Grundlage für die Diagnose „Bruxismus“. Helfen Sie Ihren Patienten, ihre Beschwerden näher zu beschreiben:

  • „Wann genau treten die Beschwerden auf?“
  • „Was genau fühlen Sie, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen oder Verspannungen?“
  • „Gibt es Auslöser für Ihre Schmerzen?“
  • „Sind Veränderungen an den Zähnen sichtbar (Lockerungen, Abnutzung)?“
  • „Sind Ihre Zähne empfindlicher geworden?“


Beispiel: Eine Patientin bemerkte starke Schmerzen im Bereich des Ohres. Nach eingehender Beratung konnte der Auslöser eingegrenzt werden. Sie stellte fest, dass diese nur während der Arbeitszeit im Büro auftraten.

Bei Verdacht auf Bruxismus müssen Muskeln, Zähne und Gelenke genau untersucht werden und eine gezielte Anamnese durchgeführt werden. Ihr Patient sollte Sorgen, Ängste und plötzliche Stressereignisse benennen. Manchmal gibt es ein akutes Stressproblem, das als letzter Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt und das Gleichgewicht des Körpers stört.
 

  • Erfassen Sie die Umstände des Patienten, wie kam es zu der Reaktion? Gibt es Auslöser?
  • Wie stark schränken die Beschwerden das Leben ein?
  • Welche Situationen wirken entspannend?
  • Können die Auslöser reduziert werden?

Therapie und Ursachenbekämpfung

Für den Erfolg einer Behandlung müssen die Ursachen erkannt und ausgeschaltet werden. Begleitend können therapeutische Mittel eingesetzt werden:  

  • Physiotherapie,
  • häusliche Übungen,
  • Schienentherapie.


Die Behandlung des Bruxismus ist langwierig und zeitaufwendig. Physiotherapie und Schienen können Gelenke und Muskeln kurzzeitig entspannen. Langfristig müssen aber die Ursachen bekämpft werden. Andernfalls kommt es zu einem Rezidiv, sobald die Physiotherapie beendet ist oder auf die Schiene verzichtet wird.

Ohne Eigenleistung keine Therapie – Funktionsanalytik nach wie vor keine Kassenleistung

Funktionsanalytik ist keine GKV-Leistung. Möchte ein Patient eine Therapie zur Behebung seines Bruxismus beginnen, besteht die GKV allerdings darauf, dass zunächst die Grundlagen für die Beschwerden erfasst werden.

Wir beraten Sie gerne

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Telefon: 089 45 22 80 90
E-Mail: info@pkv-institut.de

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