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Kinder- und Jugendärzte fürchten Ansturm auf ihre Praxen

Mit Blick auf den kommenden Herbst rechnen Kinder- und Jugendärzte in Deutschland wegen der Corona-Pandemie mit einer harten Belastungsprobe. Sie fordern von der Regierung mehr Unterstützung, weil sie sonst ihrem Versorgungsauftrag nicht gerecht werden können.

Die Situation sei so schon wegen des akuten Kinder- und Jugendarztmangels schwierig genug, zitiert die Süddeutsche Zeitung Thomas Fischbach, den Präsidenten des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Wenn nun noch jedes leicht verschnupfte Kind zum Corona-Test in die Praxis käme, damit es weiter seine Einrichtung wie Kita oder Schule besuchen dürfe, übersteige das die Kapazität der Ärzte.

Fischbach und seine Kollegen fordern deshalb:

  1. Eine großzügige Karenztageregelung, die es Eltern erlaubt zu Hause zu bleiben, wenn ihr Kind erkrankt und deshalb vom Kita- oder Schulbesuch ausgeschlossen ist.
  2. Die Unterstützung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst, wenn tatsächlich gewollt sei, dass jedes Kind mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere – also auch bei einem harmlosen Schnupfen ohne Fieber – auf Corona getestet werden soll.


Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, schließt sich dieser Forderung an und schlägt Teststraßen und Massentest-Einrichtungen zur Lösung der Problematik vor.

Ein gesamtgesellschaftliches Problem braucht eine gesamtgesellschaftliche Strategie

Ähnliches fordert auch der Kinderarzt Klaus Rodens. Wie der Spiegel jüngst berichtete, hat Rodens zusammen mit Arztkollegen einen Brief an den Gesundheitsminister Jens Spahn geschrieben, und darin eine gesamtgesellschaftliche Strategie gefordert. Denn das Problem ist aus seiner und der Sicht seiner Kollegen ein gesamtgesellschaftliches. Schließlich gerieten Eltern, deren Kinder wegen jedes Schnupfens am Kita- und Schulbesuch gehindert würden und die sie deshalb testen lassen wollten, enorm unter Druck. Viele von ihnen haben schon im Frühjahr ihren gesetzlichen Anspruch von zehn Tagen Betreuung pro Kind aufgebraucht.

Drive-ins und regelmäßige Vor-Ort-Abstriche

Rodens hat konkret zwei Vorschläge: Zum einen seien Drive-ins für Kinder unter 10 Jahren ein probates Mittel, um sie außerhalb der Praxen auf Corona testen zu können. Außerdem sollte der öffentliche Gesundheitsdienst die regelmäßige Testung der Kinder vor Ort, also in den Kitas und Schulen, möglich machen. Zumindest immer dann, wenn in einer Einrichtung gehäuft Neuinfektionen auftreten.

Viel Zeit für diese Strategie bleibt nicht mehr, denn schon im Oktober füllen sich die Kinder- und Jugendarztpraxen saisonal bedingt ohnehin wieder.

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