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Zu viel Sonne – vor allem Kopf und Kreislauf sind betroffen

Sonne und Hitze können für die Gesundheit gefährlich werden. Besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke und Kleinkinder ist es riskant, sich allzu lang und ungeschützt in der prallen Sonne aufzuhalten. Als MFA können Sie nicht nur in der Praxis Erste Hilfe leisten.

Die menschliche Körpertemperatur liegt im Durchschnitt bei 36,6 °C. Sie kann auf 39 °C ansteigen, wenn der Mensch sich körperlich anstrengt. Fieber ist das nicht! Denn unser Organismus kann die durch den Stoffwechsel oder durch Sonneneinstrahlung entstandene Körperwärme wieder an seine Umgebung abgeben. Er atmet und schwitzt die Wärme wieder aus.

Anders ist das bei extremer Hitze. Ist der Mensch zu lange in der Sonne und entspricht die Außentemperatur seiner Körpertemperatur, kann der Körper nur sehr schlecht Wärme abgeben. Trinkt der Mensch noch dazu nicht ausreichend, können folgende Symptome auftreten:
 

  • Körpertemperatur über 39 °C
  • Trockener Mund
  • Heftige Kopfschmerzen
  • Kreislaufbeschwerden, Schwindel und Schwäche
  • Ständiges Erbrechen
  • Plötzliche Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung, Bewusstlosigkeit

Hitzebedingte Beschwerden

Je nach Hitze, Dauer der Sonneneinstrahlung und persönlicher Konstitution fallen die Beschwerden unterschiedlich stark aus.

Hitzeerschöpfung entsteht bei Wasser- und Salzmangel. Wassermangel tritt auf, wenn der Sonnenliebhaber zu wenig trinkt, unter einer Durchfallerkrankung leidet oder stark schwitzt. Beim Schwitzen verliert der Körper außerdem Salz. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn die Person salzarm isst und die Salzspeicher daher nicht aufgefüllt sind.

Senioren können bereits nach einem einstündigen Sonnenbad sehr erschöpft sein. Der Grund: Altersbedingt verändern sich die Nerven, der Senior kann die Sonnenintensität möglicherweise nicht mehr gut einschätzen.

Erste Hilfe: Bringen Sie Patienten mit Hitzeerschöpfung an einen kühlen Ort. Geben Sie ihnen ausreichend zu trinken. Gut sind isotonische Getränke in Zimmertemperatur, um den Mineralhaushalt wieder auszugleichen. Eisgekühlte Getränke regen das Schwitzen erneut an.

Beim Hitzekollaps versorgt der Blutkreislauf das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff. Der Blutdruck nimmt ab, weil Hautarterien und -venen sich weiten. Ursache ist häufig Flüssigkeitsmangel.

Erste Hilfe: Auch in diesem Fall hilft ein kühler Ort. Der Patient möge sich hinlegen und die Beine hochlegen. Er braucht möglichst schnell eine elektrolythaltige Flüssigkeit.

Der Hitzschlag droht, wenn ein Patient mit Hitzekollaps sich nicht ausruht, sondern in der Sonne bleibt und sich körperlich bewegt. Dem Körper gelingt es nicht mehr, sich selbst zu kühlen. Die Körpertemperatur steigt stark an, Zellstrukturen werden geschädigt. Das geht manchmal sehr schnell. Ein Hitzschlag kann zu bleibenden Schäden an Organen oder sogar bis zum Tod führen.

Erste Hilfe: Der Patient sollte so schnell wie möglich stationär behandelt werden. In der Praxis veranlasst der Arzt eventuell eine Kochsalzinfusion.

Patienteninformation

  • Die Deutsche Krebshilfe hat die anschauliche und informative Broschüre „Sommer, Sonne, Schattenspiele“ herausgegeben. www.krebshilfe.de
  • In einem Flyer, der sich an Pflegekräfte und Hausärzte wendet, erläutert das Sozialministerium Baden-Württemberg Gesundheitsrisiken bei Sommerhitze für ältere und pflegebedürftige Menschen. www.sozialministerium.badenwuerttemberg.de

Der Sonnenstich betrifft das Gehirn

Senioren, Männer mit spärlichem Haarwuchs und kleine Kinder, deren Fontanellen noch nicht geschlossen sind, haben ein besonders hohes Risiko, an einem Sonnenstich zu erkranken. Die langwellige Wärmestrahlung schafft es im Gegensatz zur kurzwelligen UV-Strahlung, die knöcherne Schädeldecke zu durchdringen. So kann sich die Hirnhaut entzünden, das Hirngewebe schwillt an. Es besteht das Risiko eines Hirnödems. Todesfälle kommen vor.

Erste Hilfe: Bringen Sie den Patienten sofort an einen kühlen, schattigen Ort. Lagern Sie seinen Kopf hoch und kühlen Sie sowohl Kopf als auch Arme und Beine mit feuchten Tüchern. Verwenden Sie keine Eisbeutel. In der Praxis ordnet der Arzt möglicherweise Sauerstoff über eine Atemmaske an. Auch eine künstliche Beatmung kann notwendig sein.

Dieser Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe von MFA exklusiv.