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Eigene Impfung schützt Enkel

Früh- und Neugeborene sind besonders gefährdet, wenn sie sich mit bestimmten Erregern infizieren. Angehörige können mit einer eigenen Impfung dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung zu senken, beispielsweise bei RSV.

Seit Wochen verzeichnen Pädiater und Kinderkliniken wieder zunehmende Fälle von Infektionen mit RSV (Respiratory Syncytial Virus). Mittlerweile gibt es eine Impfung für Schwangere, die somit einen zeitlich begrenzten Nestschutz für das Neugeborene bietet. Doch auch später noch können die Viren Babys und Kleinkinder stark belasten. Bisher gibt es keine allgemeine Impfempfehlung für Kleinkinder. Nur Hochrisikokinder erhalten eine sogenannte passive Immunisierung durch eine vierwöchige Spritze mit monoklonalen Antikörpern. Experten wie der Chefarzt der Kinderintensivstationen in der München Klinik Schwabing und Harlaching Marcus Krüger empfehlen deshalb Großeltern, sich selbst mit dem verfügbaren Impfstoff für Menschen ab 60 Jahren behandeln zu lassen. So mindern sie nicht nur ihr eigenes Risiko für einen schweren Verlauf, sondern auch die Ansteckungsgefahr für ihre Enkel.
 

Säuglinge schützen

Es gibt einige potenziell schwerwiegende oder sogar tödliche Krankheiten, gegen die Kinder in den ersten Lebensmonaten geimpft werden sollten. Allerdings besteht auch immer ein kurzer Zeitraum, in dem die Kinder einerseits noch zu jung für die Impfung sind und sie andererseits besonders durch Infektionen gefährdet sind. Eltern, Großeltern und andere enge Angehörige können daher bereits während der Schwangerschaft durch die Vervollständigung ihres eigenen Impfschutzes auch das jüngste Familienmitglied vor Ansteckung schützen.

Das gilt insbesondere für folgende Erkrankungen:
 

Keuchhusten (Pertussis)

Gegen Keuchhusten werden Säuglinge üblicherweise im Rahmen der Sechsfachimpfung erstmals ab etwa 8 Wochen geimpft. Keuchhusten äußert sich durch grippeähnliche Symptome mit quälendem Husten. Besonders bei Neugeborenen kann es zu schweren Komplikationen kommen. In Deutschland heilt die Krankheit zwar in der überwiegenden Anzahl der Fälle folgenlos aus, jedoch gibt es auch immer wieder vereinzelte Todesfälle. Laut STIKO (Ständige Impfkommission) sollten vor allem Frauen mit Kinderwunsch bereits ihren eigenen Impfschutz auffrischen lassen. Andere enge Kontaktpersonen sollten dies spätestens während der Schwangerschaft erledigen.
 

Masern, Mumps, Röteln

Die Kombinationsimpfung erfolgt erst ab einem Alter von 11 Monaten.Masern sind hochansteckend, und treten mit hohem Fieber, Husten und Schnupfen sowie dem typischen Ausschlag auf. Zwar genesen die meisten Erkrankten nach einigen Wochen, doch die Masern schwächen das Immunsystem sehr stark. Es kann daher im weiteren Verlauf leichter zu Mittelohrentzündungen, Bronchitis, Lungenentzündung, Gehirnhautentzündung oder auch Herzproblemen kommen. Besonders gefürchtet ist die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis. Diese führt zu einer unaufhaltsamen Zerstörung der Gehirnzellen und unweigerlich nach zwei bis drei Jahren zum Tod.

Gegen Mumps wird erst ab einem Alter von 11 Monaten in Kombination mit Masern und Röteln geimpft. Mumps führt zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Typisch ist eine ein- oder beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse, sie tritt jedoch nicht in allen Fällen auf. In der Regel heilt die Krankheit nach spätestens drei Wochen aus. Doch selten kann sie zu einer Hirnhaut-Bauchspeicheldrüsen- oder Hörnerv-Entzündung führen, was jeweils bleibende Schäden hinterlassen kann. Weniger für Babys, sondern für ältere Jungen ist die Hodenentzündung eine Begleiterscheinung von Mumps, die auch die Fruchtbarkeit einschränken kann.

Röteln sind vor allem für ungeborene Kinder im Mutterleib gefährlich. Steckt die Mutter sich mit Röteln an, können diese für schwere Fehlbildungen beim Fötus sorgen. Deshalb sollten sich Frauen mit Kinderwunsch auf jeden Fall vergewissern, dass sie die zwei benötigten Immunisierungen erhalten haben. Wenn nicht, können sie auch noch im erwachsenen Alter nachgeholt werden.

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