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Fatigue – wenn Erschöpfung krankhaft ist

Wir sind alle mal erschöpft. Deshalb fällt es uns schwer, chronische Müdigkeit – die sogenannte Fatigue – als Krankheit zu akzeptieren. Doch nicht erst seit Long Covid wird dieses Krankheitsbild diagnostiziert. Auch Krebs, Multiple Sklerose und Rheuma können Menschen chronisch erschöpfen. Ein gut gemeintes „Schlaf Dich doch mal aus“ oder ein ungeduldiges „Nun reiß dich endlich zusammen“ helfen überhaupt nicht weiter.

Wenn Menschen nach einer schweren Erkrankung körperlich, geistig und seelisch erschöpft sind, wenn sie sich trotz Ruhe und Schlaf nicht erholen können, dann könnten sie unter Fatigue leiden. Sie fühlen sich außerdem oft niedergeschlagen und antriebslos. Tumorerkrankte können schon unter chronischer Müdigkeit leiden, bevor der Krebs diagnostiziert ist. Während der Tumortherapie leiden etwa 60 bis 90 % der Patienten unter Fatigue. So die Deutsche Fatigue Gesellschaft.
 

Hilflosigkeit überwinden, Schönes planen

Fatigue belastet die Erkrankten und ihre Familie enorm. Einst lebensfrohe Betroffene sind nicht wiederzuerkennen, wenn ihnen das morgendliche Aufstehen bereits zu viel ist. Bei der Arbeit fühlen sie sich überfordert, Freizeitaktivitäten sind zu anstrengend, der Haushalt bleibt liegen. Spezielle Medikamente gibt es nicht. Dennoch ist eine Therapie möglich. Dazu gehört die kognitive Verhaltenstherapie, in der die Patienten z. B. lernen, ihr Gefühl der Hilflosigkeit zu überwinden. Sätze wie „Das schaffe ich sowieso nicht“ helfen nicht weiter. Viel besser ist, sich für einen Tag nur so viel vorzunehmen, wie bewältigt werden kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Fatigue-Patienten sollten sich auch nicht unterfordern. Denn dann kann es passieren, dass sie noch abgeschlagener werden. Auch Bewegung hilft. Als besonders wirksam gilt eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Und: Die Patienten sollten sich für jeden Tag etwas Schönes vornehmen.
 

Das chronische Fatigue-Syndrom hat andere Ursachen

Ein ähnliches Krankheitsbild ist das chronische Fatigue-Syndrom (CFS), das vor allem bei Frauen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren auftritt. Manchmal ist das Gesicht leicht geschwollen, die Hände sind kalt oder schwitzig. Das CFS kann auf Eisenmangel oder Antidepressiva zurückzuführen sein. Auch kombiniert mit Autoimmunerkrankungen oder Depressionen tritt es auf. Oft ist eine Infektion der Auslöser. Allerdings müssen die Fatigue-Symptome mindestens sechs Monate andauern, bis das CFS als solches diagnostiziert werden kann. Die Berliner Charité hat Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie herausgegeben.

Medikamente gibt es auch gegen diese Form der Fatigue nicht. Die Patienten werden symptomatisch behandelt. Die Ärzte beheben Mangelzustände und behandeln Infektionen. Auch lernen die Patienten, sich nicht zu überanstrengen und ihr individuelles Stressniveau nicht zu überschreiten. Das ist häufig damit verbunden, den eigenen Lebensstil zu ändern.
 

Fürsorge und Information führen zu Akzeptanz

Obwohl die Deutsche Krebsgesellschaft Fatigue sehr ernst nimmt, wird die Erkrankung häufig nicht erkannt oder gar verschwiegen. Betroffene schämen sich für ihre mangelnde Energie oder fürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Als MFA können Sie helfen, die Erkrankung aus der Tabuzone zu holen. Gehen Sie mit diesen Patienten besonders fürsorglich um. Signalisieren Sie ihnen, dass Sie ihre Müdigkeit als Krankheit und nicht als persönliche Schwäche erkennen. Und unterstützen Sie sie dabei, Familie und Freunde über Fatigue zu informieren. Denn je mehr wir über diese Erkrankung wissen, desto besser können wir sie akzeptieren.

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