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Ihr Lächeln wird von allen Menschen der Welt verstanden

Nicht mit allen Patienten können wir uns über Worte verständigen. Manchmal helfen Mimik und Gestik, um wichtige Informationen zu untermauern, einen Patienten zu motivieren oder ein klares „Ja“ zu äußern. Das Lächeln spielt dabei eine ganz besondere Rolle. Es ist nicht nur schön, sondern auf der ganzen Welt unmissverständlich.

Freude, Sympathie, Wohlwollen, Entspannung, Vertrauen, Glück und Zufriedenheit – all das kann ein einziges Lächeln ausdrücken. Es kommt in allen Kulturen vor und ist eine unserer wichtigsten Ausdrucksmöglichkeiten. Allerdings muss es ehrlich sein. Patienten, die die deutsche Sprache nicht verstehen, können sehr wohl unterscheiden, ob ein Lächeln echt oder aufgesetzt ist. Denn nur wenn sich auch in den Augenwinkeln unwillkürlich kleine Fältchen bilden, kommt das Lächeln von Herzen. Wird es vorgetäuscht, hat das Großhirn die Kontrolle über die Mundwinkel. Die Augenmuskeln kann das Großhirn jedoch nicht steuern.

Von Ärger bis Zweifel drücken wir uns unabhängig von der Kultur ähnlich aus

Nicht nur das Lächeln ist universell, sondern auch viele weitere Gefühle, die wir mit den 43 Muskeln unseres Gesichts ausdrücken. Der Emotionsforscher Alan Cowen aus Kalifornien fand heraus, dass 16 Gesichtsausdrücke auf der ganzen Welt in etwa denselben Lebenssituationen auftreten: Freude, Ärger, Staunen, Konzentration, Verwirrung, Verachtung, Zufriedenheit, Verlangen, Enttäuschung, Zweifel, Begeisterung, Interesse, Schmerz, Trauer, Überraschung und Triumph. Um das herauszubekommen, ließ Cowen sechs Millionen YouTube-Videos aus 144 Ländern von einem Computer-Algorithmus auswerten. Wenn Sie also beim Belastungs-EKG zufrieden schauen, dann wird jeder Patient daraus folgern, dass er die Art der Untersuchung richtig verstanden hat.

Hilfe für Autisten

Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Mimik im Menschen biologisch verankert und nicht erlernt ist. Daraus lässt sich auch schließen, dass Menschen in früheren Jahrhunderten, die nichts voneinander wussten, in ähnlichen Situationen mit ähnlicher Mimik abgebildet wurden. So tragen schon die Skulpturen der Maya-Kultur, die bis zum 10. Jahrhundert im heutigen Mexiko bestand, Gesichtsausdrücke wie die Westeuropäer.

Wichtig könnten diese Informationen für Menschen sein, denen es schwerfällt, Emotionen in den Gesichtern anderer zu lesen. So könnten Autisten regelrecht lernen, was ein Lächeln bedeutet.

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