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Prävention von Schlaganfall und Demenz hat Erfolg

Der Erfolg von Prävention ist messbar. Das zeigt das Projekt INVADE aus dem bayerischen Landkreis Ebersberg, das Schlaganfällen und Demenz vorbeugt. Sterblichkeit und Pflegebedürftigkeit konnten deutlich gesenkt werden. Im Zentrum des Projekts stehen MFAs, die zu Präventionsassistentinnen ausgebildet wurden und nah am Patienten arbeiten.

Invade kommt aus dem Englischen und bedeutet „eindringen“. Als Abkürzung steht es zudem für das Projekt „Intervention gegen vaskuläre Hirnerkrankungen und Demenz im Landkreis Ebersberg“. Die Idee dazu kam Ärzten des Landkreises sowie Ärztinnen und Wissenschaftlern der TU München – Klinikum rechts der Isar. Sie gründeten den Verein INVADE e.V. bereits 2001. Ihr Konzept: Um Schlaganfällen und Demenzerkrankungen vorzubeugen, wird die Hausarztpraxis zum Dreh- und Angelpunkt.
 

Schlüsselrolle für die MFA

Seit 2004 finanziert die AOK Bayern INVADE über einen Vertrag zur Integrierten Versorgung. 4.000 AOK-Patienten aus 56 Hausarztpraxen nahmen bisher am Projekt teil. Das gehört zur Präventionsstrategie:

  • Untersuchungen, um kardiovaskuläre Risikofaktoren wie erhöhten Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Gefäßverengungen sowie erhöhte Blut- und Cholesterinwerte zu ermitteln
  • Selbstauskünfte der Patienten zu ihrem Lebensstil und ihrem Befinden
  • Gezielte Therapien auf Grundlage des diagnostizierten Risikos
  • Vierteljährliche Kontrolluntersuchungen
  • Enge Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten wie z. B. Neurologen
  • Regelmäßige Recalls
     

MFAs, die sich an der INVADE-Akademie zu Präventionsassistentinnen weiterbildeten, sind aus dem Projekt nicht wegzudenken. Sie vermitteln den Patienten das Wissen über Krankheiten und Risiken, unterstützen bei der Änderung des Lebensstils und fördern die Therapietreue, indem sie z. B. dazu motivieren, die Medikamente regelmäßig einzunehmen. Die Patienten nehmen das Projekt offenbar dankbar an. Dem Internisten und INVADE-Vorstandsvorsitzendem Othmar Gotzler zufolge melden sie sich sogar selbst zu Nachuntersuchungen.
 

Medizinpreis für erfolgreiche Prävention

Das Präventionsprojekt besteht seit über 20 Jahren. In einer von mehreren Analysen zeigte sich schon 2020 der Erfolg: Erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerspiegel der Patienten gingen zurück, ebenso erhöhte Blutdruckwerte. Die Sterblichkeit konnte um 9, %, die Pflegebedürftigkeit um 12,3 %gesenkt werden. Anders ausgedrückt: Die Zahl der Pflegefälle sank um rund 160 und die Zahl der Sterbefälle um rund 130 pro Jahr. Zudem ging das Risiko für Krankenhauseinweisungen wegen eines Schlaganfalls oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) um 13 %zurück.

Das Projekt wurde Ende vergangenen Jahres mit dem mit 20.000 Euro dotierten Hufeland-Preis ausgezeichnet, einem der bedeutendsten deutschen Medizinpreise.

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