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Wer Gesundheitsrisiken vermeiden will, muss sie kennen

Im halbjährlichen Abstand führt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zum gesundheitlichen Verbraucherschutz durch. Zum ersten Mal wurden Daten zu künstlichen Süßungsmitteln, Nikotin Pouches und verschluckten Knopfzellbatterien erhoben.

„Verbraucherinnen und Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass das, was sie verzehren oder in anderer Weise gebrauchen, gesundheitlich unbedenklich und sicher ist“, sagt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Der BfR-Verbrauchermonitor fragt zweimal jährlich, wie die Öffentlichkeit – also wir alle – zu Themen aus dem Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes steht. Was ist vertraut? Was ist eher unbekannt? Wie wird die Sicherheit von Lebensmitteln und anderen Produkten in Deutschland generell eingeschätzt?

 

Einige gesundheitliche Verbraucherthemen sind der Bevölkerung unbekannt

Zucker, Fett oder Salz sowie Kunststoffe und nicht näher definierte „unerwünschte Stoffe“ rechnen die Befragten zu den größten gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher. Umweltbelastungen allgemein sowie Fleischkonsum und -produktion fanden nur wenige gesundheitlich bedenklich.

Laut BfR-Verbrauchermonitor 08 | 2023 kennen 96 % der Befragten die gesundheitlichen Risiken von E-Zigaretten. Je 93 % halten gentechnisch veränderte Lebensmittel und Mikroplastik in Lebensmitteln für riskant, gefolgt von Unterversorgung mit Vitaminen und Lebensmitteln (90 %) und Antibiotikaresistenzen (88 %). Campylobacter in Lebensmitteln waren 76 % der Befragten beispielsweise unbekannt. Auch für Bisphenol A in Alltagsgegenständen (für 64 % unbekannt), verschluckte Knopfzellbatterien (für 57 % unbekannt) oder für Cannabidiol (CBD) aus Hanf in Lebensmitteln (für 54 % unbekannt) waren die gesundheitlichen Risiken weniger bekannt.

 

Die Rolle der Nikotin Pouches

Während viele Menschen erst einmal googeln müssten, was Nikotin Pouches überhaupt sind, kannten 47 % der Befragten deren gesundheitliche Risiken bereits. Die in Deutschland bisher nicht zugelassenen und daher nur online zu beziehenden tabakfreien Nikotinbeutel, auch Nikopods genannt, bestehen aus Pflanzenfasern, Feuchthaltemitteln, Wasser, Aromen und Nikotinsalzen. Risikofrei sind sie jedoch keineswegs, warnt die Stiftung Warentest.

 

Je bekannter, desto beunruhigter? Nein.

Am meisten beunruhigt zeigten sich die Befragten über das Vorkommen von Mikroplastik in Lebensmitteln (64 % sehr, 18 % mittel) sowie über Antibiotikaresistenzen (52 % sehr, 21 % mittel). Wie in Gastronomie mit Lebensmitteln umgegangen wird, beunruhigte mehr als 2 Drittel der Befragten deutlich mehr als die Lebensmittelhygiene zu Hause.

Das Studienautorenteam merkt an, „dass die Bekanntheit nicht zwangsläufig mit einer erhöhten Beunruhigung einhergeht. Künstliche Süßungsmittel erreichten den höchsten Wert. 30 % der Befragten waren (sehr) beunruhigt darüber. Die häufigsten Fragen zu Süßungsmitteln beantwortet das BfR hier.

 

Mehrheitliches Interesse und Präventionspotenzial

61 % der Befragten des aktuellen BfR-Verbrauchermonitors gaben an, sich sehr für gesundheitliche Verbraucherthemen zu interessieren, 22 % informierten sich nie oder selten.

Insgesamt 88 % der im August 2023 telefonisch befragten, über 16-Jährigen hatten von Campylobacter in Lebensmitteln noch nicht gehört oder fühlten sich (gar) nicht gut informiert. Allein hier liegt Präventionspotenzial, denn die Campylobacter-Enteritis ist laut Robert Koch Institut mit 80 bis 90 Erkrankungen auf 100.000 Einwohner die häufigste bakterielle meldepflichtige Krankheit in Deutschland.

 

Hohes Vertrauen in die Wissenschaft

Der Wissenschaft vertrauen die meisten Menschen bei der Frage, wer die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher schützt (64 % sehr, 23 % mittel). Verbraucherzentralen bzw. -organisationen folgten auf Platz 2 (62 % vertrauen sehr, 22 % mittel). Öffentliche Institutionen wie Behörden und Ministerien belegten Platz 3 mit 33 % sehr, 36 % mittel. Deutlich weniger Vertrauen schenkten die Befragten der Politik und der Wirtschaft mit je 13 % sehr und 33 % bzw. 35 % mittel.

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