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Angst vor Pflegebedürftigkeit: So kann die Hausarztpraxis vorbeugen

Was macht den Menschen in Deutschland Angst? Dieser Frage ging die R+V Versicherung auch in diesem Jahr nach. Für die aktuelle Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“ wurden rund 2.400 Menschen ab 14 Jahren befragt. Ganz oben auf der Sorgenliste steht in diesem Jahr das Geld: 59 % fürchten stark steigende Lebenshaltungskosten. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen. 51 % haben Angst vor einer schlechteren Wirtschaftslage. 53 % fürchten höhere Steuern oder Leistungskürzungen, 50 % unbezahlbaren Wohnraum.
Andere Ängste haben dagegen an Gewicht verloren. Nur noch 27 % sorgen sich vor Naturkatastrophen. Die Angst vor dem Klimawandel liegt bei 30 %. Auch die Sorge vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung sank von 41 auf 34 %. Jeder 3. Befragte fürchtet dagegen, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Gesellschaft gefährden könnte.
Angst davor, auf Hilfe angewiesen zu sein
Bei den gesundheitlichen Sorgen sticht vor allem ein Thema heraus: 41 % der Befragten haben Angst davor, pflegebedürftig zu werden. Das sind 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Mit zunehmendem Alter wächst die Sorge deutlich. Bei den über 60-Jährigen fürchten sich 58 % davor, zum Pflegefall zu werden. Eine schwere Erkrankung macht dagegen 33 % der Befragten Angst.
Dass das Thema Pflege viele Menschen beschäftigt, dürfte auch mit der demografischen Entwicklung und den steigenden Kosten zusammenhängen. Zuletzt waren in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. Gleichzeitig haben sich die Ausgaben für pflegerische Leistungen innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen sie 2024 bei 135,9 Milliarden Euro und damit 109,1 % höher als 2014. Inzwischen entfällt gut ein Viertel aller Gesundheitsausgaben auf pflegerische Leistungen. Gründe dafür sind u. a. der demografische Wandel und gestiegene Personalkosten in der Pflege. Der anhaltende Personalmangel verstärkt die brisante Situation noch.
Stürze verhindern
Ob ein Mensch pflegebedürftig wird, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht zuverlässig beeinflussen. Einige Risiken können Patientinnen und Patienten jedoch senken. Dazu gehört die Gefahr von Stürzen. Gerade im höheren Alter können sie Verletzungen nach sich ziehen, die Mobilität und Selbstständigkeit dauerhaft einschränken.
Fast jeder 4. Mensch über 65 Jahren stürzt nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) mindestens einmal innerhalb eines Jahres. 13 % stürzen sogar mehr als 2-mal.
Was die hausärztliche Praxis tun kann
In der hausärztlichen Praxis lässt sich das Sturzrisiko relativ einfach zum Thema machen. Dabei lohnt beispielsweise ein Blick auf die Medikation. Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie andere Arzneimittel können Schwindel, Muskelschwäche oder Gleichgewichtsstörungen begünstigen. Bei mehreren gleichzeitig eingenommenen Medikamenten können zudem Wechselwirkungen eine Rolle spielen. Das BIÖG empfiehlt deshalb, mögliche Wechselwirkungen überprüfen zu lassen.
Ebenso kann geprüft werden, ob Risikofaktoren für Osteoporose vorliegen. Denn bei geschwächten Knochen hat ein Sturz häufiger schwerwiegende Folgen. Als MFA können Sie Patientinnen und Patienten außerdem auf Angebote zur Sturzprävention aufmerksam machen und dazu ermuntern, Kraft und Gleichgewicht zu trainieren. Das BIÖG hat dafür die kostenlosen Broschüren „Gleichgewicht und Kraft“ mit Informationen, Selbsttests und einfachen Übungen zum Download neu aufgelegt.
MT
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