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Corona bringt adipöse Patienten in einen Teufelskreis

Von einer Adipositas-Pandemie sprechen Mediziner schon seit vielen Jahren. Nun hat die Corona-Pandemie diese Adipositas-Pandemie noch verstärkt. Vor allem Menschen, die sowieso mit Übergewicht kämpfen, haben während der Corona-Lockdowns zugenommen. Das wirkt sich ungünstig auf die Gesundheits-, insbesondere auf die Diabetes-Versorgung aus.

Die TU München fragte 1.001 Erwachsene zwischen 18 und 70 Jahren, ob sie während der Pandemie an Gewicht zugelegt haben. 40 Prozent antworteten mit „Ja“. Offenbar haben sie deutlich häufiger zu Schokolade, Fastfood, Limonade und Salzgebäck gegriffen als früher. Denn die durchschnittliche Gewichtszunahme liegt bei 5,6 Kilo. Mehr noch: Je höher der Body-Mass-Index (BMI) bereits vor der Pandemie, desto stärker die Gewichtszunahme. Bei den Menschen mit einem BMI von über 30 zeigt die Waage durchschnittlich 7,2 Kilo mehr an. Die Gründe sind schnell erzählt: Weniger Bewegung im Homeoffice, geschlossene Sport- und Fitnesseinrichtungen, mehr Zeit zum Essen, Langeweile. Vor allem psychisch belastete Patienten aßen während der Lockdowns deutlich mehr als zuvor.

Adipositas ist Treiber der Corona-Pandemie

Dieser Lebensstil hat enorme Folgen für die Gesundheit des Einzelnen sowie für unser Versorgungssystem. Diabetologen gehen davon aus, dass die Zahl der Diabetespatienten steigen wird. Es ist bereits von einem Kollateralschaden – also einem Begleitschaden – von SARS-CoV-2 die Rede. Adipöse Patienten geraten in einen Teufelskreis. Denn wenn der BMI steigt, wächst auch das Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken. Die Forscher sprechen daher von Adipositas als „Treiber der COVID-19-Pandemie“.

Diabetes-Patienten nicht aus dem Blick verlieren

Wegen ihres hohen Corona-Risikos waren Diabetespatienten mit Komplikationen bei den Impf-Priorisierungen in Gruppe 2 eingestuft. Seit dem 7. Juni ist die Priorisierung aufgehoben. Viele Diabetespatienten sind inzwischen geimpft. Dennoch mahnt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diese Patienten während der Pandemie nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn auch die durch Diabetes verursachten Todesfälle sind hoch. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass es jährlich 1,6 Millionen sind. Zum Vergleich: An COVID-19 starben im Jahr 2020 weltweit schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen.

Nationale Diabetesstrategie greife bisher zu kurz

Um Diabetes einzudämmen, fordert die DDG die Politik auf, die Volkskrankheit Diabetes stärker zu bekämpfen. Dazu könnten eine spezielle Mehrwertsteuer, ein verpflichtender Nutri Score auf Lebensmittelverpackungen, ein Werbeverbot für ungesunde Kindernahrung sowie mehr Bewegungsangebote in Kitas und Schulen gehören. Für eine gute Prävention und Versorgung von Diabetespatienten brauche es langfristige Konzepte. Bisher werde die Nationale Diabetesstrategie der Bundesregierung nicht mutig genug umgesetzt. Einer der wenigen Lichtblicke sei das geplante DMP Adipositas.

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