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Corona-Spätfolgen: Wenn das Herz stolpert

Corona-Infektionen können die Gesundheit längerfristig beeinträchtigen. Das zeigen immer mehr Untersuchungen aus vielen Ländern. Ein Organ, das besonders häufig betroffen ist, ist das Herz. Menschen, bei denen bereits eine Herzerkrankung besteht, sind besonders gefährdet. Aber auch nicht vorerkrankte Menschen sollten die Frühwarnzeichen kennen. Denn schon nach mildem Corona-Verlauf ist das Risiko für eine Herzinsuffizienz ein Jahr später noch deutlich erhöht.

Risiko für eine Herzinsuffizienz steigt nach einer Corona-Infektion

Zu den Spätfolgen einer Corona-Infektion gibt es nach und nach immer mehr Erkenntnisse. Das Herz gehört zu den Organen, die vergleichsweise häufig von Spätfolgen betroffen sind. Gerade Patienten, die einen schweren Covid-Verlauf hatten, sind gefährdet. Ähnliche Effekte kennt man übrigens schon von früheren Coronavirus-Epidemien mit Sars-CoV und Mers-CoV.

Eine große US-amerikanische Studie mit 150.000 Teilnehmern fand heraus, dass Covid-Patienten ein Jahr nach der Erkrankung ein 72 % höheres Risiko für eine Herzinsuffizienz hatten als Personen, die sich nicht mit Corona infiziert hatten. Die Wissenschaftlerinnen gaben an, dass auf 1000 Infizierte 12 zusätzliche Fälle von Herzinsuffizienz kommen. Das Risiko war selbst für diejenigen erhöht, die vorher keine Anzeichen für eine Herzerkrankung hatten.

Eine häufig beschriebene Störung ist neben akutem Herzversagen und Herzinsuffizienz die Herzrhythmusstörung. Dabei kann es sowohl zu schnellerem Herzschlag (Tachykardie), verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie) und Aussetzern kommen. Diese Formen lassen sich weiter unterteilen, z. B. danach, welche Erregungsleitung am Herzen gestört ist, welche Ursache die Störung hat und wo sie auftritt.

Das Herz schlägt normalerweise in Ruhe zwischen 60 und 90 Mal. Nachts sinkt die Frequenz auf 45 bis 55 Schläge pro Minute. Bei seelischer oder körperlicher Belastung kann der Puls auch auf 160 bis 180 Schläge pro Minute steigen. Dieser kurzfristige Anstieg ist völlig normal. Grund zur Sorge besteht aber, wenn der Herzschlag auch in Ruhe über 100 steigt, es zu Herzrasen, Herzstolpern und Aussetzern kommt. Patienten erleben dabei nicht selten starke Angst und Panikattacken. Es kommt zu Luftnot, einem Engegefühl in der Brust und Schweißausbrüchen.

Diese Warnzeichen sollten auf jeden Fall ernst genommen werden. Aber auch andere Symptome können ein Frühwarnzeichen sein. Dazu gehören Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheit, Bewusstseinsverlust oder auch Krampfanfälle.

Vielfältige Entstehungsmechanismen für Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen als Spätfolge einer Corona-Infektion können auf ganz unterschiedliche Weise entstehen. Das Virus ist oft nicht direkt dafür verantwortlich, sondern verstärkt vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankungen, weil die „Herz-Reserve“, die den Zustand vor der Infektion noch stabil hielt, aufgrund der erhöhten körperlichen Belastung durch die Erkrankung zusammenbricht. Die Herzrhythmusstörungen werden von Kardiologinnen als das Ergebnis einer systemischen Erkrankung verstanden. So kann eine Sauerstoffunterversorgung aufgrund von Lungenschäden durch Covid Herzrhythmusstörungen auslösen. Aber auch Herzmuskelentzündungen, eine überschießende Immunreaktion, verstopfte Herzkranzgefäße, eine Störung des Elektrolythaushalts oder ein Lungenhochdruck können die Ursache sein – alles mögliche Folgen einer Corona-Infektion, insbesondere bei schweren Verläufen. Aber auch Nebenwirkungen von Medikamenten, die zur Behandlung von Corona-Symptomen gegeben werden, können später noch zu Herzrhythmusstörungen beitragen.

Derzeit gibt es noch keine speziellen Empfehlungen für Herzrhythmusstörungen nach Corona. Die Störungen werden deshalb nach den allgemeingültigen Leitlinien behandelt. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Elektrolyten zu. Für einen normalen Herzrhythmus sind physiologische Spiegel von Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium essenziell. Patienten, die gefährdet sind für Herzrhythmusstörungen, sollten bei ihrer Ernährung auf eine ausreichende Zufuhr dieser Mineralien achten. Magnesium ist z. B. in Blattgemüsen, Bohnen, Erbsen, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten. Kalium in Bananen, Karotten, Kohlrabi, Avocado, Tomaten, Nüssen und ebenfalls Vollkornprodukten.

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