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Die Zecken werden aktiv – auch in 2 neuen FSME-Risikogebieten

Laut der Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts (RKI) gibt es neue Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In den letzten Jahren dehnten sich diese immer weiter aus. Mittlerweile beträgt die Zahl der FSME-Risikogebiete mehr als 180 Kreise.
Die meisten dieser Regionen liegen weiterhin im Süden Deutschlands, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg. Weitere befinden sich u. a. in Südhessen, Sachsen, Thüringen und Brandenburg, einzelne auch in anderen Bundesländern.
Nun gibt es 2 neue Risikogebiete: den Landkreis Nordsachsen, der an bestehende Risikogebiete grenzt, und in Sachsen-Anhalt den Stadtkreis Halle (Saale).
Wichtig für die Praxis: Zecken kommen bundesweit vor. Die Benennung eines Risikogebietes bedeutet daher nicht, dass es ausschließlich dort zu infizierten Zeckenbissen kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist dort jedoch deutlich erhöht.
Was ist FSME?
Bei der FSME handelt es sich um eine Virusinfektion, die das zentrale Nervensystem betreffen kann. In schweren Fällen kommt es zu Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks.
Übertragen wird das Virus in erster Linie durch den Stich infizierter Zecken, meist des Gemeinen Holzbocks. Anders als bei manchen anderen Infektionen erfolgt die Übertragung bereits beim Stich selbst. In seltenen Fällen kann das Virus auch über Rohmilchprodukte infizierter Tiere übertragen werden.
Nicht jede Infektion führt zu Beschwerden. Viele Betroffene bemerken die Erkrankung gar nicht oder entwickeln zunächst nur unspezifische Symptome.
Typisch ist ein zweiphasiger Verlauf:
Erste Phase (nach etwa 7–14 Tagen):
- Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Abgeschlagenheit
- grippeähnliche Beschwerden
Bei einem Teil der Erkrankten folgt nach einer kurzen symptomfreien Phase eine zweite Krankheitsphase. Dann kann es zu neurologischen Beschwerden kommen, etwa:
- starke Kopfschmerzen
- Nackensteifigkeit
- Gleichgewichtsstörungen
- Lähmungserscheinungen
In schweren Fällen kann die Entzündung das Gehirn oder Rückenmark betreffen und langfristige neurologische Schäden hinterlassen.
Wer sollte sich impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Menschen
- die in FSME-Risikogebieten leben
- die dort arbeiten oder viel Zeit im Freien verbringen
- oder die in entsprechende Regionen reisen.
Das betrifft beispielsweise Menschen, die z. B. mit Hunden oder Pferden unterwegs sind, Wandernde, Campende, Forst- oder Landwirtschaftsbeschäftigte.
Impfschema und Auffrischung
Für einen vollständigen Schutz sind 3 Impfungen erforderlich:
- erste Dosis
- zweite Dosis nach 2 bis 12 Wochen (je nach Impfstoff)
- dritte Dosis nach 5–12 Monaten
Nach der Grundimmunisierung wird eine Auffrischung nach jeweils 3 bis 5 Jahren empfohlen, bei älteren Menschen teilweise häufiger. Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr dürfen die Impfung erhalten.
Vorsicht auch im Urlaub
FSME ist kein ausschließlich deutsches Problem. Auch in vielen anderen europäischen Ländern kommt das Virus vor. Zu den wichtigsten internationalen Risikogebieten zählen vor allem Regionen in Mittel-, Ost- und Nordeuropa. Besonders verbreitet ist FSME in Österreich, wo praktisch das gesamte Land als Endemiegebiet gilt. Auch in der Schweiz, in Tschechien, der Slowakei, Polen und Slowenien werden regelmäßig Infektionen gemeldet. Weitere Risikoregionen liegen u. a. in Ungarn, in den baltischen Staaten sowie in Teilen von Schweden und Finnland. Auch einzelne Regionen in Norditalien und Kroatien gelten als betroffen.
Für die reisemedizinische Beratung bedeutet das: Wer seinen Urlaub in ländlichen oder bewaldeten Regionen dieser Länder verbringt und sich dort viel im Freien aufhält, sollte sich ebenfalls gegen FSME schützen.
MT
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