

DiGA auf dem Vormarsch: Mehr Nutzung, messbare Erfolge

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wurden in Deutschland im Jahr 2020 mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz eingeführt. Seitdem können Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bestimmte Apps auf Rezept verordnen. Voraussetzung ist, dass die Anwendungen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und in das offizielle DiGA-Verzeichnis aufgenommen werden. Wie der dritte DiGA-Report des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) zeigt, waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 58 DiGA dort gelistet.
Nutzende bleiben dran
Bis Ende 2025 wurden rund 1,6 Millionen Freischaltcodes eingelöst, insgesamt kamen DiGA bereits über 1,7 Millionen Mal zum Einsatz. Allein im Jahr 2025 wurden etwa 690.000 Codes aktiviert. Damit zeigt sich deutlich: Digitale Anwendungen erreichen zunehmend den Versorgungsalltag. Nicht nur die Verordnungen steigen, auch die tatsächliche Nutzung verbessert sich. Laut Report zeigt sich eine deutlich höhere Therapietreue: Der Anteil der Patientinnen und Patienten, die ihre DiGA bis zum Ende der Verordnung nutzen, ist von 58 % im Jahr 2023 auf 75 % im Jahr 2025 gestiegen.
Digitale Helfer werden gut bewertet
DiGA werden nicht nur verordnet, sondern auch als hilfreich erlebt. Denn die Rückmeldungen der Anwendenden fallen überwiegend positiv aus:
- 69 % berichten, dass sie mehr über ihre Erkrankung und die Therapie gelernt haben
- 62 % erleben eine höhere Lebensqualität
- 60 % kommen im Alltag besser mit ihren Beschwerden zurecht
- 56 % nehmen positive Effekte auf ihre Gesundheit wahr
Schwerpunkt Psyche
Die Kategorie „Psyche“ führt mit 30 DiGA deutlich. Danach folgen: Muskeln, Knochen und Gelenke mit 7 Anwendungen sowie Hormone und Stoffwechsel (u. a. Adipositas, Diabetes) mit 6 Anwendungen. Damit stehen für viele Erkrankte passende digitale Therapieangebote zur Verfügung. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen, die eine kontinuierliche Begleitung erfordern.
Keine Frage des Alters
DiGA werden längst nicht nur von jüngeren, digitalaffinen Personen angewendet. Die größte Nutzergruppe stellen inzwischen die 50- bis 64-Jährigen mit rund 40 % dar. Auch der Anteil der über 65-Jährigen nimmt zu.
Der Report führt dies u. a. auf die demografische Entwicklung und die mit dem Alter steigende Krankheitslast zurück. Gleichzeitig zeigt sich: DiGA sind eine altersübergreifend nutzbare Therapieform.
Wirksamkeit belegt: DiGA bei Harninkontinenz
Wie gut digitale Therapien wirken können, zeigt eine randomisierte kontrollierte Studie unter der Leitung der Uniklinik Mainz, veröffentlicht in The Lancet Digital Health.
Untersucht wurde eine App-basierte Therapie für Frauen mit Harninkontinenz namens Kranus Mictera. Die Ergebnisse:
- Signifikante Reduktion der Inkontinenzsymptome
- Deutliche Verbesserung der Lebensqualität
- Nachhaltige Effekte über den Interventionszeitraum hinaus
Die DiGA basiert auf einem strukturierten, digital angeleiteten Beckenbodentraining. Gerade bei solchen Übungen ist die regelmäßige Durchführung entscheidend. Die Unterstützung durch eine App kann hierbei eine praktische Hilfe für die Patientinnen sein.
Beispiel Adipositas: Digitale Therapie mit Oviva
Auch für die DiGA Oviva Direkt bei Adipositas liegen belastbare Studiendaten vor. In einer randomisierten kontrollierten Studie zeigte sich: Nach 12 Wochen erzielten Nutzende eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 3,2 kg (3,2 %). Der Gewichtsverlust konnte über weitere Wochen stabil gehalten werden. Nach 6 Monaten liegt die durchschnittliche Gewichtsabnahme bei über 5 %.
Die DiGA kombiniert digitale Begleitung und Ernährungsberatung. Patientinnen und Patienten können so die neu erlernten Gewohnheiten im Alltag leichter umzusetzen.
MT
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