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Dr. Google & Co. – Selbstdiagnosen steigen an

Dass viele Menschen das Internet nutzen, um gesundheitliche Fragen zu klären, ist längst kein neues Phänomen mehr. Schwierig wird es immer dann, wenn Dr. Google & Co. einen Besuch in der ärztlichen Praxis ersetzen oder sogar falsche Diagnosen stellen. Wie reagieren Praxisteams richtig, wenn Patientinnen und Patienten mit einer Selbstdiagnose zu ihnen kommen?

91 % der Befragten einer aktuellen KKH-Umfrage haben bereits einmal im Internet nach Krankheiten und Symptomen gesucht. Besonders auffällig: 32 % recherchieren bewusst mit dem Zweck, sich einen Arztbesuch zu ersparen. Etwa 13 % geben an, schon einmal eine Selbstdiagnose gestellt zu haben, bei den 16- bis 34-Jährigen ist es sogar jeder Fünfte. Dabei nutzen 77 % klassische Suchmaschinen, 69 % vertrauen Webseiten von Krankenkassen oder Gesundheitsdienstleistern und 38 % greifen auf Angebote mit Künstlicher Intelligenz (KI) zurück.

KKH-Psychologin Isabelle Wenck kommentiert: „Wer im Netz nach Krankheiten und Symptomen googelt, macht erst einmal nichts falsch. In den meisten Fällen verbessert dies sogar die eigene Gesundheitskompetenz – vorausgesetzt, die Informationen sind seriös und aktuell.“ Gleichzeitig warnt sie aber vor der Flut von Diagnosen, die Laien überfordern und verunsichern können.

 

KI-Chatbots immer häufiger Ansprechpartner

Dr. Google hat nun Konkurrenz von Prof. ChatGPT und seinen Kollegen bekommen. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage vertrauen 55 % der Befragten den Antworten von KI-Chatbots in gesundheitlichen Fragen wie Symptomen oder Krankheitsursachen. Etwa 50 % geben an, damit ihre Symptome besser zu verstehen als bei einer herkömmlichen Internetsuche. Rund 30 % halten die Auskünfte von KI-Chatbots für ähnlich wertvoll wie eine ärztliche Zweitmeinung.

Allerdings zeigen die Daten auch Herausforderungen: 16 % der Befragten sind einer ärztlichen Empfehlung nicht gefolgt und haben stattdessen Aussagen eines Chatbots vertraut. 39 % sind unsicher, wie viele persönliche Gesundheitsdaten sie solchen Systemen anvertrauen sollten.

 

Was bedeutet das für die Praxis?

Viele Patientinnen und Patienten nutzen die Online-Recherche inzwischen gezielt, um sich auf einen Termin in der ärztlichen Praxis vorzubereiten. Das kann durchaus hilfreich sein, denn wer sich vorab informiert, stellt oft konkretere Fragen und kann Beschwerden besser einordnen. Gleichzeitig birgt die Internetrecherche auch Risiken: Die Vielzahl an möglichen Diagnosen kann Ängste verstärken oder im Gegenteil eine trügerische Sicherheit vermitteln. Manche Betroffene fühlen sich nach dem Googeln eher verunsichert und neigen dazu, Symptome falsch zu bewerten. Hinzu kommt, dass inzwischen auch KI-Chatbots als Gesundheitsberater genutzt werden. Sie liefern häufig verständliche und strukturierte Antworten, ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnostik. Je nach Datenbasis und Fragestellung können die Ergebnisse ungenau, missverständlich oder sogar falsch sein und so Ängste schüren.

 

Richtige Patientenaufklärung 

In Gesprächen mit Patientinnen und Patienten können Sie auf die Stolperfallen bei der medizinischen Internetrecherche hinweisen. 

  • Erklären Sie, welche Quellen zuverlässig sind, z. B. Webseiten von Kliniken, fachärztlichen Praxen, Gesundheitsverbänden oder Krankenkassen. Vorsicht ist geboten bei Beiträgen in Social Media, Foren oder gewerblichen Seiten, die etwas verkaufen möchten.
  • Reichen Sie selbst seriöses Infomaterial an die Patientinnen und Patienten weiter.
  • Seien Sie verständnisvoll, wenn Menschen durch die eigene Recherche stark verunsichert in die Praxis kommen.
  • Betonen Sie, wie individuell Symptome und Diagnosen sein können und dass Rückschlüsse ohne ärztliche Untersuchung in vielen Fällen falsch sind.

 

MT

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