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Emoji-Skala bildet Schmerzen korrekt ab

Emojis begegnen uns überall: auf dem Smartphone, in E-Mails und in der Werbung. Auch in der Schmerzmedizin könnten sie künftig häufiger anzutreffen sein. Ein amerikanisches Forscherteam fand heraus, dass sich Schmerzen genauso gut mit emojibasierten wie mit numerischen Skalen erfassen lassen.

Jede Medizinische Fachangestellte kennt das: Wenn Patienten Schmerzen beschreiben sollen, kann es schwierig werden. Ärztinnen und Ärzte setzen deshalb Schmerzfragebögen ein, die Schmerzgeplagte ausfüllen. Damit sind zum einen diagnostische Einschätzungen möglich, zum anderen dienen die Erhebungen auch der Verlaufs- und Qualitätskontrolle.
 

Schmerzen erfassen mit Emoji-Skala versus Numerische Skala

Ein Team der Harvard Medical School in Boston veröffentlichte kürzlich eine Studie, in der der Einsatz von konventionellen numerischen Skalen mit emojibasierten Skalen zur Schmerzerfassung verglichen wurde. Bei Fragebögen zu Ängsten oder Stimmung werden Emojis schon länger eingesetzt. In diese Studie wurden im Zeitraum von Oktober 2021 bis Januar 2022 alle Menschen eingeschlossen, die in einer Notaufnahme oder in einer Chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses behandelt wurden. Unabhängig davon, ob sie wegen Schmerzen vorstellig wurden oder nicht, wurden alle 109 Personen befragt.

Der Skala von 6 Emojis wurden Zahlenwerte von 0, 2, 4, 6, 8 und 10 zugeordnet, um sie statistisch auswerten zu können. Dabei stand der niedrigste Wert 0 für „kein Schmerz“ und 10 für „schlimmster Schmerz“. Die klassische Vergleichsskala reichte von 1 bis 10. Welche Skala die Befragten zuerst ausfüllten, unterlag dem Zufallsprinzip. 90 % der durchschnittlich 65 Jahre alten Patienten, etwas mehr Männer als Frauen, gaben Schmerzen an (98 von 109 Personen). Diese betrafen zu rund 46 % das Abdomen, zu je rund 14 % Brust oder Rücken und zu knapp 13 % die Extremitäten.
 

Kein wesentlicher Unterschied

Eine Studiengruppe füllte zuerst die emojibasierte Skala aus, die andere die numerische Skala. Die Forschenden konnten keinen nennenswerten Unterschied der gemachten Angaben finden. Sie kommen wegen des hohen Übereinstimmungsgrades zu dem Schluss, dass „Emojis, die sich leicht auf digitalen Plattformen abbilden ließen, eine kostengünstige Alternative zu numerischen Rating-Skalen darstellen könnten.“ Allerdings war die Patientenstichprobe relativ klein und nicht ausgewogen genug, da sie willkürlich zusammengestellt wurde. Ergänzende wissenschaftliche Untersuchungen seien daher erforderlich.
 

Welt-Emoji-Tag jedes Jahr im Juli

Emojis sind aus der digitalen Kommunikation kaum noch wegzudenken. Wann und wie sie entstanden sind, erklärt dieser Artikel. Das Icon ? steht seit 2012 für schmerzgeplagtes Gesicht. Jedes Jahr am 17. Juli wird der Welt-Emoji-Tag begangen, das nächste Mal am 17. Juli 2023. Dann werden auch wieder die beliebtesten Emojis in drei Kategorien gekürt: beliebtestes neues Emoji, am meisten erwartetes Emoji und häufigstes Emoji. In letzterer Kategorie siegte 2021 übrigens – wenig überraschend – das Spritzen-Emoji?.

Aber Vorsicht: Nicht immer und überall ist die Kommunikation mit Emojis unproblematisch. Das musste 2018 der GKV-Spitzenverband erfahren, als er mit seiner Emoji-Liste zu Krankheiten einen social-media-Shitstorm auslöste.
 

Was ein evidenzbasierter Schmerzfragebogen erfasst

Bezüglich geprüfter Informationen zu Schmerzfragebögen empfiehlt sich beispielsweise die Website der Deutschen Schmerzgesellschaft. Dort können auch Muster angeschaut und Formulare für den privaten Gebrauch heruntergeladen werden. Ein wissenschaftlich geprüfter Schmererfassungsbogen erfragt:

  • Lokalisierung, Beschreibung des Schmerzes
  • Psychisches Befinden
  • bisherige Behandlungen
  • Medikation
  • Vorerkrankungen
  • Demografische Angaben
  • Versicherungs- und sozialrechtliche Angaben
  • Einschätzung der Lebensqualität.

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