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Sehstörungen: Wann sind sie ein Notfall?

Plötzlich flackert es vor den Augen, das Bild wird unscharf oder ein Teil des Sichtfelds fällt aus. Kommen Patientinnen und Patienten mit solchen Symptomen in die Praxis, gilt es, schnell einzuschätzen, ob ein Notfall vorliegt, um bleibende Schäden zu verhindern.

Manchmal äußern sich Sehstörungen etwas diffus. Betroffene überlegen häufig erst eine Weile, ob sie sich die Symptome einbilden oder sie einfach etwas ins Auge bekommen haben. Nicht selten führt sie ihr erster Weg in die Hausarztpraxis anstatt direkt zur augenärztlichen Praxis. Doch einige Beschwerden sollten sofort hellhörig machen, vor allem, wenn sie neu auftreten und sich rasch entwickeln. Dann ist eine umgehende Weiterleitung an eine Fachpraxis oder sogar an eine Augenklinik ratsam.

  • Lichtblitze, „Rußregen“, Schatten im Sichtfeld

Diese Sehstörungen können auf eine Netzhautablösung hindeuten. Viele Betroffene beschreiben Blitze oder plötzlich vermehrte schwarze Punkte, später auch einen dunklen Vorhang. Ohne schnelle Behandlung droht bleibender Sehverlust. 

  • Plötzlicher Sehverlust oder deutliche Sehverschlechterung

Wenn ein Auge von jetzt auf gleich schlechter sieht oder das Bild ganz ausfällt, kommen u. a. Gefäßverschlüsse der Netzhaut, Entzündungen des Sehnervs, eine Glaskörperblutung oder auch ein Schlaganfall infrage. Bei allen handelt es sich um medizinische Notfälle, die schnellstmöglich eine Behandlung in der Klinik erfordern. 

  • Starke Schmerzen plus Sehstörung

Ein akuter Glaukomanfall äußert sich oft mit heftigem Augenschmerz, gerötetem Auge, Übelkeit und Sehstörungen wie Farbkreisen um Lichtquellen. Auch hierbei sollte umgehend eine Behandlung in einer Augenklinik erfolgen.

  • Doppelbilder oder Gesichtsfeldausfälle

Neu auftretende Doppelbilder oder „blinde Flecken“ können auch neurologische Ursachen haben, z. B. Nervenlähmungen oder einen Schlaganfall. In solchen Fällen gilt: nicht abwarten. Betroffene sollten umgehend augenärztlich oder neurologisch vorgestellt werden. 

 

Dringend, aber meist kein Notfall

Viele Augenerkrankungen entwickeln sich langsamer. Sie sollten behandelt werden, erfordern aber in der Regel keine sofortige Notfallversorgung:

  • Grauer Star (Katarakt)

Die Sehschärfe nimmt allmählich ab, das Anfangsstadium merken Betroffene häufig gar nicht. Mit der Zunahme verschwimmen Kontraste, die Blendempfindlichkeit steigt. Üblicherweise treten keine Schmerzen auf. 

  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Gerade Linien erscheinen verzerrt, das zentrale Sehen wird schlechter. Auch hier verläuft die Entwicklung meist schleichend. Lesen oder Gesichter erkennen fällt zunehmend schwer, während das äußere Gesichtsfeld oft lange erhalten bleibt. 

  • Diabetische Retinopathie

Bleibt oft lange unbemerkt, später zeigen sich verschwommenes Sehen oder dunkle Flecken. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind entscheidend. Ursache sind Schäden an den feinen Gefäßen der Netzhaut, die unbehandelt bis zum Sehverlust führen können. 

 

Häufig und oft harmlos 

Nicht jede Sehstörung ist gleich bedrohlich. Einige Ursachen sind häufig und vergleichsweise ungefährlich. Trotzdem sollte bei neu auftretenden Symptomen eine Abklärung durch eine fachärztliche Praxis (meist augenärztlich oder neurologisch) erfolgen. 

  • Migräne mit Aura

Flimmern, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldausfälle bauen sich innerhalb weniger Minuten auf und klingen meist nach 20 bis 60 Minuten wieder ab. Oft folgen andere Migränesymptome wie starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

  • Trockene Augen

Brennen, Fremdkörpergefühl und wechselnde Sehschärfe sind typisch bei viel Bildschirmarbeit oder trockener Luft. Oft helfen befeuchtende Augentropfen und eine ausreichende Trinkmenge.

  • Kreislaufbedingte Sehstörungen

Ein kurzes Schwarzwerden vor Augen, etwa beim schnellen Aufstehen, ist meist harmlos. Es kann u. a. durch niedrigen Blutdruck oder Medikamente verursacht werden. 

  • Mouches volantes („fliegende Mücken“)

Kleine Punkte oder Fäden im Sichtfeld sind häufig altersbedingt. Gefährlich wird es erst, wenn sie plötzlich deutlich mehr werden oder zusammen mit Lichtblitzen auftreten. 

 

Erste Einschätzung

Einige Merkmale können helfen, Sehstörungen grob einzuordnen, auch wenn sie keine sichere Diagnose ersetzen:

  • Plötzlich oder schleichend?
    Akute, plötzlich einsetzende Beschwerden sprechen eher für einen Notfall.
  • Ein Auge oder beide?
    Einseitige Sehstörungen deuten oft auf ein Problem im Auge selbst hin. Beidseitige Beschwerden können eher systemische oder neurologische Ursachen haben.
  • Dauerhaft oder kurzzeitig?
    Kurzzeitige, vollständig rückläufige Symptome sind häufig harmloser. 

 

MT

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