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Gewalt in der ZAP – Gefahr für die psychische Gesundheit

Nicht nur bei den Rettungsdiensten und in den Notaufnahmen verhalten sich Patienten zunehmend aggressiv, auch in Zahnarztpraxen häufen sich gewalttätige Übergriffe. Behalten Sie die Entwicklung in Ihrer Praxis im Blick und setzen Sie sich rechtzeitig im Team mit dem Thema auseinander. Dokumentieren Sie Übergriffe und werden Sie sensibel für gefährliche Situationen.

Fast jeder Mitarbeiter einer Zahnarztpraxis kann von Beschimpfungen, Gewaltandrohung, Nötigung oder Übergriffen im Praxisalltag berichten, insbesondere während des Notdienstes und beim Kontakt mit neuen Patienten.

Schon „kleine“ Attacken sind Gift für die Seele

Scheinbar unbedeutende, aber wiederholte verbale Attacken durch Patienten können traumatisieren. In der Folge kann es zu Flashbacks kommen, in denen die Betroffenen sich unwillkürlich an die belastende Situation erinnern und sie erneut durchleben, inklusive der belastenden Gefühle. So entstehen Stress und Erschöpfung. Häufen sich diese Situationen, kann es zu ernsthaften Erkrankungen kommen. „Steter Tropfen höhlt den Stein“ – häufige Gewalterfahrungen am Arbeitsplatz können zu einer ernsthaften Gefahr für die psychische Gesundheit der Betroffenen werden.

Wichtig: Auch scheinbar kleine Vorfälle müssen im Team thematisiert werden. Jedes Teammitglied muss wissen, dass es weder größere noch kleinere verbale oder körperliche Attacken klaglos hinnehmen muss.

Arbeitgeber und Team ziehen an einem Strang

Der Schutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor körperlichen und verbalen Übergriffen fällt in den Aufgaben- und Verantwortungsbereich des Arbeitgebers. Er trägt gegenüber seinen Beschäftigten eine Fürsorgepflicht (§ 618 Bürgerliches Gesetzbuch, BGB). Geben Sie dem Thema im Rahmen eines Teammeetings deshalb ausreichend Raum, indem Sie beispielsweise folgende Fragen besprechen:

  • Risikoermittlung: Wann und in welchen Situationen müssen wir mit Übergriffen rechnen?
  • Wie oft kommt es in unserer Praxis zu aggressivem Verhalten von Patienten?
  • Ist ein Anstieg der Gewalt zu erkennen?
  • Wie werden Aggressionen gegen Mitarbeiter ausgetragen? In der Praxis, am Telefon, im Netz?
  • Was sind die Auslöser für Aggression?
  • Wie fühlen sich die betroffenen Teammitglieder?
  • Was hilft den Betroffenen?
  • Wie können wir als Team gegenwirken und wie kann sich jeder Einzelne schützen?
  • Sollten wir einen Kurs zur Selbstverteidigung besuchen?
  • Wie können wir uns deeskalierend verhalten?
  • Sollten wir ein Deeskalationstraining besuchen?
  • Notdienst: Wie können wir sicherstellen, dass besonders in den späten Abend- und Nachtstunden nie ein Patient oder eine Patientin allein behandelt wird?


Unfallkassen haben die Gefahr erkannt

Sind Teammitglieder stark betroffen, raten die Unfallkassen zur Dokumentation im Unfallbuch der Praxis. Auch psychische Einwirkungen können eine Berufserkrankung auslösen. Starke traumatische Erfahrungen als Psychotrauma können bei der Unfallkasse angezeigt werden, sofern sie so stark sind, dass eine behandlungsbedürftige Belastungsreaktion eintritt.

Die Unfallkassen wissen um die Problematik und befassen sich seit Jahren mit den psychischen Belastungen, die durch Gewalt im Gesundheitswesen entstehen.

Zur Prävention von Gewalt und Aggression im Gesundheitsdienst bietet die Unfallkasse Hessen beispielsweise die DGUV Information Prävention von Gewalt und Aggression im Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege an.

Wir beraten Sie gerne

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail, wenn Sie sich unschlüssig sind, welche Fortbildung die Richtige für Sie ist oder sich über Zugangsvoraussetzungen informieren möchten.

Telefon: 089 45 22 80 90
E-Mail: info@pkv-institut.de

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