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Heiße Tage - hohes Gesundheitsrisiko

Gleißende Sonne, hohe Temperaturen und tropische Nächte – die Hitze bestimmt den Sommer 2026. Was für viele vor allem nervig ist, kann für ältere Menschen und chronisch Kranke lebensbedrohliche Folgen haben.

In ganz Europa hinterlässt der Hitzesommer seine Spuren. Auch in Deutschland sorgen die außergewöhnlich hohen Temperaturen für eine enorme Belastung. Und das hat für viele Menschen auch, teils schwerwiegende, gesundheitliche Folgen. Nach dem aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) führte die Hitze bislang schätzungsweise zu rund 5.100 hitzebedingten Todesfällen. Der größte Anteil hitzebedingter Sterbefälle entfällt auf die Altersgruppen ab 75 Jahren.

Hitze verschärft bestehende Erkrankungen

Nur selten sterben Menschen unmittelbar an der Hitze, etwa durch einen Hitzschlag. Meist bringt sie einen ohnehin belasteten Organismus an seine Grenzen. Vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Lungen- oder Nierenerkrankungen sowie neurologischen Erkrankungen wie Demenz tragen ein erhöhtes Risiko. 

Weil auf dem Totenschein in der Regel die Grunderkrankung und nicht die Hitze als Todesursache dokumentiert wird, tauchen hitzebedingte Todesfälle in der offiziellen Todesursachenstatistik häufig gar nicht auf. Das RKI berechnet sie deshalb mithilfe statistischer Modelle, die Sterbefälle in Hitzeperioden mit vergleichbaren Zeiträumen ohne starke Hitze vergleichen.

 

Menschen mit Diabetes besonders gefährdet

Menschen mit Diabetes reagieren besonders empfindlich auf Hitze. Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine auf dem Diabeteskongress vorgestellte, bisher unveröffentlichte Auswertung der Cochrane Collaboration. Demnach steigt während Hitzewellen das Sterberisiko von Menschen mit Diabetes um rund 20 %. Zudem erhöht sich das Risiko für einen diabetesbedingten Krankenhaus- oder Notaufnahmeaufenthalt um 12 %. Mit jedem Temperaturanstieg um 5 Grad nimmt das Sterberisiko laut der Analyse um weitere 13 % zu. Als mögliche Ursachen gelten u. a. Flüssigkeitsverluste, eine stärkere Kreislaufbelastung und eine erschwerte Blutzuckereinstellung.

Gerade ältere Menschen mit Diabetes oder mehreren Begleiterkrankungen sind bei Hitze gefährdet. Denn mit zunehmendem Alter lässt häufig das Durstgefühl nach. Gleichzeitig kann sich der Körper schlechter an hohe Temperaturen anpassen. Viele ältere Menschen trinken deshalb zu wenig und bemerken Warnzeichen wie Schwindel, Kreislaufprobleme oder Verwirrtheit erst spät. Eine eingeschränkte Mobilität oder das Alleinleben können das Risiko zusätzlich erhöhen.

Diese Personen sollten deshalb ausreichend trinken, körperliche Anstrengung möglichst meiden oder in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen und ihre Blutzuckerwerte bei großer Hitze häufiger kontrollieren.

Auswirkungen von Hitze auf Medikamente

Hohe Temperaturen beeinflussen nicht nur den Körper, sondern auch Medikamente. Besonders wichtig ist das bei Insulin. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt, Insulin stets bei 2 bis 8 Grad aufzubewahren und vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Es darf jedoch auch nicht eingefroren werden. Das gelte für Insulinpens, CGM-Sensoren, Blutglukosemessgeräte und -teststreifen sowie Insulinpumpen.

Auch andere Arzneimittel können bei Hitze zu anderen Wirkweisen und Nebenwirkungen führen als gewohnt. Dazu zählen u. a. Diuretika, Blutdrucksenker sowie einige Psychopharmaka. Sie können die Flüssigkeitsregulation verändern, den Kreislauf zusätzlich belasten oder die körpereigene Wärmeregulation beeinträchtigen. 

MT

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