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Herzgesundheit: 9 Faktoren, die den Unterschied machen

Am 29. September ist Weltherztag. 8 wichtige Stellschrauben – von Blutdruck und Bewegung bis zur Ernährung – können helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Schutzfaktor: Impfen. Denn gerade für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Infektionen das Herz zusätzlich belasten.

Viele Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen nicht plötzlich. Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte oder Diabetes können sich lange entwickeln, ohne Beschwerden zu verursachen. Unter dem Motto „Gib ACHT für ein starkes Herz“ nennt die Deutsche Herzstiftung zum Weltherztag deshalb 8 Faktoren, bei denen sich Vorsorge und Lebensstil besonders auswirken können. 

Dazu gehören:

  • Blutdruck: Regelmäßig kontrollieren und erhöhte Werte behandeln lassen.
  • Cholesterin: Werte kennen und bei Bedarf gegensteuern.
  • Gewicht: Übergewicht möglichst vermeiden oder reduzieren.
  • Rauchen: Am besten ganz darauf verzichten.
  • Blutzucker: Erhöhte Werte und Diabetes früh erkennen und behandeln.
  • Ernährung: Möglichst ausgewogen und pflanzenbetont essen.
  • Schlaf: Auf ausreichend und erholsamen Schlaf achten.
  • Bewegung: Regelmäßig körperlich aktiv sein.
     

Nicht alle Risiken lassen sich vermeiden. Viele beeinflussbare Faktoren lassen sich aber relativ einfach beeinflussen. Als MFA können Sie dafür einige Anknüpfungspunkte im Praxisalltag finden, beispielsweise beim Blutdruckmessen oder bei der Empfehlung von Vorsorgeuntersuchungen.
 

Herzschwäche regional ungleich 

Wie unterschiedlich die Belastung durch Herzerkrankungen in Deutschland ist, zeigt der aktuelle „Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Danach lebten 2024 rund 3,2 Mio. Menschen mit einer Herzinsuffizienz, also einer Herzschwäche. Das entspricht 5,5 % der Bevölkerung ab 30 Jahren.

Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit stark an. Bei Menschen ab 90 Jahren sind laut WIdO 35 % der Männer und 30 % der Frauen betroffen. Auch regional gibt es deutliche Unterschiede: In Hamburg liegt der Anteil bei 3,8 %, in Sachsen-Anhalt bei 8,9 %. Auf Kreisebene reicht die Spanne sogar von 2,8 % in Frankfurt am Main bis 13,9 % im Landkreis Mansfeld-Südharz.

Auffällig ist auch der Zusammenhang mit der sozialen Lage. In sozial und wirtschaftlich besonders benachteiligten Regionen sind 6,8 % der Menschen betroffen, in Regionen mit günstigen Bedingungen 4,4 %. Bekannte Risikofaktoren spiegeln sich ebenfalls in den Daten wider. Wo besonders viele Menschen rauchen, beträgt der Anteil der Betroffenen 6,6 %, in Regionen mit wenigen Rauchenden 4,7 %. Auch Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes gehen mit einer höheren Häufigkeit von Herzinsuffizienz einher.

Infekte belasten das Herz

Mit dem Herbst beginnt zugleich die Infektsaison. Gerade für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann eine Influenza mehr sein als einige Tage Fieber und Abgeschlagenheit. Infektionen lösen Entzündungsreaktionen aus und belasten den Kreislauf. Influenzaviren können zudem eine Herzmuskelentzündung auslösen. 

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Herzpatientinnen und -patienten deshalb die jährliche Grippeimpfung entsprechend den Empfehlungen der STIKO. Dabei gilt: Auch Geimpfte können an Influenza erkranken. Die Impfung bietet keinen vollständigen Schutz. Sie kann jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung und vor allem schwerer Verläufe und Komplikationen senken. Die Stiftung rät außerdem zu Impfungen gegen Corona, Herpes Zoster, Pneumokokken und RSV, weil diese Infektionen ebenfalls zu einer Belastung des Herzens führen können.
 

Impfen in der Praxis

Passend zum Beginn der Impfsaison startet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am 1. Oktober gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen die Kampagne „Impfen beim Profi“. Ärztliche Praxen können bereits jetzt kostenlos Poster und Infokarten für das Wartezimmer bestellen. Zusätzlich stellt die KBV Webbanner sowie Informationen zur Grippeschutzimpfung und zu weiteren Impfungen bereit.

 

MT

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