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Leisere Töne, aber hart in der Sache – Hausärzteverband hat neuen Chef

Der Hausärzteverband wählte beim 43. Deutschen Hausärztetag Dr. Markus Beier mit 115 von 119 Stimmen zum neuen Chef. Er war zuvor stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbands und ist seit 2018 Chef des Landesverbands in Bayern. Mit ihm vollzieht sich nicht nur ein Generationenwechsel, er setzt sich auch für Reformen ein. Die erste sichtbare: Die Mehrheit des Hausärzte-Vorstands ist nun weiblich.

Mehr Teamgeist

In seiner Vorstellungsrede setzte der neue Bundesvorsitzende Dr. Markus Beier Akzente: Er möchte alle an einen Tisch holen, die Arbeit auf mehr Schultern verteilen und alle 30.000 Mitglieder vertreten. Dafür baut er auf Teamgeist – wie er es nennt das „Team Beier“. Augenfälliges Merkmal des neuen Teams ist die neue Geschlechterparität: 5 von 9 Vorstandsmitgliedern sind Frauen.

Beier, Jahrgang 1970, studierte in Erlangen und Wien und praktiziert seit 2006 in einer Gemeinschaftspraxis in Erlangen. Er sagt, dass er ein politischer Mensch sei, so lange er zurückdenken kann. Und so engagiert er sich bereits seit 2004 im Hausärzteverband und rückte 2008 in den Vorstand des Bayerischen Landesverbandes auf.

Delegierte des Hausärztetags charakterisierten ihn als Mann der leiseren Töne, der ruhig und sicher zwischen verschiedenen Positionen zu vermitteln wisse. Außerdem sei er fleißig und strukturiert. In der Sache könne er aber durchaus hart und beharrlich kämpfen. So habe er sich zum Beispiel jahrelang dafür eingesetzt, dass die Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH) akademisiert würden. Die ersten 100 VERAH haben inzwischen ihr Studium an der Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) in Essen begonnen.
 

Engagement für die hausarztzentrierte Versorgung

Mit der Politik wolle er auf Augenhöhe zusammenarbeiten und sich für die hausarztzentrierte Versorgung einsetzen. Er setzt damit das Engagement seines Vorgängers Uli Wiegeldt fort. Beier will gegen Kommerzialisierung, Destrukturierung und Regionalisierung der medizinischen Versorgung vorgehen. Nach seiner Wahl sagte er: „Selektivverträge für Gesundheitsregionen, das führt zurück in die Kleinstaaterei, dann müssen Patienten am Ende womöglich für eine Hüft-Op in eine andere Region umziehen. Wenn man dieses System zerstören will, dann geht man diesen Weg weiter.“ Ihm schwebt vielmehr vor, den EBM zu reformieren und die ambulante hausärztliche Versorgung zu modernisieren.

Damit steht er stellvertretend für eine jüngere Generation an berufspolitisch Aktiven, die ein anderes politisches Miteinander ausprobieren wollen. Auch in anderen Berufsverbänden ist dieser Generationenwechsel spürbar, der weg vom Einzelkämpfer hin zum Teamgeist führt. Dazu gehört zum Beispiel Susanne Johna vom Marburger Bund oder Christine Neumann-Grutzeck vom Berufsverband Deutscher Internisten. Sie alle zeichnen sich durch einen feineren Zungenschlag aus.

Sie stehen für eine Generation, die einen zugewandten, positiven und konstruktiven Blick auf die Standes- und Gesundheitspolitik mitbringt. Darin liegt eine gute Chance, das Gesundheitssystems weiterzuentwickeln, Gräben zu überwinden und Lösungen für Probleme zu entwickeln, die schon lange bestehen und zuweilen als sehr verkrustet daherkommen. 

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