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Mangelernährung im Alter: Wie MFAs Warnzeichen erkennen und handeln

Mangelernährung im Alter ist ein häufig unterschätztes Problem. Gerade für MFAs, die Patientinnen und Patienten regelmäßig sehen oder Hausbesuche machen, bietet sich die Chance, frühzeitig Warnzeichen zu erkennen und darauf aufmerksam zu machen.

Von Mangelernährung spricht man, wenn der Körper über längere Zeit nicht ausreichend mit Energie, Eiweiß oder wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Das kann sowohl durch zu wenig Essen als auch durch eine unausgewogene Ernährung entstehen.

Typische Folgen sind:

  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Muskelschwäche und erhöhte Sturzgefahr
  • Infektanfälligkeit
  • verzögerte Wundheilung und erhöhte Neigung zu Dekubitus
  • Gedächtnisschwäche und Konzentrationsprobleme
  • Schwindel und Kopfschmerzen

 

Warnzeichen im Praxisalltag erkennen

Bei bekannten Patientinnen und Patienten fallen erfahrenen MFAs ernährungsbedingte Veränderungen oft als erstes auf. MFAs, die zu den Menschen nach Hause kommen, wie z. B. VERAHs erhalten noch bessere Einblicke in den Alltag. Sie können auf Folgendes achten:

  • Ist ausreichend Essen im Haushalt vorhanden?
  • Wirkt der Kühlschrank gut gefüllt oder eher leer?
  • Gibt es Hinweise auf einseitige Ernährung?
  • Sind Hilfsmittel vorhanden (z. B. leicht zu öffnende Verpackungen)?

Iris Schluckebier, ausgebildete MFA, VERAH und NäPa, sowie Expertin für Praxis- und Qualitätsmanagement, erzählt aus der Praxis: „Natürlich lässt sich niemand gerne von fremden Menschen in den Kühlschrank schauen. Hier ist ein bisschen Feingefühl gefragt. Wenn man beispielsweise um etwas zu trinken bittet, kann man vielleicht einen kurzen Blick auf die Lebensmittelvorräte erhaschen.“ Mit etwas Aufmerksamkeit könne man auch Hinweise auf die Ernährung und Selbstversorgungsmöglichkeiten der Personen erkennen. „Dann sieht man z. B. die abgelaufene Milch oder das angeschimmelte Brot.“ 

 

Check mit dem Barthel-Index (ADL-Test)

Für die Einschätzung über eine mögliche Mangelernährung hilft auch der sogenannte Barthel-Index (ADL-Test). Das ist ein standardisiertes Instrument zur Beurteilung der Selbstständigkeit im Alltag. Er erfasst grundlegende Fähigkeiten wie Essen, Körperpflege, Mobilität oder Toilettengang und wird vor allem in der Geriatrie, nach Krankenhausaufenthalten oder bei Pflegebedarf eingesetzt.

„Wer beim Essen, Einkaufen oder bei der Zubereitung von Mahlzeiten eingeschränkt ist, hat ein erhöhtes Risiko, nicht ausreichend versorgt zu sein“, erklärt Iris Schluckebier.

In der Praxis wird der Barthel-Index meist im Rahmen der geriatrischen Diagnostik erhoben.

 

Was können MFAs tun?

Natürlich sind MFAs weder Pflegekräfte noch Ernährungsberaterinnen. „MFAs können sowohl die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte als auch die Betroffenen selbst und ihre Angehörigen oder Pflegekräfte auf den Zustand aufmerksam machen“, sagt Iris Schluckebier. Dabei sei es wichtig, sensibel und wertschätzend auf die Menschen zuzugehen. Denn vielen älteren Personen ist es sehr unangenehm, sich nicht mehr selbst ausreichend versorgen zu können. Dabei sind die Gründe meistens nicht selbst verschuldet:

  • Geschmack und Geruchssinn verändern sich im Alter und führen zu nachlassendem Appetit.
  • Kau- und Schluckprobleme können zunehmen.
  • Erkrankungen und Medikamente beeinflussen Hunger, Verdauung oder Nährstoffaufnahme.
  • Essen verliert an Bedeutung, wenn man einsam ist.
  • Einkaufen und Kochen werden durch mangelnde Mobilität schwieriger.
  • Viele ältere Menschen haben nur noch ein geringes Budget für Lebensmittel.

 

Eiweiß im Fokus: veränderter Nährstoffbedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie betont in der Pressemitteilung zu ihrem neuen Patientenflyer, dass ältere Menschen häufig mehr Protein benötigen als jüngere, um ihre Muskelmasse zu erhalten. 

Um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten, gibt es praktische Tipps, u. a.:

  • Energie anreichern: Speisen gezielt z. B. mit Öl, Butter oder Sahne ergänzen.
  • Kalorienreiche Snacks nutzen: u. a. Joghurtgetränke, Grießbrei mit Sahne oder Käse-Snacks.
  • Eiweißzufuhr steigern: etwa durch Quark als Brotaufstrich, Ei in Suppen oder Käse über Gemüse.
  • Proteinreiche Snacks einbauen: z. B. Obstquark, Joghurt mit Nussmus oder ein gekochtes Ei.
  • Hochkalorische, eiweißreiche Trinknahrung (nach ärztlicher Rücksprache)

 

Pille statt Obst und Gemüse?

Für betroffene Patientinnen und Patienten oder deren Angehörige kann die Schlussfolgerung naheliegen, die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen durch Nahrungsergänzungsmittel zu unterstützen. Iris Schluckebier rät vom pauschalen Einsatz ab. „Nahrungsergänzungsmittel sollten nur bei einem ärztlich festgestellten Mangel eingenommen werden.“

 

Infomaterial

Die neuen Flyer der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie können Sie hier herunterladen.

 

MT

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