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MFAs fordern, Impfzentren offen zu halten

In der vergangenen Woche berichtete das PKV Institut über die Forderung der Hausärzte, der Kinder- und Jugendärzte sowie des Weltärztebundes, die Impfzentren zu schließen. Die Zentren offen zu halten sei „rausgeschmissenes Geld“. Die Arztpraxen könnten die Impfung allein übernehmen. Mit dieser News lösten wir unter MFAs einen Sturm der Entrüstung aus.

Kaum war die News bei Facebook erschienen, kamen die ersten Kommentare: „Bitte nicht. Wir können langsam nicht mehr“, „Bloß nicht!“, „Das soll wohl ein Witz sein“ und „Das halte ich für ein Gerücht!“ lauteten die teils entrüsteten, teils ungläubigen Stimmen. Ri Ke Beurer spricht vielen MFAs aus der Seele: „Wenn wir Richtung Herbst mit dem Auffrischen anfangen müssen und es weiterhin nur Mehrdosenvials gibt und keine Fertigspritzen, dann bitte keinesfalls Impfzentren schließen. Wir arbeiten seit April an der Belastungsobergrenze.“

Britti Pitti denkt ebenfalls bis in den Herbst voraus. Sie schreibt: „So ein Blödsinn! Wir brauchen Unterstützung! Es gibt weiterhin die Impfungen gegen Corona. Die Auffrischungen. Bald kommen die Grippeimpfungen. Und dann dürfen alle wieder reisen. Also gibt es die Reiseimpfungen. Das sollte alles von den Impfzentren oder von speziellen Impfpraxen (gibt es die schon?) übernommen werden. Und in den Arztpraxen kann wieder normale Medizin laufen.“
 

Ruf nach einer starken Gemeinschaft

In der eigenen Praxis können MFAs zwar den Praxisinhaber bitten, eine Zusatzkraft einzustellen oder die Arbeit anders zu organisieren. An der grundsätzlichen Situation ändert das jedoch nichts. Deshalb fordert Carina Hellmold ein starkes Bündnis aus MFAs: „So langsam sollte man sich echt mal zusammen tun und sich den ganzen Mist nicht mehr bieten lassen. Auch wenn wir keine Gewerkschaften haben, die für uns kämpfen, doch so langsam sollten wir mal den Mund aufmachen und sagen, wie es wirklich ist.“
 

Die Reaktionen seitens der Verbände

Das PKV-Institut bat sowohl den Verband medizinischer Fachberufe e.V. als auch den Deutschen Hausärzteverband um Statements zu der Frage, wie die Situation der MFAs sich verbessern ließe. Der VmF reagierte nicht. Doch von Ulrich Weigelt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, kam folgende Stellungnahme: „Die aktuelle Überlastung der MFA in den Praxen hängt nicht an der Durchführung der Impfungen selbst, sondern an der anhaltenden Unzuverlässigkeit bei der Versorgung der Praxen mit Impfstoffen. Weil diese trotz zugesagter Liefermengen immer wieder kurzfristig ausfallen oder nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen, müssen entsprechend Termine abgesagt und verschoben werden. Das erzeugt massiven Organisationsstress, ganz zu schweigen vom Unmut der Patienten, die dann trotz Terminvereinbarung nicht geimpft werden können. Gebt uns genügend Impfstoff, dann fällt diese völlig überflüssige Belastung für die MFA auch weg!“

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