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Neue S1-Leitlinie informiert zu Post-Covid und Long-Covid

Seit eineinhalb Jahren leben wir mit der Corona-Pandemie. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass allein in Deutschland über 3.646.000 Genesene leben. Wie geht es ihnen heute? Etwa 15 Prozent dieser Patienten sind klinisch gesund, haben also keine Coronaviren mehr im Körper. Dennoch leiden sie unter nachfolgenden Beschwerden, sie haben Post-Covid oder Long-Covid. Bei Diagnostik und Therapie unterstützt nun eine neue S1-Leitlinie.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) holte 16 weitere Gesellschaften, Versicherungen und Spezialzentren an einen Tisch, um die S1-Leitlinie "Post-COVID/Long-COVID" zu formulieren. Ergebnis ist ein 76 Seiten langes Dokument. Darin definieren die Autoren Post-Covid und Long-Covid, sie beschreiben die Folgen für Lunge, Herz, Haut, Hirn, Geruchssinn u.v.m. Häufig gestellte praxisrelevante Fragen werden beantwortet, z. B.: „Sollte jeder Post-COVID-19-Patient ein kardiales MRT erhalten?“ oder: „Welche klinischen Manifestationen finden sich bei Kindern- und Jugendlichen?“
 

Es geht nicht ohne differenzierte Diagnose

Die Krankheit verabschiedet sich nur langsam. Dass die Spätfolgen sehr individuell sind, zeigt die Anzahl der Symptome. In einer Umfrage nannten die Betroffenen 200 verschiedene Beschwerden, darunter besonders häufig Müdigkeit, geringe Belastbarkeit und Konzentrationsschwierigkeit – auch „Brain Fog“ (Nebel im Gehirn) genannt. Es macht die Diagnose nicht einfacher, dass diese 200 Beschwerden sehr unterschiedlich kombiniert auftreten. Für den Hausarzt ist bei der Diagnose daher wichtig, auch andere Erkrankungen zu bedenken und möglicherweise auszuschließen.
 

Waisenkinder durch Corona

Eine ganz andere Folge der Corona-Pandemie ist der Verlust eines geliebten Menschen. Eine Londoner Studie hat nun zum ersten Mal die Perspektive von Kindern eingenommen. Weltweit verloren 1,1 Millionen Jungen und Mädchen einen Elternteil oder einen Großelternteil, der für sie sorgte, durch COVID-19. Zähle man weitere im Haushalt lebende ältere Angehörige hinzu, seien es 1,5 Millionen Kinder, die um eine Betreuungsperson trauern.
 

Versteckte Folge der Pandemie

Die wissenschaftlich hochgerechneten Zahlen beziehen sich nur auf den Zeitraum von März 2020 bis April 2021. Sie dürften also noch höher liegen. Besonders dramatisch sei die Lage in Südafrika, Mexiko, Brasilien und Kolumbien. Es fällt besonders auf, dass die Zahl der Kinder, die ihren Vater verloren, zwei- bis fünfmal so hoch ist wie die Zahl der Kinder, deren Mutter an Corona gestorben ist. Die Forscher sprechen von einer bisher versteckten Folge der Corona-Pandemie. Nun gelte es, die Familien mit Waisenkindern finanziell und psychologisch zu unterstützen.

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