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Rund 3,5 % aller neuen Ausbildungsverträge 2023 betreffen MFAs

Im Jahr 2023 wurden bundesweit 489.183 Verträge für die anerkannte duale Berufsausbildung geschlossen. 16.917 junge Menschen entschieden sich, Medizinische Fachangestellte zu werden.

Die gute Nachricht zuerst: Medizinische Fachangestellte wollen immer noch viele junge Menschen werden. Von den bundesweit 16.917 Neuausbildungsverträgen von MFAs, die bis 30. September 2023 abgeschlossen wurden, fielen15.219 auf Westdeutschland und 1.698 auf Ostdeutschland.

Ein Jahr zuvor waren bundesweit 17.406 Neuausbildungsverträge zu MFAs abgeschlossen worden (15.741West, 1.665 Ost). Im Jahr 2021 sah die Verteilung so aus: 17.841 gesamt (16.227 West, 1.614 Ost). Aber auch die Zahlen der insgesamt abgeschlossenen Ausbildungsverträge differieren: 2022 waren es 475.143, 2021 473.064. Noch interessanter ist der 10-Jahres-Vergleich: Im Jahr 2013 entfielen von 529.542 Ausbildungsverträgen insgesamt 13.875 auf MFAs (12.525 West, 1.350 Ost).
 

Nach Coronakrise wieder mehr Neuabschlüsse

Während der Coronapandemie war die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um 11 % auf rund 467.500 Verträge gesunken. Inzwischen erholt sich der Ausbildungsmarkt langsam, stellen die Autoren des Berichtes „Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2023“ fest. Trotzdem konnte der Stand vor Corona noch nicht wieder erreicht werden.
 

Passen Angebot und Nachfrage zusammen?

Mehr Jugendliche interessierten sich für eine duale Ausbildung und auch das Berufsausbildungsgesamtangebot stieg auf 562.600 Stellen. Damit waren mehr Ausbildungsstellen als Bewerbende vorhanden. In anderen Worten: 73.400 Ausbildungsstellen blieben 2023 deutschlandweit unbesetzt – was einen neuen Höchstwert darstellt. Gleichzeitig suchten 63.700 junge Menschen noch nach einem Ausbildungsplatz. Das Phänomen, dass einem gegebenen Ausbildungsplatzangebot immer weniger Nachfragende zur Verfügung stehen, wird als erweiterte Angebots-Nachfrage-Relation (eANR) bezeichnet und nimmt seit 2009 stetig zu.

Erhebliche regionale Unterschiede

Auf Bundesländerebene zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede. Während in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen jeweils mindestens 105 Ausbildungsplatzangebote auf 100 Ausbildungsplatznachfragende kommen, sieht das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in Berlin, Bremen und Hamburg sowie in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ungünstiger aus. In Berlin suchte etwa jede 4. Bewerbende erfolglos eine Ausbildungsstelle. In Brandenburg lag die Quote bei 16,3 %, in Schleswig-Holstein bei 15,5 %, in NRW und Bremen bei je 14,4 %. In Bayern fanden nur 5,5 % der Suchenden keinen Ausbildungsplatz. Zur interaktiven Karte geht es hier.
 

So viele MFA- und ZFA- Ausbildungsstellen blieben 2023 unbesetzt

Auch im Engpassberuf Medizinische Fachangestellte gab es bundesweit 1.713 unbesetzte Ausbildungsplätze bei gleichzeitig 1.095 „unversorgten Bewerbern ohne Alternative“ und 1.377 „unversorgten Bewerbern mit Alternative“.

Bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten wurden bundesweit 13.887 neue Ausbildungsverträge geschlossen (12.360 West, Ost 1.527). Unbesetzt blieben bundesweit 2.784 Stellen (2.622 West, 162 Ost).

Die Analyse weist darauf hin, dass regionale Mobilität als ein Schlüsselfaktor gilt, um Passungsprobleme zu verringern. Allerdings ist vielen Jugendlichen Mobilität nur begrenzt möglich. Sie gelangen „als Folge zu großer Distanzen, zum Teil auch ungünstiger Verkehrsanbindungen oder entstehender Wohnkosten“ nicht in die Regionen, in denen es mehr unbesetzte Ausbildungsplätze gibt.
 

Das Beliebtheitsranking

Medizinische Fachangestellte gehören nach wie vor zu den beliebtesten Berufen bei Frauen. Im vergangenen Jahr wurden allerdings mehr Ausbildungsverträge für die „Kauffrau für Büromanagement“ als für MFAs geschlossen.

Das sind die TOP 10 der Ausbildungsberufe im Jahr 2023:

Rang

Beruf

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

davon männliche Azubis in %

davon weibliche Azubis in %

1

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in

23.517

93,3

6,6

2

Kaufmann/ -frau für Büromanagement

23.442

29

71

3

Verkäufer/-in

20.658

50,4

49,6

4

Fachinformatiker/-in

19.080

89,8

10,1

5

Medizinischer Fachangestellte/-r

16.917

5

95

6

Kaufmann/-frau im Einzelhandel

16.506

52,8

47,1

7

Industriekaufmann/-frau

16.473

47,9

52

8

Elektroniker/-in

15.342

96,8

3,1

9

Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

15.132

97,5

2,5

10

Zahnmedizinischer Fachangestellte/-r

13.887

4,1

95,9

 

Tabelle: eigene Darstellung (DM) nach BIBB

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