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Schlafentzug macht dick und krank, vor allem Frauen

„Schlafen kann ich noch genug, wenn ich tot bin.“ Haben Sie so einen Satz auch schon gehört oder gar selbst gesagt? Dann sollten Sie sich mit einigen Fakten über den Schlaf beschäftigen. Insbesondere für Frauen stellt Schlafmangel ein Adipositas-Risiko dar.

Die Nachricht ist nicht neu. Schon 2013 veröffentlichten amerikanische Forschende eine Studie, in der sie nachwiesen, dass gesunde normalgewichtige Menschen, denen Schlaf entzogen wurde, Übergewicht entwickelten. Immer mehr Gründe für die Mechanismen werden entdeckt.
 

1 Nacht Schlafentzug = plus 600 kcal Energiebilanz

In der kalifornischen Untersuchung zum Zusammenhang von Essverhalten und Schlafgewohnheiten (Ergebnisse auf Deutsch) hatten sich fast alle Probandinnen und Probanden nach einer Nacht im Schlafentzug für stark kalorienreiche, schwere Speisen entschieden. Süße Desserts wurden bevorzugt. Die errechneten Speisewünsche lagen nach der durchwachten Nacht 600 kcal höher als nach der durchgeschlafenen. Als langfristige Folgen wurden erwartet: Adipositas, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes mellitus und Herzinfarkt.
 

Nach Schlafmangel trickst Amygdala präfrontalen Kortex aus

Während den Versuchsteilnehmenden Bilder von Nahrungsmitteln gezeigt wurden, schaute sich das Forscherteam die Hirnfunktion mittels funktioneller Magnetresonanztomographie an. Dabei entdeckten sie, dass die Amygdala, das emotionale Zentrum des Gehirns, besonders aktiv war. Normalerweise bewerten wir Sinneseindrücke zusätzlich rational. Der präfrontale Kortex hilft uns, faktenbezogen zu analysieren und vernünftig zu entscheiden. Nach Schlafmangel gelingt das nicht. Müde Menschen essen, was ihnen am besten schmeckt und was am schnellsten Sättigung bringt, ohne über Kalorien und Nährstoffe nachzudenken.
 

Frauen mehr gefährdet als Männer

Die Adipositas Stiftung Deutschland informiert, dass neuere Untersuchungen herausfanden, warum und wie sich Stoffwechselvorgänge bei Frauen und Männern unterscheiden. Das Darmhormon DPP-4 (Dipedidylpeptidase-4) steigt bei Frauen schon nach einer Nacht mit zu wenig Schlaf deutlich höher an als bei Männern. Das kann Übergewicht und Leberverfettung verursachen sowie die Zellen insulinempfindlicher machen. Ein chronischer Schlafmangel erhöht das Risiko zur Entstehung von Stoffwechselerkrankungen bei allen Menschen. Die schlafmangelbedingten Störungen unterscheiden sich jedoch bei Frauen und Männern.
 

Wieviel Schlaf gesund ist

Manche Personen sind nach 4 Stunden Nachtschlaf fit, andere benötigen 9 Stunden und mehr. Von einer Angabe der optimalen Schlafdauer von 7 Stunden pro Nacht, wie kürzlich in einer britisch-chinesischen Studie empfohlen wurde, hält die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin nichts. Sie betont: „Der Schlafbedarf ist individuell sehr unterschiedlich und wird genetisch gesteuert von unserer inneren Uhr. Daraus resultiert, dass die meisten Erwachsenen eine durchschnittliche Schlafdauer von etwa 6 bis 8 Stunden haben.“ Zu kurze oder zu lange Schlafzeiten können auf zugrunde liegende Erkrankungen hinweisen und müssen abgeklärt werden. Ebenso entscheidend für den Erholungswert des Schlafes ist die Schlafqualität, die durch somatische oder psychische Zustände beeinflusst werden kann.
 

Service-Tipp

Verschiedene Ratgeber für Schlafstörungen mit jeweils den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen stellt die DGSM auf ihrer Website zur Verfügung. Der Patientenratgeber „Der Schlaf von Frauen“ findet sich zum Download z.B. hier.

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