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Sieben-Tage-Inzidenz soll nicht mehr das Maß aller Dinge sein

Von heute an gilt bundesweit die neue 3G-Regel als Schutz vor dem Coronavirus. Nur wer geimpft, getestet oder genesen ist, darf öffentlich zugängliche Innenräume wie Fußballstadien, Fitnessstudios oder Frisörsalons besuchen. Allerdings soll die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr der einzige Maßstab für die Coronaregeln sein. Wodurch sie ersetzt werden soll, wird in den Bundesländern zurzeit heftig diskutiert.

Die Länder wollen in jedem Fall die Belastung in Arztpraxen und Krankenhäusern im Blick behalten. Gleichzeitig sollen die Corona-Schutzmaßnahmen sich an der Zahl der schweren Verläufe orientieren, nicht mehr ausschließlich an Grenzwerten der Sieben-Tage-Inzidenz. Bayern plant eine „Krankenhaus-Ampel“, die die Situation auf den Intensivstationen einbezieht. Sachsen-Anhalt will künftig eine Kombination aus der Anzahl der schweren Krankheitsverläufe, der Bettenbelegung und der Auslastung der Intensivbetten-Kapazitäten in den Krankenhäusern auswerten. Niedersachsen plant einen Indikator „Intensivbetten“, der nach dem prozentualen Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten gemessen an der gesamten Intensivbettenkapazität berechnet werden soll. Einen weiteren Lockdown wollen die Bundesländer selbst dann verhindern, wenn die vierte Coronawelle noch mehr Fahrt aufnimmt, als sie es ohnehin schon tut.
 

Booster-Impfungen für alle rücken näher

Unterdessen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Coronavirus-Auffrischungsimpfungen für alle Bundesbürger ins Spiel gebracht. Einige Bundesländer haben bereits in Alten- und Pflegeheimen damit begonnen, besonders gefährdete Menschen zum dritten Mal zu impfen. Spahn will nun darüber nachdenken, allen Bundesbürgern eine Booster-Impfung anzubieten, um den Impfschutz zu verlängern und zu verstärken. Das sei mit der Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA möglich.
 

Praxen können pro Woche fünf Millionen Menschen impfen

Mit der dritten Impfung würde vor allem auf die Hausarztpraxen eine neue Impfwelle zukommen. Denn die Impfzentren gehen ab Ende September in einen „Stand-by“-Modus oder schließen ganz. Die Arztpraxen hingegen können pro Woche fünf Millionen Menschen impfen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erklärte, „selbstverständlich“ könnten die Praxen Booster-Impfungen übernehmen. Allerdings fordert die KBV Klarheit, wann und für wen Impfungen vorgenommen werden können. Sie hätte gern eine möglichst klare wissenschaftlich begründete Definition, für wen eine Booster-Impfung sinnvoll ist. Auch schlägt die KBV mit Blick auf die kommende Grippesaison eine kombinierte Impfung gegen die Influenza und zur Auffrischung gegen das Coronavirus vor.
 

Kinderarztpraxis statt Turnhalle

Unterdessen kämpfen die Kinder- und Jugendärzte darum, dass 12- bis 17-Jährige in ihren Praxen und nicht in den Schulen geimpft werden. Bei der Corona-Schutzimpfung sei eine deutlich intensivere Aufklärung notwendig als bei den  Regelimpfungen für Kinder. Das gehe nicht ohne ein gutes Vertrauensverhältnis. Deshalb plädieren die Pädiater für ihre Praxen und sprechen sich gegen Impfungen in Mensen und Turnhallen aus. Sie bestätigen, dass die Nachfrage nach Impfungen deutlich gestiegen sei, nachdem die STIKO ihre Impfempfehlung für Teenager aussprach. Doch es kommt Widerspruch. Der Deutsche Lehrerverband begrüßt die Impfung an den Schulen, um dort die Sicherheit zu erhöhen.

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