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So bereiten Sie die Impfung beim Hausbesuch gut vor

Menschen, die älter als 80 Jahre alt sind, können längst einen Termin für die Corona-Schutzimpfung bekommen. Dennoch sind viele, die weder in einem Pflegeheim leben noch den Weg zum Impfzentrum bewältigen, noch nicht geimpft. Sie sind sehr dankbar, wenn der Hausarzt zu ihnen kommt. Diesen Hausbesuch können Sie als MFA perfekt vor- und nachbereiten.

Für den Arzt wäre es sehr umständlich, die Spritze mit dem Impfstoff erst beim Patienten aufzuziehen. Auch das Aufklärungsmerkblatt und der Anamnese- und Einwilligungsbogen sollten längst beim Patienten sein, wenn der Arzt zum Hausbesuch eintrifft. Hier sind Sie als MFA gefragt. Gehen Sie bei der Vorbereitung Schritt für Schritt vor.

Weisen Sie rechtzeitig auf Aufklärung und Einwilligung hin

Alle unsere Angaben beziehen sich auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer, da der Impfstoff von AstraZeneca bisher kaum in den Praxen angekommen ist. Sorgen Sie zunächst dafür, dass der Patient die notwendigen Papiere erhält. Angehörige können Aufklärungs- und Einwilligungsunterlagen z.B. von der Webseite des Robert Koch Instituts herunterladen. Möglich ist auch, dass Sie die Unterlagen in der Praxis abholen lassen. Der Patient sollte sie möglichst gelesen und weitgehend ausgefüllt haben, wenn der Arzt bei ihm eintrifft. So können offene Fragen sofort beantwortet werden. Das spart Zeit.

Sechs Hausbesuche an einem Nachmittag

Es ist sinnvoll, dass Sie nicht nur die Spritzen aufziehen, sondern auch eine Route mit sechs Hausbesuchen vorbereiten. So kann der Arzt den Inhalt von einer Viole verimpfen, ohne dass Impfstoff übrig bleibt. Ziehen Sie die Spritzen mit 0,3 Millilitern des Impfstoffs auf und verpacken Sie sie sorgsam in einer Dose, die sich gut verschließen lässt. Achten Sie darauf, die Spritzen gut mit Luftpolsterfolie abzufedern, denn der Impfstoff darf keinen heftigen Erschütterungen ausgesetzt werden. Watte eignet sich weniger gut, da sie wärmt. Der Impfstoff muss kühl bleiben. Bei hohen Temperaturen sollten sie Kühlpacks um die Dose packen. So hält sich der Impfstoff für einen kompletten Nachmittag. Packen Sie außerdem Tupfer, Pflaster und Desinfektionsspray in den Arztkoffer.

Der Arzt muss in Rufweite sein

Der Arzt muss persönlich impfen oder zumindest in Rufweite sein. Rechtlich ist es daher nicht möglich, dass Sie als MFA allein zum Hausbesuch fahren. Denn es besteht immer das Risiko, dass nach der Impfung starke Nebenwirkungen eintreten. Dem Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts zufolge kommen in Deutschland bei zwei von 10.000 verabreichten Impfdosen schwerwiegende Nebenwirkungen wie z. B. ein allergischer Schock vor. Es wäre ein großer Zufall, wenn das ausgerechnet bei einem der Hausbesuche Ihrer Praxis passieren würde. Dennoch muss der Arzt in der Nähe sein und den Patienten für 15 Minuten nachbeobachten. Selbstverständlich können Sie als MFA den Arzt begleiten.

Planen Sie eine zeitsparende Route

Sechs Hausbesuche an einem Nachmittag sind sportlich. Die eigentliche Impfung nimmt die wenigste Zeit in Anspruch. Doch Aufklärung, Einwilligung und Nachbeobachtung sind zeitaufwendig. Achten Sie daher bei der Routenplanung darauf, dass keine unnötigen Wegezeiten entstehen. Verabreden Sie die Termine so, dass der Arzt möglichst wenig Zeit im Auto verbringt. So könnte es bei Impfungen an einem Nachmittag hilfreich sein, mit dem Patienten zu beginnen, der am weitesten von der Praxis entfernt wohnt. Denn am frühen Nachmittag sind die Straßen leerer als später im Berufsverkehr.

Am Ende des Tages

Sind die Hausbesuche abgeschlossen, ist es meist die Aufgabe der MFA, die Impfungen über das Impf-Doku-Portal der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu melden. Dies muss noch am selben Tag geschehen. Eine ausführliche Anleitung zu Abrechnung und Dokumentation finden Sie bei der KBV.

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