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Terminausfälle belasten das Praxismanagement und binden Ressourcen

Jede Praxis kennt es: Fest vereinbarte Termine werden immer wieder von Patientinnen und Patienten gar nicht wahrgenommen oder allenfalls kurzfristig abgesagt. Solche Terminausfälle belasten das Praxismanagement und binden Ressourcen, die an anderer Stelle dann fehlen. Das PKV Institut fragt MFAs und ZFAs, wie sie mit diesem Problem in ihrer Praxis umgehen.

Dass Patienten nicht zum Termin erscheinen, ist kein ganz neues Phänomen. Und es betrifft über alle Fachrichtungen hinweg alle Arzt- und Zahnarztpraxen in Deutschland. Fach- und Kinderärzte mehr als Hausärzte, so fasst die Deutsche Ärztezeitung die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland zusammen. Im Jahr 2023 hat dieses Ärgernis aber an Brisanz gewonnen, weil der Fachkräftemangel gerade in Arzt- und Zahnarztpraxen erschwerend hinzukommt.

Jeder ausgefallene Termin bedeutet mehr Arbeit für MFAs und ZFAs und verursacht außerdem der Praxis einen wirtschaftlichen Schaden, wenn die Lücke kurzfristig nicht gefüllt werden kann. In vielen Fällen ist dies zwar möglich, weil das Wartezimmer einer Hausarztpraxis beispielsweise fast immer voll ist, aber nicht immer können in dem Termin die geplanten Leistungen erbracht, also derselbe Umsatz erwirtschaftet werden.

Sind Ausfallhonorare, wie sie zur Zeit wieder diskutiert werden, ein möglicher Lösungsweg? Dr. Barbara Römer, Vorstandsvorsitzende des Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz verneint Anfang August diese Frage in einem Gespräch mit dem SWR. Es fehle an einer juristischen Grundlage für dieses Vorgehen. Römer appelliert stattdessen an alle Patientinnen und Patienten in Deutschland, ihren Arzttermin nicht ausfallen zu lassen, ohne rechtzeitig vorher Bescheid zu geben. Denn, so Römer, jeder ausgefallene Termin fehlt einem anderen Patienten, der dringend einen Termin bräuchte. Heute gebe es genügend Möglichkeiten, einen Termin rechtzeitig abzusagen, selbst wenn man in der Praxis niemanden erreiche oder keine Zeit für ein Telefonat habe. Auf digitalem Weg ließe sich ein Termin immer absagen: über das digitale Terminvereinbarungssystem, per SMS oder auch per E-Mail.

Eine Ausfallgebühr sei allenfalls dann denkbar, so Römer weiter, wenn der Patient vorab von der Praxis an den Termin erinnert worden sei. Aber auch hier sei mit juristischen Hürden zu rechnen, ganz abgesehen von dem damit verbundenen bürokratischen Aufwand.

Ganz anders geht mit Terminausfällen ein internistisches Zentrum mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Kardiologie und Diabetologie im saarländischen Völklingen um. Wer in dieser Praxis zweimal einen Termin ohne vorherige Absage hat sausen lassen, muss bei der nächsten Terminvereinbarung ein Pfand von 50 € hinterlegen. Erst wenn der Patient zum Termin erscheint, bekommt er sein Geld zurück. Die Praxis hat damit gute Erfahrungen gemacht, zumindest was den erzieherischen Effekt angeht.

Termintreue ist also gefragt und dringender denn je! Wir wollen von Ihnen wissen, wie es um die Termintreue Ihrer Patienten bestellt ist und wie Sie mit Terminausfällen umgehen.

 

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