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Was Elbflorenz mit Klonschaf Dolly verbindet – Reisetipp Dresden

Die sächsische Landeshauptstadt ist ein beliebtes touristisches Ziel. Zwar taucht das Deutsche Hygiene-Museum Dresden in den TOP 10-Sehenswürdigkeiten nicht auf, doch es gehört zu den bestbesuchten Museen und bietet ganzjährig Wissenswertes. Seit Februar 2023 empfiehlt sich die Sonderausstellung „Von Genen und Menschen. Wer wir sind und werden könnten.“

„Es ist keine klassische naturwissenschaftliche Ausstellung“, sagte Kuratorin Dr. Viktoria Krason anlässlich der Eröffnung Mitte Februar 2023. „Es geht um Beziehungen, um die Art und Weise, wie Informationen aus der Genetik in die Gesellschaft kommen.“ 1998 hatte im Deutschen Hygiene-Museum die erste Exposition über Genetik stattgefunden. Damals beherrschte das erste geklonte Säugetier der Welt die mediale Debatte. Ein für Kinder sehr gut erklärter Text über das in Schottland geborene Klonschaf Dolly findet sich auf der Website Zeitklicks. Man hoffte, unheilbare Krankheiten bekämpfen zu können, wenn das menschliche Erbgut entschlüsselt wäre. Tatsächlich hat die Genforschung in den letzten Jahren viel erreicht: Das Neandertalergenom wurde sequenziert, die Genschere CRISPR-Cas9 und mRNA-Impfstoffe wurden entwickelt. Wie wirken sich diese Fortschritte auf unser Leben aus?
 

Wissen durch die Brille der Kunst

„Genetik findet im Leben statt, nicht (nur) im Labor“, sagt Dr. Viktoria Krason. Die Besuchenden der aktuellen Sonderausstellung laufen deshalb labyrinthartig durch vier Räume, die sich den Komplexen Herkunft, Identität, Gesundheit und Natur widmen. Kunstobjekte und interaktive Stationen laden zum Vertiefen und Nachdenken ein. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum sich eineiige Zwillinge manchmal ganz unterschiedlich entwickeln? Oder warum wir fremde Geschlechtsidentitäten akzeptieren oder ablehnen? Weshalb zeigen Gentests nur Erkrankungswahrscheinlichkeiten an, aber nicht, ob und wann eine Krankheit ausbricht? Was hat im und nach dem Zweiten Weltkrieg erlebter Hunger mit Essstörungen nachfolgender Generationen zu tun? Wie ethisch sind Tests in der Schwangerschaftsvorsorge? Was kann die Präzisionsmedizin leisten? Warum ist die Genschere CRISPR-Cas9 umstritten? Wie lange lebte der 2003 aus kryokonservierten Zellen geklonte, schon ausgestorbene, Pyrenäensteinbock?

Das alles und noch viel mehr lässt sich in der noch bis 10. September 2023 zu sehenden Ausstellung „Von Genen und Menschen“ erfahren. Wer einen Besuch plant, sollte einen Blick auf das umfangreiche Bildungs- und Begleitprogramm werfen. Neben Vorträgen, Führungen für besondere Bedarfe, Literaturgesprächen und Treffen mit jungen Forschenden werden auch Online-Führungen angeboten, z. B. am 20. März 2023.
 

Dresden mit Kindern

Das barrierefreie Kinder-Museum „Welt der Sinne“ im Deutschen Hygiene-Museum – übrigens mit Spiegellabyrinth – lädt 5- bis 12-Jährige zum Entdecken ein. Das Museum ist in etwa 10 Minuten mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof aus zu erreichen. Es befindet sich unweit des Parks Großer Garten, der ganzjährig zum Spazierengehen, Bewegen und Entspannen einlädt. Welche Angebote die Stadt Dresden, die auch Elbflorenz genannt wird, für Kinder und Jugendliche noch bereithält, verrät die Familienbroschüre. In puncto ausgewiesenes kinderfreundliches Übernachten hat die Hotellerie noch Luft nach oben – das Buchen einer Ferienwohnung ist eine gute Alternative.
 

Was lohnt sich noch?

Das ist eine Frage der persönlichen Vorlieben und der Reisedauer. Was abseits typischer Touristenströme empfehlenswert ist, kann man von einer Einheimischen oder auf einem Reiseblog erfahren.

Kulinarisch muss man auf jeden Fall einmal Dresdner Eierschecke probiert haben. Dieser sächsische Kuchen ist Kult, aber jede Bäckerei hat ihr eigenes Spezialrezept. Und um zum Grund der Reise zurückzukommen – über Eierschecke als Teil sächsischer Identität wird im Deutschen Hygiene-Museum im Begleitprogramm „Macht der Herkunft“ diskutiert.

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