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Wechseljahre: Bundesregierung will Versorgung von Frauen verbessern

Millionen Frauen leiden unter Wechseljahresbeschwerden – oft mit erheblichen Auswirkungen auf Gesundheit und Berufsleben. Das Bundesgesundheitsministerium will die Versorgung verbessern und hat erste Maßnahmen angekündigt. Was geplant ist, welche neuen Erkenntnisse die Forschung liefert und wie Praxisteams betroffene Frauen unterstützen können.

Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsprobleme: Die Wechseljahre können Frauen körperlich und psychisch einiges abverlangen. Dennoch gelten sie häufig als reine Privatsache. Dabei betreffen sie nicht nur die Gesundheit, sondern auch den Berufsalltag vieler Frauen.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat deshalb kürzlich die Ergebnisse seines einjährigen Dialogprozesses zu den Wechseljahren vorgestellt. 

 

Mehr Wissen, bessere Versorgung

Das BMG hat 4 Maßnahmen angekündigt, um die Versorgung von Frauen in den Wechseljahren zu verbessern. So soll das Thema künftig mehr Raum in der ärztlichen Ausbildung bekommen. Außerdem sind zusätzliche Forschungsprojekte zur Frauengesundheit geplant. Das Robert Koch-Institut (RKI) soll weitere Daten erheben, um Wissenslücken zu schließen. Auch die Aufklärung soll verbessert werden, etwa durch leichter zugängliche Informationen auf dem Nationalen Gesundheitsportal. Konkrete Änderungen in der medizinischen Versorgung sind bislang nicht beschlossen.

 

Früher als gedacht

Viele verbinden die Wechseljahre mit Frauen um die 50. Tatsächlich beginnt die hormonelle Umstellung mit der sogenannten Perimenopause häufig deutlich früher. In dieser Zeit schwanken die Hormonspiegel zunehmend. Erste Beschwerden können bereits mit Ende 30 oder Anfang 40 auftreten.

Die Menopause selbst bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Feststellen lässt sie sich rückblickend, wenn 12 Monate lang keine Menstruation mehr aufgetreten ist.

Wie früh die Veränderungen einsetzen, zeigt eine aktuelle Studie in Nature Medicine. Forschende werteten mehr als 300 Millionen Laboruntersuchungen aus den USA und Israel aus. Demnach beginnen bestimmte hormonelle Veränderungen bereits 12 bis 15 Jahre vor der letzten Regelblutung.

Überraschend war auch, dass sich rund um die Menopause zahlreiche Laborwerte sprunghaft verändern. Bei 52 von 90 untersuchten Parametern fanden die Forschenden deutliche Veränderungen, u. a. im Knochenstoffwechsel sowie bei Leber- und Blutfettwerten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Menopause weit mehr als nur die Fortpflanzungsfähigkeit betrifft.

 

Auch der Berufsalltag leidet

Gerade in körperlich und psychisch fordernden Berufen können Wechseljahresbeschwerden zur Belastung werden. Das gilt besonders für das Gesundheitswesen, in dem überwiegend Frauen beschäftigt sind. Schichtdienste, Zeitdruck und hohe Anforderungen treffen hier auf mögliche Schlafprobleme, Erschöpfung oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Wie groß die Auswirkungen sein können, zeigt ein Whitepaper der DAK-Gesundheit. Dafür wurden 2.500 berufstätige Frauen zwischen 40 und 62 Jahren befragt.

Rund 30 % fühlen sich durch die Wechseljahre in ihrem Berufsleben beeinträchtigt. Fast jede zweite dieser Frauen empfindet die Belastung als stark. Die Folgen können eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, erhöhte Fehlzeiten und Arbeitsausfälle sein.

Gleichzeitig bleibt das Thema am Arbeitsplatz häufig ein Tabu. 48 % der Befragten empfinden es als unangenehm, mit ihren Arbeitgebenden über mögliche Beschwerden zu sprechen. Manche befürchten, dadurch als weniger leistungsfähig wahrgenommen zu werden.

 

Wechseljahre offen ansprechen

Auch in ärztlichen Praxen lässt sich einiges tun, um Frauen in den Wechseljahren zu unterstützen. Das beginnt schon beim Gespräch mit Patientinnen. Denn nicht jede Frau denkt bei Schlafproblemen, Gelenkschmerzen, Erschöpfung oder Stimmungsschwankungen gleich an die Wechseljahre. Ein offenes Ohr und ein verständnisvoller Umgang können helfen, Beschwerden einzuordnen und passende Unterstützung zu finden.

Genauso wichtig ist der Blick auf das eigene Team. Flexible Arbeitszeiten, Rücksicht bei der Dienstplanung oder die Möglichkeit, die Raumtemperatur anzupassen, können den Arbeitsalltag erleichtern. Vor allem aber sollten sich Mitarbeiterinnen trauen können, über ihre Beschwerden zu sprechen, ohne sich dafür rechtfertigen oder Nachteile befürchten zu müssen.

MT

 

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