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Welche Folgen hat die Cannabis-Legalisierung für Jugendliche?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will im Herbst einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Cannabis vorlegen. Kinderärzte warnen vor den Folgen der Legalisierung für Jugendliche und fordern das Festhalten am Nulltoleranzprinzip bis 18 Jahre. Dieses sei bisher sehr erfolgreich gewesen.

Gesundheitsministerium holt Expertenrat ein

Im Herbst will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einen Entwurf für ein Gesetz vorlegen, das die Legalisierung von Cannabis regelt. Zur Vorbereitung finden deshalb in den nächsten Wochen insgesamt 5 Anhörungen mit mehr als 200 Expertinnen statt. Sie sollen ihre Einschätzungen zu den Themen Gesundheits- und Verbraucherschutz, Jugendschutz und Prävention abgeben und auch internationale Erfahrungen, die mit der Legalisierung bereits gesammelt wurden, einfließen lassen.

Die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizensierten Geschäften ist im Koalitionsvertrag zwischen FDP, SPD und Grünen vereinbart worden. Eine Reihe weiterer Maßnahmen soll die kontrollierte Abgabe begleiten, z. B. sollen Konsumenten die Möglichkeit bekommen, auf dem Schwarzmarkt gekauftes Cannabis auf seinen Reinheitsgehalt testen zu lassen. Verunreinigungen und Beimischungen, die das Verkaufsgewicht erhöhen, stellen eine umkalkulierbare Gesundheitsgefahr dar. Die Regierung hofft, durch solche Maßnahmen, den Cannabiskonsum nicht nur zu entkriminalisieren, sondern ihn auch sicherer zu machen.
 

Pädiater befürchten Gefährdung der Jugendlichen

Kinder- und Jugendärzte sowie -psychiater befürchten, dass die Legalisierung für Erwachsene auch negative Folgen für Jugendliche haben könnte. Sie rechnen damit, dass nach der Legalisierung mehr Cannabis in Umlauf kommt und dass auf dem Schwarzmarkt gehandeltes Cannabis nicht abnimmt. Cannabiskonsum würde normalisiert und das könnte das bisher gültige Nulltoleranzprinzip gefährden.

Auf dem Kinder- und Jugendärztetag in Berlin wiesen die Delegierten darauf hin, dass sich die Abhängigkeitsrate beinahe verdoppele (von 9 auf 17 %), wenn Jugendliche schon vor dem 15. Lebensjahr mit Cannabis in Kontakt kommen. Die Abhängigkeitsrate könne sogar bis auf 50 % steigen, wenn Jugendliche früh damit beginnen, Cannabis täglich zu konsumieren. Die Folgen der Abhängigkeit seien oft ein frühzeitiger Schulabbruch. Gesundheitliche Folgen reichen von Konzentrationsstörungen über Krampfanfälle bis hin zu Psychosen.

Cannabiskonsum sei bei 16- bis 17-Jährigen vor der Pandemie der häufigste Grund für eine Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung gewesen. Im US-Bundesstaat Colorado habe sich seit der Legalisierung die Zahl der Suizide bei 10- bis 16-Jährigen verdoppelt.

Kinder- und Jugendpraxen sollten deshalb im Rahmen der Jugenduntersuchungen J1 (13 Jahre) und J2 (17 Jahre) das Thema Cannabis ansprechen, um rechtzeitig einschätzen zu können, ob eine Gefährdung durch Cannabiskonsum bestehen könnte.

Cannabis wird gemeinhin als Einstiegsdroge für stärkere Drogen gesehen. Dafür gibt es jedoch keine stichhaltigen Studienbelege. Belegt ist jedoch, dass Cannabis eine Einstiegsdroge für Nikotin ist. Auf dem amerikanischen Kontinent wird im Vergleich zu Europa Cannabis seltener geraucht. Dort sind essbare Cannabisprodukte und das Verdampfen die Regel. Die Konsumkultur scheint sich dort mit der Legalisierung und stärkeren Regulierung von Cannabis und Tabak verändert zu haben. Cannabisrauchen gilt als die gesundheitsgefährdendste Form des Cannabiskonsums.

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