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Die Folgen der Corona-Pandemie werden unterschätzt

Die Zahl der an Corona verstorbenen Menschen wird nach neuesten Erkenntnissen unterschätzt – auch in Deutschland. Welche Relevanz die langfristigen Folgen einer Infektion haben können, wird ebenfalls nicht richtig wahrgenommen. Es gibt vermutlich mehr Long-Covid-Betroffene als die offiziellen Daten nahelegen.

Weltweit deutlich mehr Corona-Tote als bislang registriert

Offizielle Statistiken geben die Zahl der Menschen, die weltweit seit Beginn der Pandemie an Corona gestorben sind, mit ca. 5,5 Millionen an. Eine umfangreiche Analyse, die nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „The Lancet“ erschienen ist, kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die Anzahl der registrierten Toten nicht annähernd der Anzahl der Menschen entspricht, die tatsächlich an Corona gestorben sind. Demnach könnten etwa dreimal so viele Menschen zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Dezember 2021 an Corona gestorben sein als bisher bekannt, nämlich 18 Millionen.

Die Autorengruppe, die für die Analyse verantwortlich ist, beziffert die Zahl der zusätzlich Verstorbenen mit 120 auf 100.000 Personen. Darin enthalten sind allerdings nicht nur die direkt am Virus Verstorbenen, sondern auch Menschen, die infolge der Pandemie ihr Leben verloren haben, zum Beispiel, weil andere medizinische Behandlungen ausblieben, zu spät begannen oder nicht nach geltenden Standards durchgeführt werden konnten.

Besonders groß ist die Untererfassung der Übersterblichkeit im subsaharischen Afrika, Ozeanien und Südasien, wo circa 10-mal mehr Menschen starben als im Durchschnitt der Vorjahre. Deutschland liegt genau im Durchschnitt der Untererfassung. Hier starben 120 auf 100.000 Personen und damit etwa doppelt so viele Menschen, wie offiziell erfasst, nämlich 200.000.
 

Untervariante von Omikron dominiert das Infektionsgeschehen

Im aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Corona-Lage wird der Anteil des Omikron-Subtyps BA.2 für die 8. Kalenderwoche mit 48,2% angegeben. Da sich der Anteil dieses Subtyps in etwa alle zwei Wochen verdoppelt, rechnen Fachleute damit, dass BA.2 bereits für bis zu 100% der Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus verantwortlich sein könnte. In Deutschland werden nicht alle positiven PCR-Proben genetisch untersucht, deshalb ist die Einschätzung der Anteilsverteilung mit Unsicherheiten behaftet.

BA.2 gilt als deutlich ansteckender als der Omikron-Subtyp BA.1, der bis vor zwei Wochen noch dominant war. Die starke Zunahme der Ansteckungen, die seit einigen Tagen verzeichnet wird, führen Fachleute deshalb darauf zurück, dass BA.2 zur dominanten Virusvariante geworden ist. Ob sich dieser Subtyp noch in anderen Eigenschaften von BA.1 unterscheidet, wird derzeit untersucht. Die Übertragbarkeit von Corona nähert sich mit BA.2. immer stärker der von Masern an, die als ansteckendste Infektionskrankheit in Deutschland gilt.
 

Long-Covid wird das Gesundheitssystem stärker belasten als viele erwarten

Die Chefärztin der auf Long-Covid spezialisierten Median-Klinik in Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern), Dr. Jördis Frommhold, sagte auf einer Pressekonferenz am 11. März 2022, dass es bis zu einer Million Betroffene in Deutschland gebe. Vor allem Menschen unter 50 Jahren, die einen milden Covid-Verlauf gehabt hatten, seien betroffen. Deshalb sollten insbesondere ungeimpfte Menschen vorsichtig sein und eine Infektion mit dem Corona-Virus nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Da sich Long-Covid durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Symptome zeige, sei die Diagnostik sehr aufwendig. Den Betroffenen sei ihre Krankheit nicht anzusehen, sie seien aber dennoch massiv in ihrem Alltag eingeschränkt. Eingeschränkte Belastbarkeit durch Atem- und Herz-Kreislauf-Probleme, kognitive Defizite, die einer Demenz ähnelten, sowie Ängste und Depressionen könnten zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Wie lange die Symptome anhalten, ist noch nicht gut untersucht, viele Betroffene sind aber länger als ein halbes Jahr beeinträchtigt.

Eine aktuelle Studie der Harvard Medical School in Boston fand bei über der Hälfte der Untersuchten eine Schädigung der peripheren Nervenbahnen. Die typischen Symptome dieser neurologischen Störung sind Muskelschwäche, Wahrnehmungsstörungen, Schmerzen und starke Erschöpfung. Dass das Coronavirus Nervenbahnen schädigen und auch direkt im Gehirn Nervenzellen zerstören kann, wurde bereits in früheren Studien festgestellt. Wie hoch der Anteil der Patienten ist, die neurologische Störungen davontragen, ist aber noch nicht gut untersucht.

Im Moment gibt es noch keine wirksame Therapie bei Long-Covid. Die Behandlung beschränkt sich auf die Linderung von Symptomen. 

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