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Ein Corona-Medikament macht Hoffnung

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat das Medikament Paxlovid, das bei COVID-19 einen schweren Verlauf verhindern soll, zugelassen. Doch eignet das Medikament sich nicht für jeden, der es gerne haben möchte. Außerdem geht es in dieser News um die Gründe für den relativ milden Verlauf von Corona-Infektionen mit der Omikronvariante sowie um einen auffällig geringen Anteil von Atemwegserkrankungen im Jahr 2021.

An 5 Tagen alle 12 Stunden 3 Tabletten – das ist die Kombinationstherapie aus den Wirkstoffen Nirmatrelvir und Ritonavir, die vor einem schweren COVID-19 Verlauf schützen soll. Paxlovid wurde vom US-Pharmaunternehmen Pfizer entwickelt. Das Medikament stoppt die Vermehrung des Virus im Körper, indem es ein Enzym blockiert. Es soll sowohl gegen die Delta- als auch gegen die Omikronvariante des Coronavirus helfen. Pfizer zufolge senkt Paxlovid das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Infizierten um 89 %.
 

Risikopatienten und Ungeimpfte sollen Paxlovid vorrangig erhalten

Allerdings soll nicht jeder, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, das Medikament erhalten. Es ist für all jene Risikopatienten gedacht, die nicht mit Sauerstoff beatmet werden müssen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zufolge eignet es sich insbesondere für die Behandlung von Ungeimpften. Doch letztlich entscheidet der behandelnde Arzt, wer es bekommt. Paxlovid ist rezeptpflichtig. Wann es die ersten Packungen in den Apotheken gibt, ist derzeit noch offen.
 

Ärzte müssen gut abwägen

Zu den möglichen Nebenwirkungen des Medikaments gehören ein beeinträchtigter Geschmackssinn, Durchfall, Bluthochdruck sowie Muskelschmerzen. Paxlovid könnte zudem die Wirksamkeit anderer Medikamente herabsetzen, so dass die Ärzte multimorbider Patienten gut abwägen müssen, ob sie es verordnen. Auch muss die Kombitherapie kurz nach der Corona-Infektion beginnen, um den schweren Verlauf wirksam zu verhindern. Das ist schwierig, wenn Patienten zunächst nicht zweifelsfrei wissen, dass sie an COVID-19 erkrankt sind oder nicht.
 

Milde Omikronverläufe dank schneller Antwort aus den Zellen

Warum eine Infektion mit der Omikronvariante eher mild verläuft, haben Mediziner am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) herausgefunden. Das ist auf die schnelle Immunantwort der Zellen, die sogenannte Interferonantwort, zurückzuführen. Sie erschwert dem Virus, sich zu vermehren. Die Interferonantwort innerhalb der Zellen ist schneller als die angeborene Immunabwehr, die erst Killerzellen produzieren muss. Auch ist sie schneller als die durch Ansteckung oder Impfung erworbene Immunabwehr. Omikron hat der Interferonantwort im Vergleich zu vorherigen Varianten wie Delta wenig entgegenzusetzen. Kindliche Körper wehren sich offenbar besonders gut, weshalb Kinder eher einen milden Verlauf haben.
 

Hygienemaßnahmen schützen merklich vor allem Atemwegsinfekten

Insgesamt ist die Zahl der Atemwegsinfekte auch im Jahr 2021 stark zurückgegangen. Die DAK-Gesundheit meldet, dass die Fehlzeiten in den Betrieben leicht sanken. Husten, Schnupfen und Heiserkeit verursachten ein Drittel weniger Krankmeldungen als 2019. Grund sind die Hygienemaßnahmen während der Pandemie. Abstand, Maske, Lüften und Händewaschen schützen nicht nur vor Coronaviren. Die Kehrseite der Medaille: Psychische Erkrankungen wie z. B. die Depression führten zunehmend zu Fehltagen. Die meisten Krankschreibungen gab es wegen Rückenschmerzen. Der Anstieg von psychischen Problemen und Muskel-Skelett-Erkrankungen ist auf die Pandemie zurückzuführen. Einsamkeit und Homeoffice hinterlassen Spuren.

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