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Ein Tag in der Praxis der Zukunft: Wie KI den Praxisalltag verändern wird

Künstliche Intelligenz (KI) ist heute Teil unseres Lebens – im beruflichen ebenso wie im privaten. Was sich manchmal noch wie Zukunftsmusik anhört, gibt es vielerorts bereits heute. Aber nicht alle Menschen nutzen KI in gleichem Umfang. Diejenigen, die bislang wenig Erfahrung mit KI haben, tun sich möglicherweise noch schwer damit, sich vorzustellen, in welchen Bereichen KI im Praxisalltag unterstützen kann. Wir haben uns deshalb überlegt, wie ein Tag in der Praxis der Zukunft aussehen könnte.

Die KI wird Routineaufgaben übernehmen, sodass sich MFAs und ZFAs auf die persönliche Betreuung ihrer Patientinnen und Patienten konzentrieren können. Dabei ist die Art und Weise, wie Praxismitarbeitende die KI-Tools einbinden, ausschlaggebend. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Nutzen Sie KI als Werkzeug, das Sie unterstützt, nicht als Ersatz für Personal. So kann (Zahn-)Medizin effizienter und gleichzeitig menschlicher werden. Die Digitalisierung kommt – ob wir wollen oder nicht. Aber wir entscheiden, wie wir sie nutzen.

 

Um kurz vor acht betritt MFA Verena Schmidt die Praxis. Am Empfang leuchtet ein dezentes Lichtband. Der KI-Telefonassistent war die ganze Nacht aktiv, hat Anrufe entgegengenommen, Termine sortiert und Rezeptbestellungen in die To-do-Liste eingetragen. Der Online-Bot auf der Website hat derweil die üblichen Fragen zu Öffnungszeiten und Anfahrt beantwortet.

Sie schaut aufs Dashboard. Simon Bauer, ein älterer Patient, kommt gleich. Er hat seine Symptome schon zu Hause über die Praxis-App eingegeben. Die KI hat alles aufbereitet und für Dr. Richter in der elektronischen Akte visualisiert. Es gibt sogar eine vorläufige Diagnose und markierte Laborwerte aus der Vergangenheit. „Interessant", sagt Dr. Richter, die gerade reinkommt, „die KI hat eine Verbindung zu einem Medikament von vor 2 Jahren gefunden." Ein Abrechnungsassistent hat im Hintergrund schon die passenden Ziffern für die Untersuchung vorbereitet.

Verena Schmidt kümmert sich um den Terminplaner. Die KI hat für alle Patientinnen und Patienten die optimale Terminlänge nach Behandlungsgrund und bisherigem Verhalten berechnet. Simon Bauer wird 25 Minuten brauchen. Das System weiß aus vergangenen Terminen, dass er mehr Erklärungsbedarf hat und öfter nachfragt. Sandra Müller dagegen braucht für die gleiche Untersuchung nur 15 Minuten – sie kommt immer gut vorbereitet und möchte schnell durch sein. Verena Schmidt sieht eine Lücke am Nachmittag und bietet einer neuen Patientin von der Warteliste mit nur einem Klick spontan einen früheren Video-Termin an.

Ihr fällt auf, dass sie die Richtlinien für die Video-Authentifizierung von neuen Patientinnen und Patienten vergessen hat. Statt lange im QM-Handbuch zu suchen, tippt sie die Frage in den Praxis-Assistenten – eine lokale KI, die alle Prozesse, QM-Dokumente und Fachinformationen der Praxis kennt. In 2 Sekunden hat sie die Antwort mit einem Link zur detaillierten Anleitung. Die KI läuft auf dem Praxis-Server, so bleiben alle Daten intern.

 

Simon Bauer kommt rein. Er wirkt unsicher. MFA Schmidt nimmt sich Zeit. „Guten Morgen, Herr Bauer. Kommen Sie erstmal an. Sie haben das mit der App ja schon super hingekriegt. Schauen wir doch kurz zusammen auf dem Tablet, ob alles passt." So erklärt sie ihren Patientinnen und Patienten jeden Tag die digitale Welt und lotst sie durch die Praxisprozesse.

Im Sprechzimmer kann sich Dr. Richter jetzt ganz auf seinen Patienten konzentrieren. Ein unauffälliges Mikrofon zeichnet das Gespräch auf. Auf dem Bildschirm verwandelt ein Dokumentationsassistent die gesprochenen Worte in Echtzeit in eine strukturierte Anamnese. Dr. Richter genießt es, dass sie nicht mehr während des Gesprächs tippen muss und nicht abgelenkt ist. Und auch Herr Bauer fühlt sich gesehen. Er erzählt von Schmerzen in der Hand. Dr. Richter hört zu, fragt nach, und die KI trägt die Antworten direkt in die Akte ein. Am Ende schlägt sie sogar eine Formulierung für einen Arztbrief vor.

„Schauen wir uns das mal genauer an", sagt Dr. Richter und nimmt einen kleinen Handscanner. Sie fährt über die schmerzende Stelle. Auf dem Bildschirm erscheint ein 3D-Bild des Gewebes. Die KI vergleicht es mit Tausenden ähnlichen Fällen und markiert eine kleine Anomalie. „Das hätte ich auf einem normalen Ultraschall vielleicht übersehen", denkt Dr. Richter. Sie kann Herrn Bauer sofort eine Diagnose geben und die nächsten Schritte einleiten. Alles in einem Termin.

Abends schließt Verena Schmidt die Praxis ab. Sie hat heute weniger telefoniert und weniger getippt. Dafür hatte sie mehr Zeit für Gespräche mit Patientinnen und Patienten. Einem verunsicherten älteren Herrn hat sie geholfen, einer jungen Frau den digitalen Impfpass erklärt. Die KI hat ihr den Papierkram abgenommen – sie konnte sich um ihre Patientinnen und Patienten kümmern.

JO

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