>>>> Live Info-Veranstaltung am 26. Februar um 18:30 Uhr: Fernlehrgang Abrechnungsmanager/-in in der Arztpraxis<<<<

| Magazin

ePA im Praxisalltag: Was zwei aktuelle Umfragen zeigen

Die ePA ist in den Praxen angekommen, aber wie wird sie konkret genutzt? Und wie wird sie von den Patientinnen und Patienten angenommen? Zwei aktuelle Umfragen zeigen vor allem technische und organisatorische Hindernisse, die der Nutzung der ePA entgegenstehen.

An der Online-Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beteiligten sich rund 4.500 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Ein wichtiges Ergebnis: Die ePA wird in vielen Praxen aktiv eingesetzt. Ein Großteil der Befragten (bis zu 80 %) gibt an, bereits Dokumente wie Arztbriefe oder Befundberichte in die ePA eingestellt zu haben. „Die Ergebnisse zeigen, dass viele Praxen die elektronische Patientenakte befüllen. Sie helfen so mit, dass die ePA ein sinnvolles Werkzeug für die Versorgung wird“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner den PraxisNachrichten. Angesichts der Tatsache, dass die ePA erst seit rund vier Monaten bundesweit im Einsatz ist und bislang mit der Medikationsliste erst eine zentrale Anwendung zur Verfügung steht, bewertet die KBV die Ergebnisse als positiv. Ein Blick in andere Länder, in denen elektronische Patientenakten bereits etabliert sind, zeige zudem, dass es in der Regel mehrere Jahre dauert, bis solche Systeme vollständig im Versorgungsalltag verankert sind und auch von Patientinnen und Patienten umfassend genutzt werden.

 

Die Technik ruckelt

Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur ist damit vielerorts erfolgt, und die ePA ist Bestandteil der täglichen Abläufe geworden. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass die technische Umsetzung nicht durchgehend reibungslos funktioniert. Fast 60 % der Befragten berichten, dass sie in den vergangenen Wochen mindestens einmal nicht auf die ePA zugreifen konnten. Bei 53 % war der Zugriff sehr langsam. Und mehr als jede dritte Praxis konnte teilweise keine Dokumente einstellen. Das Praxisverwaltungssystem (PVS) stürzte bei 27 % mindestens einmal seit der Einführung ab. 

„Praxen, die mit ihrem ePA-Modul zufrieden sind, weil es einfach und nutzerfreundlich zu bedienen ist, bewerten den Nutzen der ePA deutlich höher“, sagte Sybille Steiner. Sie appellierte an die Hersteller, das Feedback der Praxen aufzugreifen und ihre Produkte, wenn nötig, nachzubessern.

 

vzbv-Umfrage: Bekanntheit hoch, Nutzung verhalten

Die Perspektive der Versicherten auf die ePA beleuchtet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Seine aktuelle Umfrage zeigt: Die ePA ist rund 94 % bekannt, wird aber bislang von 71 % nicht aktiv genutzt. 

Das hat unterschiedliche Ursachen. Drei Viertel der Befragten gaben an, sich bisher noch nicht näher mit der ePA beschäftigt zu haben. 33 % sieht für sich keinen konkreten persönlichen Mehrwert. Zudem nennen jeweils 13 % Datenschutzbedenken oder Sorgen um die Datensicherheit als Gründe, die sie von einer aktiven Nutzung abhalten.

 

Handhabung zu kompliziert

Ein wesentliches Hindernis ist laut vzbv der komplexe Registrierungsprozess. Versicherte berichten von mehrstufigen Identifizierungsverfahren, technischen Anforderungen und unterschiedlichen Abläufen je nach Krankenkasse. Dieser Einstieg wird von vielen als umständlich empfunden und führt dazu, dass die Einrichtung der ePA aufgeschoben oder ganz unterlassen wird. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands (HÄV) sagte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt.“

Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Bedienung sowie ein teilweise unklarer Mehrwert im Alltag. Der vzbv spricht von „viel Potenzial, bislang wenig Nutzen“. Viele Befragte wünschen sich eine einfachere Handhabung und verständlichere Informationen zu Funktionen und Zugriffsrechten.

MT

© 2026 PKV Institut GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Sämtliche Texte und Bilder in unserem Online-Magazin sind urheberrechtlich geschützt. Bitte beachten Sie, dass auch dieser Artikel urheberrechtlich geschützt ist und nur mit schriftlicher Genehmigung des PKV Instituts wiederveröffentlicht und vervielfältigt werden darf. Wenden Sie sich hierzu bitte jederzeit unter Angabe des gewünschten Titels an unsere Redaktionsleitung Silke Uhlemann: redaktion(at)pkv-institut.de. Vielen Dank!

Die Nutzung der Inhalte des Online-Magazins für Text und Data Mining im Sinne des § 44b UrhG ist ausdrücklich vorbehalten (§ 44b Abs. 3 UrhG) und daher verboten. Die Inhalte dieses Werkes dürfen nicht zur Entwicklung, zum Training und/oder zur Anreicherung von KI-Systemen, insbesondere von generativen KI-Systemen, verwendet werden. 

Deutscher MFA-Tag & ZFA-Tag

Weiterbildung macht Spaß! Seien Sie am 13.06.2026 beim Deutschen MFA-Tag & ZFA-Tag dabei und melden Sie sich schon jetzt an!