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Entspannt in den Urlaub

Von der richtigen Planung über die passende Reisedauer bis zum Urlaub auf Balkonien: Wer einige einfache Regeln beachtet, kann Stress abbauen, neue Kraft schöpfen und länger von den positiven Effekten der Auszeit profitieren.

Die Auszeit vom Job ist für die meisten Menschen die schönste Zeit des Jahres. Doch kaum zurück, fühlen sich nach einer Woche Arbeit viele wieder urlaubsreif. Was individuell so empfunden werden kann, sagte die Wissenschaft lange: Urlaubseffekte verpuffen oft schnell. Ist das immer so?

Ein amerikanisches Psychologenteam der University of Georgia schaute sich in einer Metastudie entsprechende Untersuchungen aus dem Jahr 2025 noch einmal genauer an und wollte herausfinden, wie sich das Wohlbefinden durch Urlaub verändert. Entscheidend ist die Länge des Urlaubs, aber auch die Kultur des Landes. Unklar war, welche Rolle der Urlaubsort spielt. Die Abwesenheit von zu Hause und Bewegung im Urlaub schienen das Befinden am meisten zu verbessern. Im Ergebnis waren sich die Forschenden einig, dass Urlaub wirksam und wichtig ist, um Arbeitsstress abzubauen und das Wohlbefinden zu verbessern. Um das zu erreichen, sollten sich Mitarbeitende „so viel wie möglich geistig von der Arbeit trennen und sich körperlich betätigen“. Für länger dauernde Erholungseffekte empfehlen die Studienautoren, die gesamten Urlaubstage zu nutzen. 

Urlaubsforscher raten, dass der Jahresurlaub mindestens drei Wochen lang sein soll. Daran halten sich einer Indeed-Umfrage aus 2016 fast 80 % der Deutschen. 

 

Im Trend: Je öfter, desto besser

Die Stiftung für Zukunftsfragen ermittelte in ihrer aktuellen Tourismusanalyse eine durchschnittliche Urlaubsdauer von 12,6 Tagen. Das Reiseziel spielt eine entscheidende Rolle. Wer in Deutschland verreist, nimmt 9,6 Urlaubstage, wer sich für eine Fernreise entscheidet, durchschnittlich 19 Tage.

 

Tourismusanalyse - Stiftung für Zukunftsfragen

Im Jahr 2025 verreisten 64 % der Bundesbürger mindestens für 5 Tage. Fast jede zweite Person war mehr als einmal unterwegs. Wenig überraschend: Besserverdienende verreisten deutlich häufiger (63 %) als Geringverdienende (17 %). Der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Professor Dr. Ulrich Reinhardt, begründet die Entwicklung so: „Die Strategie ‚Je öfter, desto besser‘ hat sich als wirksame Bewältigung gegen die Verdichtung und Beschleunigung des Alltags durchgesetzt. Man gönnt sich diese Auszeiten bewusst als Gegenpol zu beruflichen Belastungen und globalen Unsicherheiten. Der Urlaub fungiert hierbei als eine Art letztes Refugium der Selbstbestimmung, an dem selbst bei knapperer Kasse zuletzt gespart wird.“

 

Urlaub planen – ohne Stress

Zunächst muss lang im Voraus die Vertretung in der Praxis organisiert sein. Damit der Urlaub wirklich der Erholung dient, empfehlen Urlaubsberater folgende Entscheidungen in dieser Reihenfolge zu treffen: 

  • Reisezeitraum,

  • Budget,

  • Region,

  • Hotel,

  • Unterlagen und 

  • erst zum Schluss die Packliste. 

 

Wer Kinder hat, ist an die Schulferien gebunden. Die Zeiten sind lange im Voraus bekannt, so dass eventuell Frühbucherrabatte genutzt werden können, sofern man sich für Pauschalangebote entscheidet. Für viele MFAs und ZFAs ist das Budget ein wesentliches Kriterium für die Feriengestaltung. Dabei sollen alle Kosten berücksichtigt werden, die eine Reise mit sich bringen kann. Ein vermeintliches Schnäppchen kann sich schnell als Finanzfalle entpuppen, wenn Gepäck extra bezahlt werden muss, der Weg vom Flughafen zur Unterkunft nicht inklusive ist, es nur teure Verpflegungsmöglichkeiten gibt oder man im als Idylle angepriesenen Ort nicht unkompliziert von A nach B kommt.

 

Ruhe oder Action?

Reiselustige Menschen finden unzählige Inspirationen für die schönste Zeit des Jahres. Von Entschleunigung über All-inklusive-Angebote bis Individualtrips. Zudem kann man sich von Reisebloggern anregen lassen. Impulse gibt es hier oder hier.

Vor einiger Zeit noch ein großer Aufreger, werden Ferienunterkünfte der Kategorie „Adults only“ immer beliebter. Vor allem Personen, die beruflich sehr viel mit Menschen zu tun haben, Stress und Lärm ausgesetzt sind, möchten Urlaub in einer Ruhezone verbringen. Menschen mit Pflegeverantwortung sollten sich erlauben, ihre Angehörigen in eine Kurzzeitpflege zu geben, um selbst wieder Kraft zu tanken.

 

Kleines Budget – maximale Erholung

Wer ein kleines Budget hat oder auf dem Weg in die Ferien einmal mit einem Bahn-, Piloten- oder Fluglotsenstreik konfrontiert war, wird sich überlegen, ob „Urlaub auf Balkonien“ oder in der näheren Umgebung eine Alternative sein könnte. Zu Hause Urlaubende sparen Übernachtungskosten und können sich Tagesausflüge vornehmen. Ausschlafen, Wellness, Wandern, Besichtigungen, Biergarten, Freibad, Garten, alles Erholsame, wofür im Arbeitsalltag keine Muße ist. Einige Hotels bieten „Kurzurlaub in der eigenen Stadt“ zu einem günstigen Preis an. Auch Wohnungs- bzw. Haustausche oder Couchsurfing, verbunden mit Besuchen bei Freunden, die man zu selten sieht, können reizvoll sein. 

Verreisen im Wohnmobil ist, wenn es nicht das eigene Fahrzeug ist, insbesondere in der Hauptsaison leider kein Günstig-Angebot. Zudem muss bedacht werden, dass für einige Modelle heute ein LKW-Führerschein erforderlich ist. Auch die beengten Verhältnisse können für Familien ein vermeidbarer Stressfaktor sein. Wie in den Reisetrends erwähnt, werden Zugfahrten beliebter. Nachts Reisen ist nicht nur entspannt, sondern auch klimafreundlich.

 

DM

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