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Erstes Mal mit Bedacht: Warum Jugendliche sich heute mehr Zeit lassen

Sexualität gehört zum Erwachsenwerden und viele Jugendliche gehen heutzutage sehr verantwortungsvoll damit um. Eine aktuelle Studie zeigt: Beim ersten Mal lassen sich junge Menschen mehr Zeit und treffen ihre Entscheidungen überlegter denn je. Das spielt auch für die medizinische Versorgung eine Rolle.

Laut der Studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit verschiebt sich der Einstieg ins sexuelle Leben nach hinten. Bei der letzten Erhebung 2019 waren die jungen Menschen bereits mit 17 Jahren mehrheitlich sexuell aktiv. Heute erleben die meisten der 5.855 Befragten erst mit 19 Jahren ihr erstes Mal. Auch erste intime Erfahrungen wie Küssen finden häufiger erst in einem höheren Alter statt. Unter den 15-Jährigen hat erst die Hälfte (51 %) bereits ihren ersten Kuss erlebt. Viele junge Menschen geben auch an, dass sie sich Zeit lassen möchten. Sei es, weil der passende Partner fehlt (51 %), sie sich für zu schüchtern (37 %) oder für zu jung halten (41 %).

 

Sich Zeit lassen ist kein Zögern, sondern Selbstbestimmung

Diese Entwicklung spricht für ein wachsendes Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Kinderärztliche oder gynäkologische Praxen könnten das daran merken, dass die jungen Patientinnen und Patienten oft mit konkreten Fragen kommen. Sie möchten bewusst und aufgeklärt in ihr Sexualleben starten.

 

Positive erste sexuelle Erfahrungen 

Der erste Geschlechtsverkehr findet überwiegend in festen Partnerschaften statt, so die Studie. Spontane oder ungeplante Situationen sind seltener als früher. 65 % der Befragten empfanden den Zeitpunkt ihres ersten Mals als „genau richtig“. 

Diese Einschätzung zeigt, dass Jugendliche ihre eigenen Grenzen besser wahrnehmen und respektieren. In Beratungsgesprächen kann es daher sinnvoll sein, nicht nur über Verhütungsmittel zu sprechen, sondern auch über Beziehung, Vertrauen und gegenseitige Verantwortung.

Viele junge Menschen sind sich ihrer sexuellen Orientierung bereits früh bewusst. In der Studie gaben 5.313 Jugendliche und junge Erwachsene an, überwiegend heterosexuell orientiert zu sein. 418 Befragte beschrieben sich als vorwiegend homosexuell oder bisexuell. 124 Teilnehmende ordneten sich einer anderen sexuellen Orientierung zu oder machten keine Angabe.

 

Verhütung von Anfang an mitgedacht

Besonders positiv fällt das Schutzverhalten auf: Fast alle Jugendlichen geben an, beim ersten Geschlechtsverkehr verhütet zu haben. Kondome sind dabei mit 76 % die am häufigsten genutzte Methode, vor allem zu Beginn der sexuellen Aktivität. Mit zunehmender Erfahrung kommen hormonelle Verhütungsmittel häufiger hinzu. 50 % der sexuell aktiven Jugendlichen vertrauen der Pille. 

Auffällig ist auch, wie offen Jugendliche heute über Verhütung sprechen. In den meisten Partnerschaften wird das Thema gemeinsam besprochen, oft schon vor dem ersten Mal. Auch der Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Einige junge Paare suchen auch gemeinsam eine ärztliche Praxis auf, um sich zum Thema Verhütung beraten zu lassen.

 

Wo findet Aufklärung statt?

Die Studie bestätigt, dass der Sexualkundeunterricht in der Schule weiterhin die wichtigste Informationsquelle ist. Viele Jugendliche fühlen sich dort gut vorbereitet. Auch Eltern und feste Bezugspersonen gewinnen wieder an Bedeutung, wenn es um Fragen zu Körper, Sexualität und Verhütung geht.

Digitale Medien spielen zwar auch eine Rolle, werden aber relativ kritisch genutzt. Jugendliche unterscheiden stärker zwischen verlässlichen Informationsangeboten und unsicheren Quellen. Sie nehmen daher auch häufig Informationsmaterial aus den ärztlichen Praxen an. 

 

Was das für den Praxisalltag bedeutet

Viele Jugendliche sind heute informiert, verantwortungsbewusst und gesprächsbereit. Gleichzeitig wünschen sie sich, ernst genommen zu werden. Sie möchten selbstbestimmt ihr Liebesleben gestalten und sind bereit, sich dafür umfassend zu informieren. In der ärztlichen Praxis senken eine ruhige, offene Gesprächsatmosphäre und verständliche Informationen die Hemmschwelle. 

 

MT

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