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Fernsehklischee versus Praxisrealität: MFAs wollen keine „Sprechstundenhilfe“ sein

An der anonymen Umfrage beteiligten sich im Vorjahr 136 Personen. 61 % der Befragten bezeichnen sich selbst im beruflichen Alltag als Medizinische Fachangestellte (MFA), ein gutes Drittel (36 %) als „Arzthelfer/-in“, 24 % als „Praxismanager/-in“ und 10 % nutzten individuelle Bezeichnungen. Wer zusammenrechnet, kommt auf 131 % – heißt, einige Befragte nutzen selbst mehrere Begriffe und bezogen ihre konkrete Funktion in der Praxis mit ein.
MFA wird als zeitgemäß und zutreffend empfunden
73 % der Befragten stimmten zu, dass die Bezeichnung „MFA“ für sie passt. Ein Drittel (31 %) schlägt vor, „Medizinische/-r Assistent/-in/Fachassistenz“ zu verwenden und mit „Arzthelfer/-in“ und „Praxismanager/-in“ sind 29 % einverstanden. Wenn die Mehrheit „MFA“ als zeitgemäß und zutreffend empfindet, muss auch die Gültigkeit individueller Berufsabschlüsse und das Alter der Befragten berücksichtigt werden. Denn wer vor Einführung der Berufsbezeichnung „Medizinische Fachangestellte“ im Jahr 2006 einen Abschluss als „Arzthelferin“, „Sprechstundenschwester“ (DDR), Krankenschwester oder Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte, wird und darf Wert auf seine im Zeugnis stehende Berufsbezeichnung legen. Mit rund 37 % war die größte Teilnehmergruppe der Umfrage zwischen 35 und 44 Jahre alt, rund 26 % waren 45 bis 54 Jahre alt, 16 % zwischen 25 und 34 Jahre. Auf Personen unter 25 Jahre entfielen 6 % der Stimmen, bei den über 55-Jährigen waren es knapp 15 %.
Warum fast alle MFAs die Bezeichnung „Sprechstundenhilfe“ ablehnen
Als besonders unpassend oder unangenehm empfinden 89 % der Befragten den Begriff „Sprechstundenhilfe“. Aber auch „nichtärztliches Personal“ ist wenig beliebt (67,5 %), gefolgt von „Arzthelfer/-in“ (26 %). Nur 4 Mal wurde der Begriff „MFA“ als unpassend genannt.
Die Gründe der Ablehnung haben die Befragten in Freitextantworten genannt. Diese lassen sich in 5 Cluster einordnen:
- Abwertung und fehlende Anerkennung
- Veraltete Begriffe
- Unpräzise oder irreführende Begrifflichkeiten
- Widerspruch zur Qualifikation
- Emotionale Ablehnung
Abwertend, ungenau und identitätsfern
Die befragten MFAs betonen, keine Hilfskräfte zu sein. Die Bezeichnungen „Sprechstundenhilfe oder nichtärztliches Personal“ reduziert sie auf minderwertige Tätigkeiten. „Arzthelfer/-in“ sei aus einer anderen Ära und nicht mehr zeitgemäß. Die Definition über den Arzt reduziert die Berufsgruppe auf nichtzutreffendes Helferniveau, das weder zur Ausbildung noch zur fachlichen Realität passt. „Sprechstundenhilfe“, „Nichtärztliches Personal“ und „Arzthelfer/-in“ werden als abwertend, ungenau oder veraltet erlebt.
Was Medizinische Fachangestellte wollen
Die meisten MFAs sehen ihre berufliche Identität als Medizinische Fachangestellte. Sie wünschen sich eine moderne, wertschätzende und fachlich präzise Berufsbezeichnung. Frei von Hierarchiebezug soll sie die gestiegene Verantwortung und Qualifikation der MFA sichtbar machen.
Da die noch wenigen im Berufsleben stehenden, in der DDR ausgebildeten Sprechstundenschwestern nicht separat abgefragt wurden, sei ergänzend auf eine aktuelle Analyse verwiesen, die untersucht hat, wie Medien alle im ambulanten Bereich gängigen Berufsbezeichnungen in Ost und West verwenden.
DM
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