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Geringe Gesundheitskompetenz – Herausforderung für Praxisteams

Viele Informationen sind heute nur einen Klick entfernt und trotzdem zeigt sich im Praxisalltag immer wieder: Viele der Patientinnen und Patienten bringen nur begrenztes medizinisches Grundwissen mit. Für Praxisteams bedeutet das, dieses nicht als selbstverständlich vorauszusetzen.

Als Gesundheitskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Informationen zur eigenen Gesundheit zu finden, zu verstehen und anwenden zu können. Ein aktuelles Fact Sheet des Robert Koch-Instituts (RKI) im Journal of Health Monitoring zeigt: Ein großer Teil der Erwachsenen in Deutschland hat Schwierigkeiten, gesundheitsbezogene Informationen sicher einzuordnen und für Entscheidungen zu nutzen. Laut des Berichts haben demnach 81,3 % der Frauen und 81,0 % der Männer eine geringe Gesundheitskompetenz. Für die Befragung schätzten die Teilnehmenden ihre Gesundheitskompetenz selbst ein. Es wurden die Daten von 26.817 Personen ab 18 Jahren in Deutschland ausgewertet. 

Besonders herausfordernd ist dabei die Einschätzung von Risiken, Therapien oder Präventionsmaßnahmen. Trotz digitaler Informationsangebote hat sich die Lage in den vergangenen Jahren kaum verbessert.
 

Zwischen Internetwissen und Unsicherheit

Viele Menschen kommen heute gut vorbereitet in die Praxis, zumindest auf den ersten Blick. Sie haben Symptome recherchiert, bereits eine Diagnose im Blick oder Therapieoptionen gelesen. Gleichzeitig fehlt oft die Fähigkeit, verlässliche von fragwürdigen Quellen zu unterscheiden oder Informationen richtig einzuordnen.

Das kann zu Missverständnissen führen: Begriffe werden falsch verwendet, Risiken unter- oder überschätzt oder unpassende Untersuchungen und Therapien gefordert. Manche Patientinnen und Patienten wirken informiert, sind aber inhaltlich unsicher.

Für MFAs heißt das, genau hinzuhören und gezielt nachzufragen:

  • Was hat die Person bereits verstanden?
  • Wo bestehen Unsicherheiten?
  • Welche Informationen fehlen noch?
     

Wichtig ist dabei eine Sprache, die sich am Gegenüber orientiert:

  • Vermeiden Sie Fachbegriffe oder erklären diese.
  • Vermitteln Sie Informationen in kleinen, klaren Schritten.
  • Fragen Sie auch zwischendurch, ob noch etwas unklar ist. 
     

Auch visuelle Hilfen wie Infografiken oder schriftliche Zusammenfassungen können unterstützen. Entscheidend ist nicht die Menge der Information, sondern ihre Verständlichkeit.
 

Lieber einmal mehr erklären

Das RKI weist darauf hin, dass geringe Gesundheitskompetenz mit ungünstigeren gesundheitlichen Verläufen zusammenhängen kann. Wer Informationen nicht versteht, nimmt u. a. Früherkennungsangebote seltener wahr, hält Therapien schlechter ein oder ordnet Symptome falsch ein.

In diesem Zusammenhang ist auch eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) interessant. Sie zeigt, dass Deutschland mehr vermeidbare Sterbefälle aufweist als andere westeuropäische Länder. Das bedeutet, dass hier bei Vorsorge, Diagnosen und Behandlung noch Nachholbedarf besteht. „Gerade im Bereich Prävention besteht in Deutschland noch Aufholpotenzial, um den häufigsten Risikofaktoren wie Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel entgegenzuwirken“, erklärt Dr. Michael Mühlichen, Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter am BiB. Besonders betroffen ist der Nordosten Deutschlands, darunter Nordthüringen, Ostniedersachsen sowie größere Gebiete von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Auch bei den vermeidbaren Sterbefällen spielt Gesundheitskompetenz eine Rolle: Wer Symptome nicht erkennt oder medizinische Empfehlungen nicht versteht, sucht unter Umständen zu spät Hilfe oder setzt Therapien nicht korrekt um.

 

MT

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