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Klinikaufenthalte von Kindern: Psychische Erkrankungen auf Platz 1

Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen waren 2024 der häufigste Grund für stationäre Krankenhausbehandlungen bei 10- bis 19-Jährigen, so das Statistische Bundesamt. Rund 116.300 von insgesamt etwa 615.300 Patientinnen und Patienten dieser Altersgruppe wurden deshalb behandelt, das entspricht 18,9 %. Zum Vergleich: Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil bei 5,9 %. 2024 waren 36,5 % mehr psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche in stationärer Behandlung als im Jahr 2004.
Diagnose: Depression
Am häufigsten führten Depressionen zu einem Klinikaufenthalt: Mit rund 33.900 Fällen machten sie 29,1 % der psychisch bedingten Behandlungen aus. Es folgen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (10,1 %), alkoholbedingte Erkrankungen (8,5 %) sowie Essstörungen (6,3 %).
Vielleicht konnten Sie diese Entwicklung auch schon in Ihrer haus- oder kinderärztlichen Praxis beobachten. Vor allem bei jüngeren Kindern zeigen sich psychische Probleme häufig in körperlichen Symptomen wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Schlafproblemen oder allgemeiner Erschöpfung.
Zahl der Angststörungen steigt an
Auch der aktuelle Kinder- und Jugendreport der DAK bestätigt den Trend: Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Diagnosen im Kindes- und Jugendalter, mit deutlichen Zuwächsen insbesondere bei Angststörungen.
Im Jahr 2024 erhielten 22 von 1.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren eine entsprechende Diagnose. Das sind hochgerechnet etwa 230.000 Fälle deutschlandweit. Im Vergleich zu 2019 entspricht das einem Anstieg von 17 %.
Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während die Prävalenz bei Jungen über die Jahre hinweg relativ konstant bei etwa 15 von 1.000 bleibt, zeigt sich bei Mädchen ein deutlicher Anstieg. Bereits zwischen 2019 und 2021 nahmen die Diagnosen spürbar zu, seitdem bewegen sie sich auf einem erhöhten Niveau. 2024 waren 30 von 1.000 Mädchen betroffen und damit etwa doppelt so viele wie Jungen.
Auffällig ist zudem, dass viele Kinder und Jugendliche mehrfach medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, bevor eine passende Diagnose gestellt wird.
Neue S3-Leitlinie: Altersgerecht differenzieren
Mit der aktualisierten S3-Leitlinie zur Behandlung psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen wird die Versorgung stärker an den Entwicklungsstand angepasst.
Zum ersten Mal gibt es darin Empfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen: jüngere Kinder (3 bis 6 Jahre), ältere Kinder (7 bis 12 Jahre) und Jugendliche (13 bis 18 Jahre). Diese Differenzierung ermöglicht eine gezieltere Diagnostik und Behandlung nach dem unterschiedlichen Entwicklungsstand.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt weiterhin auf evidenzbasierten, vor allem psychotherapeutischen Verfahren. Medikamente sollen zurückhaltend und nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden. Gleichzeitig betont die Leitlinie die Bedeutung der Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen.
Versorgungslücken bleiben ein Problem
Trotz wachsender Aufmerksamkeit ist die Versorgungslage weiterhin angespannt. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert deshalb eine umfassende Strategie für die mentale Gesundheit junger Menschen. In einer aktuellen Stellungnahme heißt es: „Viele Kinder und Jugendliche warten monatelang auf einen Therapieplatz – das ist aus fachlicher Sicht nicht akzeptabel.“ Laut der BPtK ist derzeit jeder fünfte Minderjährige von einer psychischen Erkrankung betroffen. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz betrage durchschnittlich 28 Wochen. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, um mehr Therapieplätze, niedrigschwellige Angebote und eine bessere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung zu schaffen.
MT
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