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Große Unzufriedenheit mit Praxisverwaltungssystemen

Eine zeitgemäße Praxissoftware soll die Abläufe und Prozesse in der Arztpraxis vereinfachen. Wie eine aktuelle Umfrage jetzt herausfand, sind jedoch viele Praxen mit ihrer aktuellen Software unzufrieden. Lohnt sich ein Wechsel?

Nur eine von 4 befragten Praxen sind mit ihrem derzeitigen Praxisverwaltungssystem (PVS) zufrieden und würde es weiterempfehlen. Die am weitesten verbreiteten Systeme gehören eher nicht dazu, teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit, welches die Umfrage durchführte. In die Auswertung sind die Antworten von über 10.000 Ärzten und Psychotherapeuten eingeflossen. Hintergrund der Umfrage ist laut Zi die Einführung der Telematikinfrastruktur, die von den Software-Anbietern unterschiedlich gut umgesetzt wird. 
 

Praxen mehrheitlich unzufrieden

„Die Ergebnisse belegen die hohe Unzufriedenheit vieler Praxen mit ihrem Praxisverwaltungssystem“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner und fügte hinzu: „Diese Unzufriedenheit wird geschürt durch manchmal sogar tägliche Störungen der TI oder Probleme mit dem PVS, die die Praxisabläufe behindern und damit die Versorgung der Patienten einschränken.“ Der Wechsel des PVS sei alles andere als leicht, koste Geld und Ressourcen. Erschwerend komme ein Mangel an Transparenz und Information hinzu. Das müsse sich dringend ändern.

Für viele Praxen gehören mehrmalige Software-Störungen pro Woche zum Arbeitsalltag. Nur knapp 20 % müssen kaum oder gar nicht mit diesen Unannehmlichkeiten kämpfen. Softwareprobleme müssen nicht immer am jeweiligen PVS liegen, sie können auch von außen verursacht werden, z. B. beim Konnektor oder der gematik. Gehäuft tauchen Fehler laut Umfrage nach Updates des PVS, beim Verbindungsaufbau des Konnektors mit der TI und bei der Erstellung von E-Rezepten auf.
 

Wechsel wagen?

64,5 % der unzufriedenen Nutzer ziehen einen Wechsel des Systems in Erwägung. Unter den Teilnehmenden, die mit ihrer Praxissoftware zufrieden sind und diese weiterempfehlen würden (27,7 %), ist rund ein Sechstel, das bereits einen Softwarewechsel vorgenommen hat.

Diese Entscheidung scheint sich – trotz aller Umstände, die ein Wechsel bereitet – für viele Praxen zu lohnen. In der Umfrage gaben insgesamt 860 Teilnehmende an, bereits den Anbieter gewechselt zu haben. Von diesen sind im Anschluss rund 479 mit ihrem System zufrieden und würden es weiterempfehlen.

Vor diesem Hintergrund forderte Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried bessere Bedingungen für einen Anbieter-Wechsel: „So wie die Politik die Digitalisierung der Krankenhäuser finanziell fördert, könnte der Wechsel zu Praxissoftwaresystemen gefördert werden, die nach vorheriger Prüfung eine bessere Funktionalität beziehungsweise einen besseren Service bieten und damit zur Umsetzung der Telematikinfrastruktur besser geeignet sind.“

Sybille Steiner appellierte in dem Zusammenhang an die Softwareanbieter, die Rahmenvereinbarung der KBV zu unterzeichnen. Damit könnten diese zeigen, dass sie für Praxen wichtige Kriterien erfüllten. Dazu gehöre u. a., dass Software-Updates einfach online bereitgestellt würden oder dass klar erkennbar sei, welche Leistung welchen Preis für die Praxis habe.
 

PVS mit guter Nutzerbewertung

Mit 15 PVS zeigten sich die Nutzer in der Umfrage zufrieden. Sie sind nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zu einem späteren Zeitpunkt möchte das ZI eine Liste mit Klarnamen und Performance-Vergleichen veröffentlichen.

  • DURIA
  • EL ‐ Elaphe Longissima (Softland)
  • EVA (Abasoft)
  • EVIDENT
  • FIDUS (FIDUS Software Entwicklung)
  • InterARZT (InterData Praxiscomputer)
  • Medical Office (Indamed EDV‐Entwicklung und Vertrieb)
  • MEDYS
  • PegaMed (PEGA Elektronik)
  • Praxis‐Programm (MediSoftware Computersysteme für Ärzte)
  • Pro_Medico (Neutz GmbH Systemhaus)
  • PsychoDat (ergosoft)
  • SMARTY (New Media Company)
  • T2med
  • tomedo (Zollsoft)

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