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Hausarztpraxen müssen dringend entlastet werden

Corona-Impfkampagne, infizierte Patienten, Quarantäne, Isolation – Arztpraxen geraten aus den unterschiedlichsten Gründen an ihre Leistungsgrenze. Gleichzeitig entstehen Initiativen, um die Praxen zu entlasten. So sollen Apotheker von der kommenden Woche an impfen. Auch geben einige Praxisinhaber einen Teil der Honorare für das Impfen an ihre MFAs weiter – ein Zeichen der Anerkennung.

Patienten, die vor Hausarztpraxen Schlange stehen, sind inzwischen ein vertrauter Anblick. Die Omikronwelle hat die Krankenhäuser bisher nicht allzu hart getroffen. Der Druck ist woanders spürbar – in den Hausarztpraxen, in denen der allergrößte Teil der COVID-19-Patienten ambulant behandelt wird. Die Hausarztpraxen tragen die Hauptlast der Pandemie. In einer Umfrage der KV Bremen beklagen niedergelassene Ärzte ständig neue Regeln und immer respektlosere Patienten. Hinzu kommt, dass Praxen schließen müssen, weil zu viele Ärzte und MFAs selbst erkranken oder in Quarantäne sind.
 

Zusätzliche Infektsprechstunden sollen entlasten

Um Praxisausfälle abzufangen, organisiert die KV Westfalen-Lippe für Februar zusätzliche Infektsprechstunden. Praxen, die aushelfen möchten, werden in eine Liste aufgenommen. Sie sollen für die zusätzliche Öffnung von vier Stunden mittwochs und samstags jeweils 600 Euro als zusätzliche Vergütung erhalten. Die Krankenkassen haben dem zugestimmt. Die Abrechnung des Strukturkostenzuschlags erfolgt über die Symbolnummer 97045.

Auch in anderen Bundesländern suchen die KVen nach Entlastungsmöglichkeiten. Die KV Thüringen will die Angebote des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes ausweiten. Bundesweit teilen Praxen ihre Teams: Eine Schicht kümmert sich in Schutzkleidung nur um die Infektpatienten, die andere übernimmt alle anderen Aufgaben. Das Schichtsystem verringert auch das Ansteckungsrisiko und damit Quarantäne und Isolation.

Einige Ärzte kümmern sich sehr um ihre Teams. Gemeinsame Feiern, gutes Essen, Lob und Zuschüsse aus den Impf-Honoraren signalisieren Wertschätzung.
 

Apotheken starten in der kommenden Woche mit der Impfung

Apotheken können vom 8. Februar an ebenfalls gegen SARS-CoV-2 impfen. Die Rechtslage ist geklärt, viele Apotheker seien geschult und „exzellent vorbereitet“, heißt es bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Dieses Angebot könnte die Arztpraxen entlasten. Auch sollen bisher nicht geimpfte Menschen erreicht werden, die keinen festen Hausarzt haben oder für die es zu kompliziert war, einen Impftermin zu vereinbaren. Dennoch sind Ärztevertreter nicht begeistert. Sie fürchten, dass die Übergangslösung dazu führt, dass den Praxen das Impfen nach und nach entzogen wird. Das könnte auch für die Grippeschutzimpfung gelten. Die Apotheker halten dagegen, dass sich mehr Menschen impfen lassen, wenn es mehr Impfstellen gibt. So würde das Interesse an Schutzimpfungen grundsätzlich in der Bevölkerung steigen.
 

Lage bei den Impfstoffen entspannt sich

Bei der Impfstoffbestellung entspannt sich die Situation. Für die Woche ab 7. Februar können Praxen bis zu 240 Impfstoffdosen (40 Vials) von BioNTech/Pfizer je Arzt bestellen. Ausreichend vorhanden sei weiterhin der Impfstoff von Moderna. Auch beim Kinderimpfstoff gebe es nach wie vor keine Höchstbestellmenge. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geht davon aus, dass die Bestellsituation bis auf Weiteres entspannt bleibt.

Der neue Proteinimpfstoff Nuvaxovid® von Novavax soll vom 21. Februar an ausgeliefert werden. Er geht allerdings zunächst nicht an die Arztpraxen, sondern an die Bundesländer. Wer sich damit impfen lassen möchte, muss sich über ein Impfportal seines Landes registrieren.

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