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Impfneid und Impfscham - das können MFAs dagegen tun

Neid und Scham – zwei sehr starke Gefühle prägen zurzeit die Impfkampagne gegen COVID-19. Mancher, der nicht geimpft ist, missgönnt Geimpften den Schutz vor dem Coronavirus. Andere sind bereits geimpft, möchten es aber nicht erzählen, um sich Kritik zu ersparen. Was ist los mit unserer Gesellschaft? Warum können wir nicht anerkennen, dass jede Impfung zur Herdenimmunität beiträgt und uns alle schützt? Als MFA können Sie Konflikte entschärfen.

37 % (Stand 17. Mai) der Menschen in Deutschland sind mindestens einmal gegen COVID-19 geimpft. Nahezu jeder von uns kennt mindestens eine Person, die den Piks in den Oberarm schon mindestens einmal hatte. Viele Nicht-Geimpfte fragen: Warum der und nicht ich?

Oder aber jemand gehört zur täglich wachsenden Gruppe derjenigen, die bereits geschützt sind. Muss man sich dafür schämen?

Herdenimmunität schützt uns alle

Als MFA können Sie diesem hochemotionalen Thema Ihre eigene Professionalität entgegensetzen. Reden Sie mir Ihren Patienten, es gibt gute Argumente gegen Neid und Scham. Zunächst einmal gilt: Mit jeder Impfung nähern wir uns als gesamte Gesellschaft dem Leben, das wir uns sehnlichst zurückwünschen: Einkaufsbummel mit der Familie, Treffen mit Freunden und Urlaubsreisen rücken mit der Herdenimmunität immer näher. Das Risiko, sich zufällig im Bus oder im Supermarkt anzustecken, sinkt. Das beweisen die Inzidenzzahlen, die seit dem 30. April steil abfallen. Die dritte Corona-Welle ist gebrochen – dank der Impfkampagne.

Der Tag der Impfung kommt bestimmt

Neid begleitet die Menschheit seit ihren Anfängen. Er ist eine Mischung aus Angst, Wut und Traurigkeit. Während der Coronapandemie entsteht Neid, weil viele Menschen Angst vor einer Ansteckung mit dem möglicherweise tödlichen SARS-CoV-2-Virus haben. Manche Menschen sind wütend, weil sie sich zurückgesetzt fühlen. Andere macht es traurig, noch nicht an die Reihe gekommen zu sein.

Begegnen Sie diesen Patienten mit Verständnis. Erläutern Sie ihnen, dass niemand bei der Impfkampagne zu kurz kommt. Jeder, der sich impfen lassen möchte, kommt dran. Geduld ist gefragt. Öffnen Sie eine Perspektive: Negativ-Getestete haben die gleichen Rechte wie vollständig geimpfte Personen. Wer also eines der vielen Testzentren aufsucht, kann sich zumindest für einen Tag ein kleines bisschen Freiheit verschaffen. Der Tag der Impfung kommt bestimmt.

Ein böser Verdacht kann entkräftet werden

Scham entsteht, wenn beispielsweise junge Geimpfte unter Verdacht geraten, sich vorgedrängelt zu haben. Machen Sie auch diesen Patienten Mut! Ermuntern Sie sie, den Grund für ihre Impfung zu nennen. Wer wegen einer chronischen Erkrankung impfberechtigt ist, darf das ruhig sagen. Aber: Es muss niemand ins Detail gehen und erläutern, an welcher Erkrankung er leidet. So viel Verständnis darf vorausgesetzt werden.

Eine Impfung pro Saison?

Das Virus ist noch lange nicht besiegt. Die STIKO geht davon aus, dass wir uns spätestens im kommenden Jahr erneut impfen lassen müssen. Wie lange der Impfschutz hält, ist noch offen. Nur eines ist klar: Er lässt nach. Neue Virusvarianten drohen. Weltweit wird es immer wieder Infektionsherde geben.

Virologen und Impfstoffproduzenten diskutieren bereits, ob eine jährliche Impfung notwendig ist. Für MFAs könnte die Coronaschutz-Impfung ähnlich wie der Grippeschutz zur Routine werden.

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