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Interview: So gelingt der Einstieg in die Digitalisierung

Iris Schluckebier, MFA, Teilnehmerbetreuerin und Expertin für Praxis- und Qualitätsmanagement beim PKV Institut, hat die Praxis4future der KV Nordrhein besucht. Im Interview erklärt sie, warum Praxen bei der Digitalisierung keine Patentlösungen brauchen, wie individuelle Beratung Berührungsängste abbaut und weshalb der digitale Modernisierungsschub Schritt für Schritt gelingt.

PKV Institut: Iris, du beschäftigst dich beim PKV Institut intensiv mit den Themen Praxisorganisation und Digitalisierung. Kürzlich hast du die Praxis4future der KV Nordrhein besucht. Mit welchen Erwartungen bist du nach Düsseldorf gefahren?

 

Iris: Digitalisierung und die Entlastung von Praxisteams beschäftigen uns im PKV Institut schon seit vielen Jahren. Deshalb war ich neugierig zu sehen, wie Praxen dort an das Thema herangeführt werden. Mich hat besonders interessiert, wie digitale Lösungen vermittelt werden und ob sie tatsächlich den Anforderungen des Praxisalltags gerecht werden.

 

Was war dein erster Eindruck?

Sehr positiv. Die Beratung findet im Rahmen eines gebuchten Einzeltermins statt. Dadurch entsteht eine ruhige, persönliche Atmosphäre, in der genügend Zeit für Fragen und individuelle Anliegen bleibt. Das schafft Vertrauen und ermöglicht einen intensiven Austausch.

 

Was hat dich dabei besonders überzeugt?

Dass die Beratung nicht nur technisch geprägt ist. Begleitet wurde ich von 2 Mitarbeiterinnen, die selbst ursprünglich als MFA bzw. Arzthelferinnen gearbeitet haben. Das hat man sofort gemerkt. Sie kennen die Abläufe in einer Praxis, wissen, wo Belastungen entstehen, und konnten die digitalen Möglichkeiten immer aus Sicht des Praxisteams erklären. Genau diese Verbindung aus technischem Wissen und echtem Praxisverständnis fand ich besonders wertvoll.

 

Digitalisierung wirkt auf viele Praxen immer noch komplex. Hattest du den Eindruck, dass auch Einsteiger abgeholt werden?

Ja, und genau das hat mich beeindruckt. Es wird nicht erwartet, dass eine Praxis bereits digital aufgestellt ist oder umfangreiches Vorwissen mitbringt. Stattdessen geht es zunächst darum, Orientierung zu geben und gemeinsam eine solide Grundlage für die nächsten Schritte zu schaffen. Dieser niedrigschwellige Ansatz nimmt vielen Praxen die Scheu vor dem Thema.

 

Gibt es dort also keine Standardlösung für alle?

Nein, und das ist aus meiner Sicht genau der richtige Weg. Jede Praxis arbeitet anders. Teamgröße, technische Ausstattung, Abläufe oder bisherige Erfahrungen unterscheiden sich teilweise erheblich. Deshalb wird gemeinsam geschaut, welche Werkzeuge tatsächlich zur jeweiligen Praxis passen und an welchen Stellen sie den größten Nutzen bringen können.

 

Welche digitalen Lösungen standen im Mittelpunkt?

Mir ging es weniger um einzelne Produkte als um die Frage, wie digitale Anwendungen den Praxisalltag insgesamt erleichtern können. Das betrifft beispielsweise die Patientenanmeldung, die Kommunikation, die Terminorganisation, die Dokumentation oder andere administrative Abläufe. Entscheidend ist, wie diese Lösungen ineinandergreifen und das Team tatsächlich entlasten.

Warum ist es aus deiner Sicht so wichtig, diese Anwendungen direkt erleben zu können?

Weil Digitalisierung dadurch greifbar wird. Wenn man eine Anwendung nur beschrieben bekommt, bleibt vieles abstrakt. Wer sie dagegen live erlebt, kann viel besser einschätzen, wie sie sich in die eigenen Abläufe integrieren lässt und ob sie überhaupt zum Bedarf der Praxis passt.

 

Du sprichst häufig von Motivation und Mut zur Digitalisierung. Warum?

Weil viele Praxen grundsätzlich offen für Veränderungen sind, aber nicht wissen, womit sie anfangen sollen. Oft besteht auch die Sorge, dass neue Systeme kompliziert sind oder zusätzliche Arbeit verursachen. Eine praxisnahe Beratung kann diese Hemmschwellen abbauen. Das Team bekommt einen Überblick und erkennt, welche ersten Schritte realistisch und sinnvoll sind. Digitalisierung muss nicht bedeuten, alles auf einmal umzustellen. Sie kann Schritt für Schritt erfolgen.

 

Was sollte aus deiner Sicht bei jeder Digitalisierungsentscheidung im Mittelpunkt stehen?

Digitalisierung darf niemals Selbstzweck sein. Ein neues Tool ist nur dann sinnvoll, wenn es die Abläufe verbessert, Zeit spart, die Kommunikation erleichtert oder Fehler reduziert. Genauso wichtig ist, alle Mitarbeitenden mitzunehmen. Schließlich sind es die Praxisteams, die täglich erleben, welche Prozesse funktionieren und wo Verbesserungsbedarf besteht. Ihre Erfahrungen sind für eine erfolgreiche Digitalisierung unverzichtbar.

 

Welche Erkenntnis nimmst du persönlich aus deinem Besuch mit?

Dass Praxen weit mehr brauchen als Informationen über technische Möglichkeiten. Sie brauchen Orientierung, individuelle Beratung und verständliche Beispiele aus dem Praxisalltag. Genau dadurch lassen sich Unsicherheiten abbauen. Digitalisierung wird dann nicht als zusätzliche Belastung wahrgenommen, sondern als Chance, die tägliche Arbeit nachhaltig zu erleichtern.

 

Dein persönliches Fazit?

Mich hat besonders die Kombination aus technischem Know-how, individueller Beratung und echtem Praxisverständnis überzeugt. Ein solcher Termin kann Praxen eine wichtige Grundlage vermitteln und gleichzeitig Motivation und Mut geben, die nächsten Schritte der Digitalisierung anzugehen.

 

Das Interview führte Silke Uhlemann, Produktmanagerin und Verantwortliche des Online-Magazins beim PKV Institut, mit Iris Schluckebier im August 2026.

 

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Im November bietet das PKV Institut eine Masterclass Digitalisierung & KI für MFAs an. In diesem exklusiven, zweitägigen Live-Online-Kurs lernen Sie, digitale Prozesse zu analysieren, geeignete Lösungen praxisnah zu bewerten und Veränderungen erfolgreich umzusetzen. Ziel des Kurses ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Ablauf der 2 Tage über einen konkreten Maßnahmenplan für die digitale Weiterentwicklung ihrer Praxis verfügen.

Alle Informationen zu Anmeldung und Inhalten der neuen Masterclass lesen Sie hier.

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