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Koffein könnte Demenzrisiko senken

Haben Ihnen heute auch eine oder zwei Tassen Kaffee den Einstieg in die Arbeitswoche erleichtert? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen, bei denen das schwarze Heißgetränk einfach zum Alltag gehört. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass sich regelmäßiger Koffeinkonsum auch positiv auf das Demenzrisiko auswirken könnte.

Die große amerikanische Beobachtungsstudie, die im Fachjournal JAMA Network veröffentlicht wurde, erfasste über mehrere Jahre hinweg Daten von rund 130.000 Teilnehmenden über mehr als 40 Jahre. Registriert und verglichen wurden dabei die Angaben zum Konsum von Kaffee und Tee und dem Auftreten von Demenz. Das Ergebnis: Menschen, die regelmäßig koffeinhaltige Getränke tranken, erkrankten seltener an Demenz als Personen mit sehr geringem oder keinem Konsum.

Wichtig ist: Die Studie zeigt einen Zusammenhang, aber keinen Beweis für eine direkte Schutzwirkung. Man kann also nicht sagen, dass Kaffee Demenz verhindert. Auffällig war allerdings, dass dieser mögliche Effekt nur bei koffeinhaltigen Getränken beobachtet wurde, nicht bei entkoffeiniertem Kaffee. Das spricht dafür, dass das Koffein selbst eine Rolle spielen könnte. Eine Behandlungsempfehlung für Patientinnen und Patienten lässt sich daraus allerdings noch nicht ableiten. 
 

Warum macht Koffein wach?

Koffein wirkt im Gehirn, indem es ein körpereigenes Müdigkeitssignal blockiert. Normalerweise sorgt ein Botenstoff dafür, dass wir uns im Laufe des Tages zunehmend müde fühlen. Koffein verhindert, dass dieses Signal ankommt. Die Folge: Wir bleiben länger aufmerksam und fühlen uns leistungsfähiger.

Zusätzlich kann Koffein Puls und Blutdruck leicht erhöhen. Die Wirkung setzt meist nach etwa 15 bis 30 Minuten ein und hält mehrere Stunden an, abhängig davon, wie schnell der Körper Koffein abbaut.
 

Energydrinks: mehr als nur Koffein

Bei Energydrinks ist die wachmachende Wirkung besonders ausgeprägt. Sie enthalten häufig neben Koffein weitere stimulierende Substanzen wie Taurin oder Guarana. Taurin selbst gilt in üblichen Mengen als unbedenklich, kann jedoch in Kombination mit Koffein die anregende Wirkung verstärken. Auch Zucker trägt zu einem kurzfristigen Energieschub bei.

Problematisch ist weniger ein einzelnes Getränk als vielmehr die schnelle Aufnahme hoher Koffeinmengen. Energydrinks werden oft rasch konsumiert, deutlich schneller als eine Tasse Kaffee. Dadurch kann es eher zu Herzklopfen, Unruhe oder Zittern kommen. Besonders bei Jugendlichen oder empfindlichen Personen sind entsprechende Beschwerden keine Seltenheit.
 

Wie viel ist in Ordnung?

Für gesunde Erwachsene gelten bis zu etwa 400 mg Koffein pro Tag als unbedenklich. Das entspricht ungefähr drei bis vier Tassen Kaffee. Auch schwarzer oder grüner Tee, Energydrinks, Cola oder manche Schmerzmittel enthalten Koffein, das wird häufig unterschätzt.

Schwangere sollten nicht mehr als etwa 200 mg täglich zu sich nehmen. Kinder und Jugendliche sollten koffeinhaltige Getränke nur selten bis gar nicht konsumieren.
 

Was passiert bei zu viel Koffein?

Zu hohe Mengen können Unruhe, Herzklopfen, Zittern oder Schlafstörungen auslösen. Manche Menschen berichten über Magenprobleme oder innere Nervosität. Wer regelmäßig sehr viel Koffein trinkt, gewöhnt sich daran. Beim plötzlichen Verzicht können dann Kopfschmerzen oder Müdigkeit auftreten. Besonders schnell können hohe Dosen Koffein durch Koffeintabletten zugeführt werden. Patientinnen und Patienten sollten daher bei der Einnahme auf Menge und Häufigkeit achten.
 

Koffein und der Einfluss auf Erkrankungen

Menschen mit Angststörungen, Schlafproblemen, Magenleiden oder Herzrhythmusstörungen sollten generell eher wenig Koffein konsumieren, weil sich ihre Beschwerden dadurch verschlechtern können.

Bei Migräne kann es zwei Seiten haben: In kleiner Menge kann es Schmerzmittel unterstützen. Bei regelmäßig hohem Konsum kann ein plötzlicher Entzug jedoch Kopfschmerzen triggern.

Patientinnen und Patienten mit ADHS erleben bei Koffein manchmal eine paradoxe Wirkung. Sie werden dadurch ruhiger und fokussierter. 

 

MT

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