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Manche Lungenpatienten brauchen besonderen Schutz

Viele Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD fürchten, durch SARS-CoV-2 besonders gefährdet zu sein. Bei einigen trifft das zu, bei anderen nicht. Vor allem Ihre COPD-Patienten müssen sich nun besonders gut schützen.

Die gute Nachricht zuerst: Gut therapierte Patienten mit Asthma haben kein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe. So die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Die weniger gute Nachricht: Menschen mit COPD haben ein deutlich höheres Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken.

Patienten fragen, Lungenfachärzte antworten

In einer Risikoabschätzung beantworten die Pneumologen der DGP typische Fragen von Patienten mit Atemwegserkrankungen. So fragt eine 58-jährige Lehrerin mit mittelschwerem Asthma, die ihre Medikamente regelmäßig inhaliert, ob sie weiter unterrichten kann. Die Mediziner antworten: „Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Patienten mit Asthma ein höheres Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben.“ Auch eine Therapie mit inhalativen Steroiden (ICS) steigere das Risiko nicht.

Weniger beruhigend fällt die Antwort an einen 68-jährigen Rentner aus, der an COPD leidet, weiterhin raucht und vor drei Jahren einen Herzinfarkt hatte. Ihm bescheinigen die Pneumologen ein erhöhtes Risiko. Sowohl die inhalative Therapie als auch die Bluthochdrucktherapie sollten fortgeführt werden. Die Pneumokokken-Impfung wird empfohlen. Dann werden die Ärzte deutlich: „Eine Beendigung des Zigarettenrauchens wird dringend empfohlen. Treffen mit den Kindern oder Enkelkindern sollten aktuell möglichst vermieden werden.“

Schwache Datenlage bei weiteren Lungenerkrankungen

Bei Patienten, die wegen Schlaf-Apnoe, Rheuma-Lunge, Lungenkrebs sowie nach einer Lungentransplantation wegen eines erhöhten Risikos nachfragen, sei die Datenlage noch zu dünn, um eindeutige Aussagen zu treffen. So heißt es z.B., dass das COVID-19-Risiko bei Tumorpatienten generell erhöht sei. Doch da das Spektrum der Lungenkrebs-Erkrankungen sehr breit sei, könnten Empfehlungen nur sehr individuell ausgesprochen werden.

Sport und Schulungen nicht vergessen!

Informieren Sie Ihre Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen darüber, dass sie die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu Abstandsgeboten, Hygieneregeln und Impfungen streng einhalten sollen. Tun Ihre Patienten das, können sie weiterhin Lungensport treiben – auch in kleinen Gruppen.

In Ihrer Praxis sollten zurzeit keine Gruppenschulungen angeboten werden. Doch können Fachärzte oder pneumologische Fachassistentinnen die Patienten z.B. zur Inhalationstechnik einzeln schulen. Zahlreiche Videos zu Inhalationssystemen und ihrer richtigen Anwendung finden sich außerdem bei der Atemwegsliga e.V.

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