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Nikotin und Cannabis – einzeln und zusammen brandgefährlich

Rauchen gehört zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Rund 143.000 Menschen sterben jedes Jahr allein in Deutschland an den Folgen des Nikotinkonsums. In der Kombination mit Cannabis kann Nikotin vor allem für Schwangere und Neugeborene zur Gefahr werden.

Obwohl der Nikotinkonsum seit den 1980er Jahren in Deutschland rückläufig ist, rauchen noch immer 22,7 % der Erwachsenen. Männer (25,7 %) häufiger als Frauen (19,6 %). Erfreulicherweise hat sich der Konsum bei Jugendlichen erheblich reduziert. Während im Jahr 2001 noch 27,5 % der 12- bis 17-Jährigen rauchten, waren es im Jahr 2021 nur noch 6,1 %.
 

Hochrisikofaktor Rauchen

Dass Nikotin gesundheitsschädlich ist, ist vermutlich auch den meisten Rauchern klar. Doch wie stark die Substanz den Körper negativ beeinflussen kann, wird vielen erst bewusst, wenn bereits erste Krankheitsanzeichen auftreten.

Krebs

Rauchen ist einer der führenden Risikofaktoren für verschiedene Arten von Krebs, darunter Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Blasenkrebs und mehr.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Konsum von Nikotin verengt die Blutgefäße, erhöht den Blutdruck und die Herzfrequenz. Dies kann zu Herzinfarkt, Schlaganfall, peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten und koronaren Herzkrankheiten führen.

Atemwegserkrankungen

Chronische Bronchitis und Emphysem (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, COPD) sind 2 häufige Erkrankungen, die durch den Konsum von Nikotin verursacht oder verschlimmert werden können.

Neurologische Störungen

Nikotin kann die Entwicklung des Gehirns bei Jugendlichen beeinträchtigen, was zu langfristigen kognitiven Beeinträchtigungen führen kann. Darüber hinaus erhöht der Konsum das Risiko für Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer-Krankheit und Schlaganfall.

Sucht und Abhängigkeit

Eine der offensichtlichsten Auswirkungen des Nikotinkonsums ist die Entwicklung einer starken physischen und psychischen Abhängigkeit. Es ist eine äußerst süchtig machende Substanz, was erklärt, dass viele Raucher es nicht schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören.
 

Gefahr für Mutter und Kind

Die Ärztezeitung berichtet über eine aktuelle Analyse aus Portland (USA), in welcher der Konsum von Nikotin und Cannabis bei werdenden Müttern untersucht wurde. Die Daten von mehr als 3,1 Mio. Schwangeren wurden darin einbezogen. Die Wissenschaftler unterteilten sie in 4 Gruppen:

  • Kontrollgruppe (ohne Nikotin- oder Cannabis-Diagnose) (97,2 %)
  • Reine Cannabis-Konsumentinnen (0,7 %)
  • Reine Nikotin-Konsumentinnen (1,8 %)
  • Frauen, die beide Substanzen nutzten (0,3 %)
     

Der Anteil an Kindern, die im ersten Lebensjahr starben, lag mit 1,2 % nach Doppelexposition 4-mal so hoch wie in der Kontrollgruppe (0,3 %). Waren die Feten in der Schwangerschaft nur einer der Drogen ausgesetzt, betrug der Anteil 0,7 %.

In den ersten 28 Lebenstagen starben 0,6 % der Neugeborenen von Frauen, die sowohl Nikotin als auch Cannabis konsumierten. In der substanzfreien Kontrollgruppe waren es nur 0,2 %.

In der Neugeborenen-Notaufnahme mussten 22,5 % der Säuglinge der Doppelkonsum-Gruppe behandelt werden, in der Kontrollgruppe nur 10 %. Die Babys der Doppelkonsumentinnen hatten zudem ein geringeres Geburtsgewicht und wurden häufiger vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren.

Das Autorenteam schlussfolgert aus den gewonnenen Daten, dass der Genuss beider Substanzen ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind bewirkt. Es könnte daher schon einen Vorteil bringen, wenn die Schwangeren zumindest auf eine der beiden Substanzen verzichten würden.
 

Unterstützungsangebote

Hilfe bei der Rauchentwöhnung gibt es auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie betreibt außerdem eine telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung unter der kostenlosen Rufnummer 0 800 8 31 31 31.

Für Ihre Praxis können Sie kostenfreie Informationsbroschüren zu den Themen „Ja, ich werde rauchfrei“ und „Rauchfrei in der Schwangerschaft und nach der Geburt“ im Onlineshop der BZgA bestellen.

Vertiefen Sie Ihr Fachwissen

…und entdecken Sie das Online-Seminar-Programm für MFAs und ZFAs.


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