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Notfälle in der Praxis erkennen und sicher managen

Synkopen, Anaphylaxien, Krampfanfälle, Atemnot oder Herzkreislaufstillstand: Mit einem strukturierten Notfallmanagement und regelmäßigen Trainings sind Praxisteams gut auf lebensbedrohliche Situationen vorbereitet.

„70 bis 80 Prozent aller Fehler in der Medizin werden dem ‚Human Factor‘ zugeschrieben“, sagt Notfallsanitäter und Medizinpädagoge Kai Langlotz: „Der Mensch ist ein Risikofaktor, doch mit der Personenzahl können auch Chancen und Kompetenzen steigen: Im Vergleich zu einem Individuum können Teams auf größere kognitive Möglichkeiten zurückgreifen. Deshalb zählt in der Abarbeitung komplexer Aufgaben wie einer Notfallversorgung jede Person im Praxisteam, ob Ärztin oder Arzt, ZFA oder andere Mitarbeitende.“ 
 

Klare Aufgabenverteilung und Kommunikation ist das A und O 

Kooperation, situative Aufmerksamkeit, Führungsverhalten, Entscheidungsfindung und sichere, effektive Kommunikation im Team können im Notfall entscheidend sein: Wer holt den Notfallkoffer? Wer ruft den Notarzt? Wer bleibt bei Patientin oder Patient? Durch Rückbestätigung können Teams Fehler vermeiden und für einen eindeutigen Handlungsablauf sorgen: Der Empfänger einer Anweisung wiederholt diese in eigenen Worten. So können sich beide Seiten vergewissern, dass alles richtig verstanden wurde.
 

Regelmäßiges gemeinsames Training gibt Sicherheit

Damit festgelegte Abläufe in Stresssituationen sicher funktionieren, sei regelmäßiges Training wichtig: „Notfälle, die selten passieren, müssen umso regelmäßiger gemeinsam trainiert werden.“ Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Je besser Handgriffe sitzen, desto höher ist die Chance, dass die Patientin oder der Patient die Situation ohne bleibende Hirnschäden übersteht. 
 

Appell an Praxisteams: Registrierung in Ersthelfer-Apps 

Wer im Gesundheitswesen arbeitet und regelmäßig erste Hilfe trainiert, kann sich als Ersthelfer registrieren: Vereine wie „Region der Lebensretter e. V.“ oder „Mobile Retter e. V.“ sorgen mit App-basierten Systemen dafür, dass bei einem Notfall registrierte Ersthelfer alarmiert werden können, die in der Nähe sind und schneller vor Ort sein und überbrücken können, bis der Rettungswagen eintrifft. „Hier muss man allerdings von Region zu Region schauen, welches System bereits etabliert ist“, sagt Kai Langlotz. 
 

Up-to-date im Notfallmanagement 

  • Regelmäßige Schulungen und gemeinsames Training geben Praxisteams mehr Sicherheit im Umgang mit seltenen, aber potenziell lebensbedrohlichen Situationen. Im Rahmen des Wissensabos findet am Dienstag, den 9. Juni 2026, ein Online-Seminar mit Kai Langlotz statt:

    • Update: Erste-Hilfe-Maßnahmen nach aktuellen Leitlinien

    • Das ist zu tun: vom Erkennen des Notfalls bis hin zu lebensrettenden Maßnahmen

    • Alles vorhanden? Die richtige Notfallausstattung für Ihre Praxis

 

Hier finden Interessierte weitere Informationen. 

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